Ga­b­ri­el kün­digt Ab­zug aus der Tür­kei an

Bun­des­tag soll über Ver­le­gung der Sol­da­ten ent­schei­den – Jor­da­ni­en als Al­ter­na­ti­ve

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ERSTE SEITE -

AN­KA­RA (AFP/ume) - Die Bun­des­wehr steht vor dem Ab­zug vom tür­ki­schen Stütz­punkt In­cir­lik. Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) schei­ter­te am Mon­tag in An­ka­ra mit sei­nem Ei­ni­gungs­ver­such über Be­suchs­rech­te für deut­sche Ab­ge­ord­ne­te und kün­dig­te den Ab­zug an. Die Bun­des­re­gie­rung will laut Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) mor­gen über den Fall ent­schei­den, die SPD dringt auf ei­nen schnel­len Bun­des­tags­be­schluss.

Kri­tik kam von der Grü­nen-Si­cher­heits­ex­per­tin Agnies­z­ka Brug­ger aus Ravensburg: „Die Bun­des­re­gie­rung hat sich mit ih­rem Spiel auf Zeit bla­miert und ist mit ih­rem Kurs der Gut­gläu­big­keit völ­lig ge­schei­tert.“Ro­de­rich Kie­se­wet­ter (CDU), der au­ßen­po­li­ti­sche Spre­cher der Uni­ons­frak­ti­on im Bun­des­tag, sag­te zur „Schwä­bi­schen Zei­tung“: „Die Ent­schei­dung, den Ab­zug nicht un­mit­tel­bar zu be­schlie­ßen und auf Di­plo­ma­tie zu set­zen, war rich­tig. Da­mit hat Deutsch­land de­mons­triert, wie ernst es die Bünd­nis­so­li­da­ri­tät nimmt. Ei­ne Ver­le­gung nach Jor­da­ni­en ist nun aber un­ab­wend­bar.“

Auf der Luft­waf­fen­ba­sis In­cir­lik sind 260 deut­sche Sol­da­ten mit sechs Auf­klä­rungs­flug­zeu­gen und ei­nem Tank­flug­zeug sta­tio­niert. Als Aus­weich­op­ti­on gilt der jor­da­ni­sche Mi­li­tär­flug­ha­fen Mu­waf­fak Sal­ti na­he der Stadt al-As­rak 80 Ki­lo­me­ter öst­lich der Haupt­stadt Am­man.

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