Blas­mu­sik­freun­de fei­ern auf der Alb

Das Berg­fest des Mu­sik­ver­eins Ket­ten­a­cker dau­ert drei Ta­ge.

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ERSTE SEITE - Heinz Thumm

KET­TEN­A­CKER - Der Mu­sik­ver­ein Ket­ten­a­cker hat­te mit sei­nem 45. Berg­fest in die­sem Jahr end­lich ein­mal das gu­te Wet­ter auf sei­ner Sei­te. In gu­tem Zu­sam­men­halt schaff­ten die Mu­si­kan­ten und ei­ni­ge Freun­de die dif­fi­zi­le Vor­be­rei­tung für das Berg­fest. Mit mehr als 45 Mu­si­kan­ten hat der Ver­ein im Ver­hält­nis zur Ein­woh­ner­zahl ei­ne star­ke Trup­pe bei­ein­an­der. Seit Jah­ren hat sich der rüh­ri­ge Ver­ein im­mer wei­ter­ent­wi­ckelt und lie­fert in­zwi­schen mit sei­ner tra­di­tio­nel­len Blas­mu­sik ein volks­tüm­li­ches Pro­gramm auf ge­ho­be­nem Ni­veau ab.

An die­sem Wo­che­n­en­de küm­mer­ten sich die Mu­si­kan­ten nicht um No­ten und Me­lo­di­en. Beim all­jähr­li­chen Berg­fest sind al­le Hel­fer ge­for­dert, um die Gäs­te zu ver­wöh­nen und mit ei­nem ab­wechs­lungs­rei­chen Pro­gramm ein Dan­ke­schön zu sa­gen für lang­jäh­ri­ge Treue im und zum Ver­ein. Mu­si­ka­li­sche Un­ter­hal­tung leis­te­ten Mu­sik­ka­pel­len aus der Um­ge­bung.

Wie er­war­tet und ge­wünscht lock­te die „Zwei-Eu­ro-Par­ty“am Frei­tag gleich vie­le Be­su­cher ins Zelt. Bei gu­ter Stim­mung fei­er­ten die Gäs­te aus­ge­las­sen bis weit nach Mit­ter­nacht. Schnell wur­de am Sams­tag die kom­plet­te Ein­rich­tung mit Bier­ti­schen und -bän­ken auf­ge­baut und dann ge­müt­lich der „Obed Hock“er­war­tet. Und da ström­ten die Gäs­te schon am frü­hen Abend her­bei, denn der Mu­sik­ver­ein Dä­chin­gen mit sei­nen mehr als 60 Mu­si­kan­ten lock­te. Das Ober­stu­fen­or­ches­ter gilt über die Kreis­gren­zen hin­aus als ech­ter Stim­mungs­ma­cher.

Na­tür­lich darf bei ei­nem Mu­sik­abend auch der Fass­an­stich nicht feh­len. Un­ter der An­sa­ge von Bern­hard Volk vom Vor­stands­team des Mu­sik­ver­eins Ket­ten­a­cker er­öff­ne­ten der Gast­wirt und Ge­trän­ke­händ­ler Franz Han­ner zu­sam­men mit dem Ver­ein­seh­ren­mit­glied Ger­hard Neu­bur­ger mit zwei kräf­ti­gen Schlä­gen ganz rou­ti­niert das Fest. Und freu­dig hol­ten vie­le Be­su­cher ih­re ers­te Hal­be Bier als Frei­bier ab.

Nach dem Büh­nen­um­bau star­te­te dann die Blas­ka­pel­le Peng. Schon mehr­fach hat­te die­se Ka­pel­le in Ket­ten­a­cker auf­ge­spielt. Mit ih­rer böh­misch-mäh­ri­schen Blas­mu­sik mit bril­li­an­ten So­lo­ein­la­gen und ein­fühl­sa­mem Ge­sang er­reich­ten sie das Pu­bli­kum, das in­zwi­schen das gan­ze Zelt ge­füllt hat­te.

