Sechs­ein­halb Jah­re Haft für Mes­ser­ste­cher

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MENGEN/GÖGE/SCHEER -

RAVENSBURG/RIEDLINGEN (sig) – Zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von sechs Jah­ren und sechs Mo­na­ten hat die 1. Schwur­ge­richts­kam­mer des Land­ge­richts Ravensburg un­ter Vor­sitz von Rich­ter Jür­gen Hut­te­rer ges­tern ei­nen 45-Jäh­ri­gen aus dem Raum Riedlingen ver­ur­teilt, den das Ge­richt des ver­such­ten Mor­des in Tatein­heit mit ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung über­führt sah. Au­ßer­dem wur­de die Un­ter­brin­gung in ei­ne Ent­zie­hungs­an­stalt an­ge­ord­net.

Die Staats­an­walt­schaft hat­te ei­ne Frei­heits­stra­fe von sie­ben Jah­ren oh­ne Un­ter­brin­gung ge­for­dert. Die Ver­tei­di­gung hat­te auf ver­such­ten Tot­schlag und ei­ne Ge­fäng­nis­stra­fe von vier Jah­ren und sechs Mo­na­te plä­diert. Die Kam­mer konn­te den Pro­zess auf­grund des Tat­ein­ge­ständ­nis­ses des An­ge­klag­ten er­heb­lich ver­kür­zen. Statt der ge­plan­ten neun Ver­hand­lungs­ta­ge fiel be­reits nach vier Ta­gen das Ur­teil.

Da­nach sah das Ge­richt den An­kla­ge­vor­wurf be­stä­tigt, wo­nach der 45-Jäh­ri­ge am 1. No­vem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res auf ei­ner Hal­lo­ween-Par­ty in ei­ner Gast­stät­te in Men­gen aus nich­ti­gem An­lass ei­nen Be­su­cher mit ei­nem Klapp­mes­ser an­ge­grif­fen und schwer ver­letzt hat. Mit Tö­tungs­vor­satz, so die Staats­an­walt­schaft, hat­te der jetzt Ver­ur­teil­te zu­nächst ver­sucht, sein Op­fer an der lin­ken Hals-/Schul­ter­sei­te zu tref­fen, was ihm nicht ge­lun­gen war. Mit ei­nem zwei­ten Stich in des­sen Bauch hat er – des­sen Tod bil­li­gend in Kauf neh­mend – im Darm­be­reich ver­letzt.

Durch das Ein­grei­fen an­de­rer Be­su­cher – un­ter an­de­rem ei­nes Ret­tungs­sa­ni­tä­ters, der sich un­ter den Gäs­ten be­fand – konn­te der An­ge­klag­te über­wäl­tigt und ent­waff­net wer­den. Die Gäs­te ver­hin­der­ten auch ein wei­te­res Zus­te­chen. Das ver­letz­te Op­fer, das im Ge­richt als Ne­ben­klä­ger auf­trat, muss­te not­ope­riert wer­den.

Die Staats­an­walt­schaft sah in ih­rer An­kla­ge­schrift die Merk­ma­le der Heim­tü­cke und nied­ri­gen Be­weg­grün­de ver­wirk­licht. Der An­ge­klag­te ha­be die Arg- und Wehr­lo­sig­keit sei­nes Op­fers aus­ge­nutzt und sich „zum Her­ren über Le­ben und Tod“auf­ge­spielt, sag­te der Ober­staats­an­walt zu Pro­zess­be­ginn.

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