Für ein Stück mehr Ge­rech­tig­keit für die Men­schen der Welt

Seit ei­nem Jahr ver­kauft das Welt­la­den-Team sei­ne Pro­duk­te in den Räu­men in der Pfarr­stra­ße 7

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MENGEN/GÖGE/SCHEER - Von Jen­ni­fer Kuhl­mann

MENGEN - Die Ent­schei­dung, den Welt­la­den der ka­tho­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Mengen aus dem Pfarr­haus in ei­ge­ne Ge­schäfts­rau­me in der Pfarr­stra­ße 7 zu ver­le­gen, hat sich als gold­rich­tig er­wie­sen. Das kann das Team aus eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern nach ei­nem Jahr am neu­en Stand­ort mit Ge­wiss­heit sa­gen. Der La­den wird gut fre­quen­tiert, das Sor­ti­ment an­ge­nom­men, der Kun­den­kreis wur­de er­wei­tert und der Um­satz ge­stei­gert. Mit ei­nem Ak­ti­ons­tag am Sams­tag, 6. Mai, will sich das Team bei sei­nen treu­en Kun­den be­dan­ken.

Die Grund­ge­dan­ken, mit de­nen Pfar­rer Ste­fan Ein­sied­ler die eh­ren­amt­li­che Grup­pe zur Füh­rung ei­nes Welt­la­dens vor 17 Jah­ren an­ge­sto­ßen hat, gel­ten auch heu­te noch. Als öku­me­ni­sche Zie­le der christ­li­chen Kir­chen sind im so­ge­nann­ten kon­zi­li­a­ren Pro­zess Ge­rech­tig­keit, Frie­den und Be­wah­rung der Schöp­fung de­fi­niert. Laut Ein­sied­ler trägt der Welt­la­den sei­nen Teil zu eben die­sen Zie­len bei.

An­ge­mes­se­ne Prei­se

Durch den Ver­kauf von fair ge­han­del­ten Pro­duk­ten wer­den Klein­bau­ern an­ge­mes­se­ne Prei­se be­zahlt, die ih­nen und ih­ren Mit­ar­bei­tern ei­ne Le­bens­grund­la­ge schaf­fen. Beim An­bau von Kaf­fee, Reis, Tee und Ka­kaopf­lan­zen wird auch auf Nach­hal­tig­keit und Um­welt­schutz ge­ach­tet.

„Da­durch, dass wir fair ge­han­del­te Pro­duk­te ver­kau­fen und un­se­re Kun­den die­se er­wer­ben, leis­ten wir al­le ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zu mehr Ge­rech­tig­keit auf der Welt“, ist sich Chris­ta Ei­se­le si­cher. Sie ist als Eh­ren­amt­li­che von Be­ginn an da­bei. Wie die an­de­ren 16 eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter ist sie da­von über­zeugt, dass je­der ein Stück weit für die Ar­beits­und Le­bens­be­din­gun­gen der Men­schen mit­ver­ant­wort­lich ist, die Pro­duk­te her­stel­len, die hier kon­su­miert wer­den. „Bei den Pro­duk­ten aus dem Welt­la­den muss nie­mand ein schlech­tes Ge­wis­sen ha­ben“, sagt sie.

Edith und Pe­ter Wei­ler ar­bei­ten gern im Welt­la­den. Be­son­ders sei­en die Kun­den an Kaf­fee, Tee, Scho­ko­la­de, Milch und Ba­na­nen in­ter­es­siert. Im­mer öf­ter wür­de aber auch zu den Non-Food-Pro­duk­ten ge­grif­fen, als Ge­schen­ke zum Bei­spiel. Zu­sätz­lich zu den fast täg­li­chen Öff­nungs­zei­ten, die sich gut be­währt hät­ten, ist das Welt­la­den­team auch bei Ver­an­stal­tun­gen wie dem Ge­mein­de­tag oder dem Weih­nachts­markt ver­tre­ten. „Wir hof­fen, dass wir so auch den Men­schen ins Be­wusst­sein kom­men, die nicht so viel mit Kir­che zu tun ha­ben und den La­den noch nicht ken­nen“, sagt Pe­ter Wei­ler.

An­fäng­li­che Be­den­ken, dass sich der Welt­la­den nicht selbst tra­gen kön­nen, ha­ben sich im Nach­hin­ein als un­be­grün­det er­wie­sen. Durch die Ein­nah­men des Jah­res konn­te die neue Ein­rich­tung und die mo­nat­li­che Mie­te gut be­zahlt wer­den. So­gar Ge­winn hät­te das Team ge­macht, be­rich­tet Wei­ler. „In ers­ter Li­nie geht es un­se­rem Team dar­um, den Um­satz zu stei­gern“, er­klärt er. „Je mehr wir ver­kau­fen, des­to mehr kommt bei den Klein­bau­ern an, die wir un­ter­stüt­zen wol­len.“Blie­be am En­de ein Über­schuss in der Kas­se, sei das ein po­si­ti­ver Ne­ben­ef­fekt. Dann wer­de mit dem Team und der ka­tho­li­schen Kir­chen­ge­mein­de als Trä­ger des La­dens ent­schie­den, wo­für das Geld ver­wen­det wer­den soll. Denk­bar sei­en et­wa Spen­den an ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen.

Neue Hel­fer kann das Welt­la­den­Team üb­ri­gens im­mer ge­brau­chen. Je­der kann sich in dem Um­fang ein­brin­gen, den er möch­te. Egal, ob er nur zwei St­un­den im Mo­nat Zeit hat oder 20. In­ter­es­sier­te kön­nen sich im Pfarr­bü­ro un­ter der Te­le­fon­num­mer 07572/82 78 mel­den.

FO­TO: JEN­NI­FER KUHL­MANN

Die eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter des Welt­la­dens ha­ben das ers­te Jahr in den neu­en Ge­schäfts­räu­men er­folg­reich hin­ter sich ge­bracht.

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