Nass- statt Aus­nüch­te­rungs­zel­le

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ERSTE SEITE - Un­term­strich@schwa­ebi­sche.de

Wer be­trun­ken ist, macht oft Blöd­sinn. Man(n) schläft vor Haus­tür, man schläft in Hun­de­hüt­te oder man schläft in Stra­ßen­bahn. Doch bei all dem Blöd­sinn soll­te man im­mer sei­ne Gren­zen ken­nen. Sonst könn­te der Abend schlimm en­den, an den nächs­ten Mor­gen erst gar nicht zu den­ken. In Main­hardt im Land­kreis Schwäbisch Hall hat am Mitt­woch ein Be­trun­ke­ner sei­ne Gren­zen deut­lich ver­fehlt.

Über­zeugt da­von, zu Hau­se zu sein, hat er sich ei­ne Du­sche ge­gönnt, um wie­der ei­nen kla­ren Kopf zu be­kom­men. Of­fen­bar merk­te er da­bei aber nicht, dass sein Hand­tuch, sein Sham­poo und auch sei­ne Ba­de­lat­schen fehl­ten. Er hat sei­nen Heim­kehr­schwung zu früh oder auch zu spät an­ge­setzt: Es war we­der sei­ne Du­sche, noch sein Ba­de­zim­mer. Es war nicht ein­mal sein Haus.

Als die rich­ti­ge Be­woh­ne­rin den Frem­den nackt im Ober­ge­schoss ent­deck­te, ver­bar­ri­ka­dier­te sie sich mit ih­ren Kin­dern in ei­nem Zim­mer und rief die Po­li­zei. Sie hat­te die Haus­tür nicht ab­ge­schlos­sen. Der Mann konn­te ein­fach ein­tor­keln. Als die Be­am­ten ein­tra­fen, hat­te es sich der Mann in sei­ner Nass­zel­le ge­müt­lich ge­macht: Er saß laut Po­li­zei­mel­dung in der Du­sche und war „of­fen­sicht­lich be­trun­ken“. Auf Nach­fra­ge der Strei­fen­be­am­ten, wo er denn woh­ne, sag­te der Be­trun­ke­ne ganz über­zeugt: „Na hier.“Nach und nach däm­mer­te ihm aber, dass das nicht sein kann. Pein­lich be­rührt, ent­schul­dig­te er sich bei der Be­sit­ze­rin und ging in sein wirk­li­ches Zu­hau­se – ein paar Stra­ßen ent­fernt. Sie nahm es lo­cker und er­stat­te­te kei­ne An­zei­ge, im Wis­sen: Man(n) macht manch­mal eben Blöd­sinn. (krom)

FO­TO: CO­LOUR­BOX.DE

Man(n) macht manch­mal Blöd­sinn, auch wenn er es nicht merkt.

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