Mit­mie­ter ver­schwun­den: Kün­di­gung ist wirk­sam

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - VERBRAUCHER -

BERLIN (dpa) - Ha­ben meh­re­re Men­schen ei­ne Woh­nung ge­mie­tet, muss der Ver­trag auch al­len Mie­tern ge­gen­über ge­kün­digt wer­den. Was aber, wenn ei­ner da­von nicht mehr auf­find­bar ist? Hier kommt es auf die Um­stän­de des Ein­zel­falls an, wie ei­ne Ent­schei­dung des Land­ge­richts Berlin zeigt (Az.: 67 S 33/ 16). Lebt die Ehe­frau des Mie­ters schon meh­re­re Jahr­zehn­te nicht mehr in der Woh­nung, kann da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass Ver­mie­ter und Mie­ter das Miet­ver­hält­nis al­lein fort­ge­setzt ha­ben. In die­sem Fall muss die Kün­di­gung nur an den ver­blie­be­nen Mie­ter ge­rich­tet wer­den. In dem Fall hat­te ein Ver­mie­ter sei­nem Mie­ter we­gen Zah­lungs­rück­stän­den ge­kün­digt. Die Räu­mungs­kla­ge schei­ter­te zu­nächst vor dem Amts­ge­richt Wed­ding, da der Miet­ver­trag 1958 von dem Mann ge­mein­sam mit sei­ner Ehe­frau un­ter­zeich­net wor­den war. Die Frau war längst aus­ge­zo­gen. Al­le Än­de­run­gen des Miet­ver­hält­nis­ses, et­wa Miet­erhö­hun­gen, wa­ren im­mer nur mit dem Mann ab­ge­schlos­sen wor­den. Die Kün­di­gung, die sich nur an den Mann al­lei­ne rich­te­te, sei recht­mä­ßig, ent­schied das Land­ge­richt. Hier be­ste­he das Miet­ver­hält­nis mit der Ehe­frau schon seit Län­ge­rem nicht fort.

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