An der Jet-Tank­stel­le fah­ren täg­lich 25 000 Au­tos

Laut ei­nes Gut­ach­tens hat der Ver­kehr in Sig­ma­rin­gen um 15 Pro­zent zu­ge­nom­men

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - SIGMARINGEN - Von Micha­el He­scheler

SIG­MA­RIN­GEN - Der Au­to­ver­kehr in Sig­ma­rin­gen hat in den ver­gan­ge­nen 17 Jah­ren um 15 Pro­zent zu­ge­nom­men. Dies wur­de bei der Vor­stel­lung des Ver­kehrs­plans in der Ge­mein­de­rats­sit­zung am Mitt­woch deut­lich. Bei der jüngs­ten Ver­kehrs­zäh­lung, die zwei Jah­re zu­rück­liegt, wur­de ein Ring um Sig­ma­rin­gen ge­zo­gen. Ins­ge­samt zähl­ten die Ver­kehrs­in­ge­nieu­re an ei­nem Tag 67 000 ein- und aus­fah­ren­de Fahr­zeu­ge. Ver­gli­chen mit der Ver­kehrs­zäh­lung von 1998 wa­ren es 9000 Fahr­zeu­ge mehr.

Als ei­ne Ur­sa­che nann­te der Ver­kehrs­in­ge­nieur des Bü­ros Mo­dus Con­sult den zu­neh­men­den Lie­fer­ver­kehr durch In­ter­net­shop­ping. Zwei­tens wür­den im­mer mehr El­tern ih­re Kin­der in die Schu­le fah­ren, wes­halb der in­ner­ört­li­che Ver­kehr an­stei­ge. Die von der Stadt­ver­wal­tung be­auf­trag­ten Gut­ach­ter lie­ßen am Er­he­bungs­tag 11 000 Au­to­fah­rer be­fra­gen. Au­ßer­dem wur­den 1830 Fra­ge­bo­gen aus­ge­wer­tet.

Am stärks­ten nahm je­doch der Durch­gangs­ver­kehr zu, al­so der Ver­kehr der nicht von Sig­ma­rin­gen aus­geht oder in der Kreis­stadt en­det. Und zwar um 25 Pro­zent. Do­mi­nie­rend ist da­bei die Nord-Süd-Ach­se – al­so der Ver­kehr von der Schwä­bi­schen Alb in Rich­tung Bo­den­see. Der so­ge­nann­te Ziel-Qu­ell-Ver­kehr hat über­wie­gend das di­rek­te Um­land als Quelle. 80 Pro­zent des Ziel-Qu­el­lVer­kehrs füh­ren aus Ge­mein­den wie Bin­gen, In­zig­kofen, Sig­ma­rin­gen­dorf und Krau­chen­wies nach Sig­ma­rin­gen.

Der Punkt mit dem höchs­ten Ver­kehrs­auf­kom­men in Sig­ma­rin­gen ist die Jet-Tank­stel­le. Hier wur­den am Stich­tag 25 000 Fahr­zeu­ge ge­zählt. Dass die­se Zahl im Ver­gleich zum Jahr 1998 um 5000 Fahr­zeu­ge ab­ge­nom­men hat, liegt an der Ent­las­tungs­stra­ße, die nörd­lich um Sig­ma­rin­gen her­um zum Noll­hof führt. Laut den In­ge­nieu­ren sind die im al­ten Gut­ach­ten ge­stell­ten Pro­gno­sen in Be­zug auf die Um­ge­hungs­stra­ße ein­ge­trof­fen. Ei­ne hö­he­re Ent­las­tung an der Mühl­berg­stra­ße sei nicht zu er­war­ten ge­we­sen.

Die im Ge­mein­de­rat vor­ge­stell­ten Zah­len wer­den jetzt zu ei­ner Pro­gno­se für das Jahr 2030 ver­ar­bei­tet. Die Stadt ver­spricht sich Aus­sa­gen für an­ge­dach­te Ver­kehrs­pro­jek­te wie die Er­wei­te­rung der Fuß­gän­ger­zo­ne. Die SPD-Frak­ti­on hat be­an­tragt, sie in der Schwab­stra­ße bis zum Boos zu ver­län­gern und die Fi­de­li­stra­ße ein­zu­be­zie­hen. Für das Kon­ver­si­onge­län­de auf dem Ka­ser­nen­are­al, wo ein Ge­wer­be­ge­biet ge­plant ist, er­war­tet sich die Stadt eben­falls ei­ne Ver­kehrs­pro­gno­se.

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