Für das freie Wort

Schrift­stel­le­rin Re­gu­la Vens­ke ist neue PEN-Prä­si­den­tin

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - KULTUR -

DORT­MUND (epd) - Die Ham­bur­ger Schrift­stel­le­rin Re­gu­la Vens­ke ist neue Prä­si­den­tin des PEN-Zen­trums Deutsch­land. Die bis­he­ri­ge PEN-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin wur­de auf der Jah­res­ta­gung der Autorenvereinigung am Frei­tag in Dort­mund zur Nach­fol­ge­rin von Jo­sef Has­lin­ger ge­wählt, der nicht er­neut kan­di­dier­te. Vens­ke sag­te dem Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst (epd), sie wol­le sich in ih­rem neu­en Amt wei­ter „für Mei­nungs­frei­heit in al­ler Welt und auch in un­se­rem Land“ein­set­zen. Dass es vie­ler­orts zu­erst die Jour­na­lis­ten und Au­to­ren sei­en, die von Dik­ta­to­ren ver­folgt und fest­ge­nom­men wür­den, zei­ge, wie mäch­tig das freie Wort sei.

Wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sei die Si­tua­ti­on in der Tür­kei, aber auch in Län­dern wie Russ­land, Chi­na und Un­garn ein wich­ti­ges The­ma für das PEN-Zen­trum, das sich für ver­folg­te und un­ter­drück­te Schrift­stel­ler in al­ler Welt ein­setzt, sag­te Vens­ke. Der Na­me steht für „Po­ets, Es­say­ists, No­ve­lists“(Dich­ter, Es­say­is­ten, Schrift­stel­ler). Auf ih­rer Jah­res­ta­gung hät­ten die PEN-Mit­glie­der auch ei­ne Re­so­lu­ti­on ge­gen Rechts­po­pu­lis­mus in Deutsch­land ver­ab­schie­det. „Wir sind für die Mei­nungs­frei­heit, auf die sich rechts­po­pu­lis­ti­sche Be­we­gun­gen ja ger­ne be­ru­fen“, sag­te Vens­ke. „Aber es gibt Ver­pflich­tun­gen und Gren­zen.“So ver­pflich­te die PEN-Char­ta al­le Mit­glie­der zum Ein­satz für Frie­den, Völ­ker­ver­stän­di­gung und ge­gen Ras­sen­hass.

Auch das The­ma Fa­ke News be­schäf­tigt den Schrift­stel­ler­ver­band nach Vens­kes Wor­ten. „Als Schrift­stel­ler lie­ben wir Scherz, Iro­nie, Sa­ti­re, tie­fe­re Be­deu­tun­gen, Fan­ta­sie und Fik­ti­on. Aber die ge­hö­ren ins Reich der Li­te­ra­tur und nicht der Po­li­tik.“Die Po­li­tik müs­se sich an Fak­ten und wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen ori­en­tie­ren. „Frü­her hat man Fa­ke News Lü­gen ge­nannt, und das ist das Wort, das man im­mer noch be­nut­zen soll­te“, sag­te die Au­to­rin.

Die 1955 im west­fä­li­schen Min­den ge­bo­re­ne Vens­ke lebt als freie Schrift­stel­le­rin in Ham­burg. Die pro­mo­vier­te Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin schreibt Ro­ma­ne, Er­zäh­lun­gen, ex­pe­ri­men­tel­le Tex­te und Es­says. Sie war seit 2013 Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin des deut­schen PEN-Zen­trums und ist Mit­glied im Prä­si­di­um von PEN In­ter­na­tio­nal.

FO­TO: SAMMLUNG PREHN

Pla­kat zum Deut­schen Lu­ther­tag 1933

FO­TO: BERND THISSEN

Re­gu­la Vens­ke

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