Ener­gie­ge­nos­sen­schaft zahlt drei Pro­zent Di­vi­den­de aus

Nur we­ni­ge Mit­glie­der kom­men zur Haupt­ver­samm­lung – Kre­dit­sum­me wird re­du­ziert

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MESSKIRCH/LEIBERTINGEN/SAULDORF - Von Bern­hard Strohmaier

LEIBERTINGEN - Das In­ter­es­se der Mit­glie­der an der Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Bür­ge­r­ener­gie­ge­nos­sen­schaf Leibertingen ist ge­ring ge­we­sen. Vor­stands­mit­glied Ul­rich Schmid zeig­te sich ent­täuscht. Nur we­ni­ge Mit­glie­der fan­den den Weg ins Bür­ger­haus in Altheim. Die Mög­lich­keit, selbst über die pro­zen­tua­le Hö­he der Di­vi­den­de ab­stim­men zu kön­nen, wur­de so nur von we­ni­gen wahr­ge­nom­men.

Im Na­men des Auf­sichts­ra­tes und auch der Mit­glie­der sprach der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Ar­min Reit­ze Dank und An­er­ken­nung an den Vor­stand aus: Es sei aufs Jahr ver­teilt ein ganz or­dent­li­ches Ar­beits­pen­sum, das ge­leis­tet wer­de. Dass die Teil­nah­me an der Ver­samm­lung auch ein Zei­chen für die Wert­schät­zung der eh­ren­amt­li­chen Ar­beit des Vor­stan­des und des Auf­sichts­ra­tes sei, wur­de wohl we­nig be­ach­tet. Bis­her war man wohl mit al­lem zu­frie­den.

Die neue Aus­schüt­tung wur­de ein­stim­mig auf drei Pro­zent des Er­tra­ges fest­ge­legt. Die 3,5-Pro­zent-Va­ri­an­te wä­re auch mach­bar ge­we­sen. Vor­stand und Auf­sichts­rat stan­den ge­schlos­sen für drei Pro­zent. So wird die freie Ge­winn­rück­la­ge ver­stärkt. Da­mit hat man auch schon ei­nen Kre­dit der Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) durch Son­der­zah­lun­gen von ur­sprüng­lich 90 000 auf 28 000 Eu­ro re­du­zie­ren kön­nen.

Neue Vor­ha­ben las­sen sich schwer aus dem Är­mel schüt­teln. Die Ge­nos­sen­schaft sei zu klein um ei­gen­stän­dig grö­ße­re Pro­jek­te zu schul­tern, sag­te Schmid. Die­ses Pro­blem hät­ten prak­tisch al­le klei­nen Ge­nos­sen­schaf­ten, er­fuhr Schmid durch sei­ne Tä­tig­keit im Vor­stand. So ist man wei­ter­hin auf der Su­che nach neu­en Mög­lich­kei­ten. Die Ge­nos­sen­schaft hat der­zeit drei Pho­to­vol­ta­ik-An­la­gen. Die­se be­fin­den sich auf den Dä­chern des Bür­ger­hau­ses Altheim, des Bür­ger­saals Kre­en­hein­stet­ten und der Klär­an­la­ge Thal­heim.

Die Idee, Zapf­säu­len für Elek­tro­au­tos zu er­stel­len, wur­de als der­zeit noch nicht mach­bar von Vor­stand und Auf­sichts­rat ein­ge­schätzt. Im An­schluss gab es für die in­ter­es­sier­ten Zu­hö­rer ei­nen Vor­trag der EnBW zum Pro­gramm „So­lar plus“. Mit Hil­fe von Spei­chern in den Häu­sern wird Ener­gie in neu­er Wei­se nutz­bar. Er­zeu­ger bil­den als Ge­mein­schaft ei­ne Ener­gy-Com­mu­ni­ty. Ener­gie ist da­mit auch an­dern­orts nutz­bar. Dies gilt für Pho­to­vol­ta­ik-An­la­gen bis 9,9 Ki­lo­watt peak.

Der­zeit be­tei­li­gen sich 82 Ge­nos­sen­schafts­mit­glie­der mit 1527 An­tei­len zu je 250 Eu­ro, was ei­ne Be­tei­li­gungs­sum­me von 381 750 Eu­ro ent­spricht. Der Bi­lanz­ge­winn 2016 liegt bei 15 016 Eu­ro. 2015 wa­ren es 17 310 Eu­ro. 2010 star­te­te die Bür­ger­ge­nos­sen­schaft mit 59 Grün­dungs­mit­glie­dern. Am So­lar­park Kre­en­hein­stet­ten ist sie mit 300 000 Eu­ro be­tei­ligt. Der Ver­trag soll in drei Jah­ren ver­län­gert wer­den.

FO­TO: PATRICK PLEUL/DPA

Der­zeit be­tei­li­gen sich 82 Ge­nos­sen­schafts­mit­glie­der mit 1527 An­tei­len.

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