Schä­rer will ein ver­schärf­tes Straf­recht

Staats­se­kre­tär Krings zu Gast in Sig­ma­rin­gen – Flücht­lin­ge und Is­lam gro­ße The­men

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - SIGMARINGEN - Von Su­san­ne Grimm

SIG­MA­RIN­GEN - „Für Si­cher­heit sor­gen – Maß­nah­men zur Ver­bre­chens­be­kämp­fung“: Un­ter die­sem Ti­tel hat der Wahl­kreis­ab­ge­ord­ne­te Thomas Ba­reiß am Mitt­woch­abend in die Al­te Schu­le zu ei­ner öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tung ein­ge­la­den. Haupt­red­ner des Abends war der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär des In­nen­mi­nis­te­ri­ums Gün­ter Krings. Im An­schluss hat­ten die Zu­hö­rer Ge­le­gen­heit, Fra­gen an den Re­fe­ren­ten zu stel­len, den Thomas Ba­reiß als aus­ge­wie­se­nen Ex­per­ten der In­ne­ren Si­cher­heit vor­stell­te.

Ei­ne der Fra­gen be­traf den Is­lam­un­ter­richt in Be­zug auf die In­te­gra­ti­on. Ein vom tür­ki­schen Staat be­zahl­ter und be­stell­ter Imam, der oft kein oder nur un­zu­rei­chend deutsch spricht, sei bei­lei­be nicht der idea­le Mitt­ler zwi­schen deut­schem Staat und is­la­mi­schem Glau­ben. Krings mach­te deut­lich, dass die Re­li­gi­ons­frei­heit zu Deutsch­land ge­hö­re, wo­zu auch die Un­ter­wei­sung im je­wei­li­gen Glau­ben ge­hö­re. Al­ler­dings soll­te dies kon­trol­liert vor sich ge­hen, sprich in Deutsch und mög­lichst von ei­nem hier ge­bo­re­nen Leh­rer, so Krings. Ein sol­ches Ab­kom­men zwi­schen Staat und ei­ner Glau­bens­rich­tung, die es bei­spiels­wei­se mit den bei­den gro­ßen Kon­fes­sio­nen in Deutsch­land gibt, kön­ne aber nur mit ei­ner Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft ge­schlos­sen wer­den. Mit de­ren Ver­tre­tern könn­ten die In­hal­te des Un­ter­richts be­spro­chen und ver­ein­bart wer­den: „Ein kon­trol­lier­ter Re­li­gi­ons­un­ter­richt wie bei den Evan­ge­li­schen und Ka­tho­li­schen wä­re auch in Deutsch­land wün­schens­wert.“

Doch ge­be es den Is­lam be­tref­fend kei­ne Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten – auch DITIP sei kei­ne - mit de­nen ver­bind­li­che Re­ge­lun­gen ge­trof­fen wer­den könn­ten. Vor dem Hin­ter­grund der la­ten­ten Ra­di­ka­li­sie­rungs­ge­fahr, die auch von fa­na­ti­schen Pre­di­gern in Mo­sche­en aus­ge­he, for­mu­lier­te Krings kna­ckig: „Der Is­lam ist nicht das Pro­blem, der Is­lam hat ein Pro­blem.“Auch Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Klaus Bur­ger be­fand, dass im kon­trol­lier­ten Re­li­gi­ons­un­ter­richt ei­ne ech­te Chan­ce zur In­te­gra­ti­on lie­ge.

Bür­ger­meis­ter Thomas Schä­rer gab Krings den Auf­trag, in Ber­lin auf ei­ne Ver­schär­fung des Straf­rechts zu drän­gen: „Wir müs­sen die Mög­lich­keit ha­ben, re­ni­ten­te Be­woh­ner der Erst­auf­nah­me­stel­le zu sank­tio­nie­ren.“Laut Bun­des­ge­set­zen wür­de das nicht ge­hen, des­halb soll­ten ent­spre­chen­de Maß­nah­men ge­trof­fen wer­den. Ein­hei­mi­sche und Flücht­lin­ge soll­ten bei glei­chem Fehl­ver­hal­ten oh­ne Un­ter­schied be­straft wer­den kön­nen. Es kön­ne nicht sein, dass bei­spiels­wei­se bei ei­ner Sach­be­schä­di­gung an ei­nem ge­park­ten Au­to dem Hal­ter ge­sagt wer­den muss: „Tut mir Leid, das war ein Flücht­ling“, aber ein Ein­hei­mi­scher beim sel­ben De­likt zur Kas­se ge­be­ten wird.

Stadt­rat Ger­hard Stumpp, der sich von vor­ne­her­ein an der DDR-Vo­ka­bel stör­te, woll­te wis­sen, wo die CDU ih­re fa­vo­ri­sier­ten „Tran­sit­zo­nen“für Flücht­lin­ge ein­rich­ten wür­de, wie die aus­se­hen und funk­tio­nie­ren sol­len. Die­se „Vor­prü­fungs­zo­nen“, wie Krings sie um­be­nann­te, soll­ten in Grenz­nä­he ent­ste­hen, wo­bei je­doch kei­ne Zelt­städ­te, aber fes­te Un­ter­künf­te wie Con­tai­ner ge­plant sei­en. Hier sol­len die Asyl­su­chen­den ei­ner in­ten­si­ven Prü­fung un­ter­zo­gen wer­den, noch be­vor sie deut­schen Bo­den be­tre­ten. Erst bei An­er­ken­nung sol­len die Men­schen den CDU-Plä­nen zu­fol­ge auf die Bun­des­län­der ver­teilt wer­den, al­ler­dings oh­ne dass sie selbst die Wahl hät­ten. Krings be­grün­de­te dies mit der Ver­mei­dung von Ghet­to-Bil­dung in den Städ­ten und der Ge­fahr von Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten.

Krings als „glü­hen­der Eu­ro­pä­er“fän­de es rich­tig, eu­ro­pa­weit ein­heit­lich ge­gen den Ter­ror vor­zu­ge­hen, auch mit „nicht lu­pen­rei­nen De­mo­kra­ti­en“. Er be­zeich­ne­te den is­la­mis­ti­schen Ter­ror als „Krebs­ge­schwür des 21. Jahr­hun­derts“, der nur ge­mein­sam be­kämpft wer­den kön­ne – mit al­len Mit­teln, „bis hin zu Völ­ker­und Kriegs­recht“.

FO­TO: GRIMM

Der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär, Gün­ter Krings, be­zieht Stel­lung zu „hei­ßen“The­men.

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