Stadt­hal­le soll mul­ti­funk­tio­nal und va­ria­bel sein

Ge­sucht wird ein Ort für gro­ße und klei­ne Ver­an­stal­tun­gen – Zwei­te Bür­ger­be­fra­gung ver­an­stal­tet

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ALB/LAUCHERT - Von Ga­b­rie­le Lo­ges

GAMMERTINGEN - Die ge­plan­te Gam­mer­tin­ger Stadt- und Kul­tur­hal­le nimmt Kon­tur an. Bei der zwei­ten Bür­ger­be­fra­gung wa­ren vor al­lem Ver­eins­vor­stän­de, Schul­lei­ter und Ge­mein­de­rä­te ein­ge­la­den, um ge­nau­er zu de­fi­nie­ren, wie Be­darf und Vor­stel­lun­gen die Pla­nun­gen vor­wärts brin­gen kön­nen. Im Zen­trum des Abends stand nicht mehr die Fra­ge, ob ei­ne Stadt­hal­le ge­baut wird, son­dern wie sie aus­se­hen soll­te. Mul­ti­funk­tio­nal und va­ria­bel wünscht man sich ei­ne Hal­le und für mög­lichst vie­le Ge­le­gen­hei­ten.

Jür­gen Mühl­ba­cher von der Lan­des­bank Ba­den-Würt­tem­berg Im­mo­bi­li­en Kom­mu­nal­ent­wick­lung stell­te zu­nächst die Er­geb­nis­se der ers­ten Bür­ger­be­fra­gung auf Fo­li­en vor. Er fass­te zu­sam­men, dass zwei Drit­tel der Ein­woh­ner den Bau ei­ner Stadt­hal­le be­für­wor­ten, dass mit rund 62 Ver­an­stal­tun­gen pro Jahr zu rech­nen sei, dass mög­li­cher­wei­se 15 da­von für bis zu 500 Per­so­nen aus­ge­legt sein müs­sen, die meis­ten je­doch bei ei­ner Grö­ßen­ord­nung für rund 100 Per­so­nen lie­gen wer­den.

Ein über­ar­bei­te­tes „Flä­chen­lay­out“stell­te als Skizze dar, wel­che An­for­de­run­gen an­ge­dacht sind, aber auch bei wel­cher Be­stuh­lung und Ab­tren­nung der Räu­me wie viel Be­su­cher Platz ha­ben. Ei­ne Büh­ne für rund 100 Per­so­nen, ein gro­ßer Saal und ein klei­ne­rer Saal wa­ren an­ge­dacht. In der ers­ten Run­de hat­ten sich die Be­frag­ten für ei­ne Ca­te­rin­gKü­che aus­ge­spro­chen. Im Au­ßen­be­reich soll wei­ter­hin das Open-AirKi­no un­ter­kom­men. Pe­tra Schmet­tow vom Fo­rum für in­ter­na­tio­na­le Ent­wick­lung und Pla­nung (Fi­nep) mo­de­rier­te wie beim ver­gan­ge­nen Mal. Sie trug zu­nächst die of­fe­nen Fra­gen zum In­nen- und Au­ßen­be­reich vor und stell­te dann die Vor­stel­lun­gen auf Pinn­wän­den zu­sam­men. Der Schul­lei­ter des Gym­na­si­ums, Chris­toph Ocker, frag­te zu­nächst nach, ob der Stand­ort nun be­reits fest­ste­he, was Bür­ger­meis­ter Holger Jerg be­jah­te: „Wir ha­ben ei­ne Rie­sen­im­mo­bi­lie, mit der wir et­was tun müs­sen, das soll­ten wir nut­zen.“Schmet­tow ging die of­fe­nen Fra­gen durch, zu­nächst nach der Raum­grö­ße an­hand der Per­so­nen­zah­len. Ocker gab an, man be­nö­ti­ge zum der­zei­ti­gen Stand für die Ab­schluss­fei­ern drei Mal im Jahr Platz für rund 500 Per­so­nen. Auch die Nar­ren­zunft be­nö­ti­ge vier­mal jähr­lich Platz für 450 bis 500 Teil­neh­mer, sag­te Zunft­meis­ter Har­ry Vo­j­ta. Bert­hold Lieb rech­net mit 500 Per­so­nen, die sit­zen müs­sen. Die bis­he­ri­ge Pla­nung geht von höchs­tens 459 Teil­neh­mern aus. Zur Tei­lung in zwei ge­trennt zu nut­zen­de Räu­me gab Lieb zu be­den­ken, dass ei­ne be­weg­li­che Wand zwi­schen ei­nem grö­ße­ren und klei­ne­ren Raum sehr teu­er wä­re. Mög­lich, so aus dem Plenum, wä­re auch ei­ne be­weg­li­che Wand. Ei­ne Em­po­re stand an die­sem Abend nicht mehr zur De­bat­te. Vo­j­ta be­ton­te, dass die Akus­tik und die Be­leuch­tung we­sent­lich sei­en. Ei­nen Vor­teil se­hen die An­we­sen­den dar­in, dass die Hal­le nicht gleich­zei­tig für Sportveranstaltungen ge­baut wer­den müs­se. Auch im klei­ne­ren Mul­ti­funk­ti­ons­raum wä­re ei­ne mo­bi­le Büh­ne gut. Der Wunsch, die Räu­me va­ria­bel zu öff­nen oder zu schlie­ßen, blieb.

Die größ­ten Dis­kus­sio­nen und Über­le­gun­gen ka­men zum Au­ßen­be­reich. Mit Charme und mul­ti­funk­tio­nal soll der In­nen­hof wer­den, al­so viel­leicht doch Be­pflan­zung oder Son­nen­schutz? Kin­der­si­cher soll er sein, viel­leicht mit we­ni­gen Spiel­ge­rä­ten. Das Open-Air-Ki­no soll blei­ben und die Mög­lich­keit, den Platz zum Par­ken zu nut­zen. Udo Rapp von der Stadt­ka­pel­le fän­de gut, wenn Ver­an­stal­tun­gen auch im In­nen­hof statt­fin­den könn­ten. Markus Götz for­der­te, dass vor ei­ner Pla­nung klar sein muss, wel­che Flä­chen zum bis­he­ri­gen Schey-Ge­län­de noch da­zu­kom­men.

Ei­ne Bau­sum­me von rund 5,5 Mil­lio­nen Eu­ro spren­ge ein of­fe­nes Wunsch­kon­zert, sag­te Bür­ger­meis­ter Jerg, trotz­dem ver­su­che man mög­lichst kla­re Vor­ga­ben nach der Ge­mein­de­rat­sit­zung am 23. Mai und ei­ner drit­ten gro­ßen Bür­ger­be­fra­gung für ei­nen Ar­chi­tek­tur­wett­be­werb zu ge­ben.

„Wir ha­ben ei­ne Rie­sen­im­mo­bi­lie, mit der wir et­was tun müs­sen“, sagt Bür­ger­meis­ter Holger Jerg.

FO­TO: GA­B­RIE­LE LO­GES

Mo­de­ra­to­rin Pe­tra Schmet­tow trägt bei der zwei­ten Bür­ger­be­fra­gung die Ant­wor­ten zu den of­fe­nen Fra­gen zu­sam­men.

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