Der Kampf ist nicht be­en­det

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Ras­mus Buch­stei­ner po­li­tik@schwa­ebi­sche.de

Das Per­sön­lich­keits­recht ist ein ho­hes Gut. Was ver­trau­lich ge­spro­chen wird, ge­hört nicht in die Öf­fent­lich­keit. Ge­langt es trotz- dem dort­hin, noch da­zu in ei­nem rei­ße­risch auf­ge­mach­ten Best­sel­ler, liegt ein schwe­rer Ver­trau­ens­bruch vor. Zu­ge­spitzt, in Tei­len er­fun­den oder aus dem Zu­sam­men­hang – so be­ur­tei­len die Rich­ter die Zi­ta­te über An­ge­la Mer­kel, Chris­ti­an Wul­ff und an­de­re Spit­zen­po­li­ti­ker der Uni­on. Ei­ne Schwei­ge­ver­pflich­tung hät­te er nie un­ter­schrie­ben, ar­gu­men­tiert der Au­tor He­ri­bet Schwan. Hel­mut Kohl nimmt für sich in An­spruch, dass bei den Ge­sprä­chen im Kel­ler von Og­gers­heim Ver­trau­lich­keit ver­ein­bart wor­den sei – Aus­sa­ge ge­gen Aus­sa­ge. Das Ge­richt ver­weist auf In­di­zi­en, die auf ei­ne still­schwei­gen­de Ver­trau­lich­keits­ver­ein­ba­rung hin­deu­ten. Dass es zu ei­ner Re­vi­si­on kom­men wird, ist na­he­zu si­cher. Der Kampf um Kohls Er­in­ne­run­gen ist mit der Köl­ner Ent­schei­dung nicht be­en­det, die Deu­tungs­ho­heit über sein po­li­ti­sches Le­ben geht wei­ter. Dem Alt­kanz­ler liegt da­ran, die Darstel­lung sei­ner Ver­diens­te, aber auch der Schat­ten­sei­ten sei­ner Po­lit-Kar­rie­re nicht an­de­ren zu über­las­sen. Das ist sein gu­tes Recht, auch wenn His­to­ri­ker es lie­ber an­ders hät­ten.

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