Der Di­ri­gent des Mu­sik­ver­eins Ket­ten­a­cker, Ar­thur Lam­par­ter, war auch beim Fest ein flei­ßi­ger Hel­fer. Au­ßer dem Mu­sik­ver­ein Ket­ten­a­cker di­ri­giert er auch die Stadt­ka­pel­le Hayingen und den Mu­sik­ver­ein Boms. Da­ne­ben lei­tet er ak­tu­ell noch ei­ne ei­ge­ne Mu­sik­schu­le. Für ihn ist es be­son­ders wich­tig, die in­di­vi­du­el­len No­ten der Ver­ei­ne zur Gel­tung zu brin­gen. Mehr­fach hat er die Ver­ei­ne auf Wer­tungs­spie­len vor­ge­stellt und da­bei je­weils gu­te Be­wer­tun­gen ein­ge­fah­ren.

Ro­bert Volk ist ein un­er­setz­li­cher Hel­fer

Ro­bert Volk ist ein her­aus­ra­gen­der Mu­si­ker und der Kü­chen­chef. Sei­ne mu­si­ka­li­sche Kar­rie­re star­te­te er an der Kla­ri­net­te, doch bald wech­sel­te er zum Flü­gel­horn, dem er bis heu­te treu ge­blie­ben ist. Vor Kur­zem wur­de Volk für 40 Jah­re ak­ti­ves Mit­wir­ken im Mu­sik­ver­ein Ket­ten­a­cker ge­ehrt. Er war 20 Jah­re zwei­ter Di­ri­gent, zehn Jah­re ers­ter Di­ri­gent, 20 Jah­re Aus­schuss­mit­glied. Ei­ne Her­aus­for­de­rung sieht er im Her­an­füh­ren der jun­gen Leu­te an die Mu­sik.

Für den Mu­sik­ver­ein ist er in ei­nem wei­te­ren Be­reich ein un­er­setz­li­cher Hel­fer: Als ge­lern­ter Metz­ger über­nahm er vor 35 Jah­ren die Kü­che beim Berg­fest und hat bis heu­te auch jähr­lich die Spei­se­kar­te zu­sam­men­ge­stellt. Ro­bert Volk setzt da­bei auf alt­be­währ­te Spei­sen von ho­her Qua­li­tät. Der Fest­sonn­tag ist ihm ganz be­son­ders wich­tig, dann kommt ein Es­sen mit be­son­de­rem Reiz auf den Tisch: Dies­mal gab es herr­lich duf­ten­den ge­füll­ten Schwei­ne­hals mit Spätz­le und So­ße, wahl­wei­se auch mit fri­schem Sa­lat und auf Wunsch auch mit Kar­tof­fel­sa­lat.

Auch Ute Hai­merl spielt im Mu­sik­ver­ein mit Be­geis­te­rung das Flü­gel­horn. Im Fest­zelt or­ga­ni­siert sie den Blu­men­schmuck. Aus dem hei­mat­li­chen Gar­ten bringt sie Blu­men al­ler Art mit und ar­ran­giert herr­li­che Ge­ste­cke. Über­all her bringt sie auch al­les mög­li­che De­ko­ra­ti­ons­ma­te­ri­al. Seit ei­ni­gen Jah­ren hel­fen die Mu­si­ker­kin­der beim Pflü­cken der Blu­men auf ei­ni­gen Wie­sen. „Blu­men schaf­fen ei­ne an­ge­neh­me At­mo­sphä­re“, sagt sie und strahlt mit den Blu­men um die Wet­te.

Bei strah­len­dem Son­nen­schein be­gann am Sonn­tag in der Früh der fei­er­li­che Zelt­got­tes­dienst, ze­le­briert von Pfar­rer Wolf­gang Dre­scher. Die mu­si­ka­li­sche Be­glei­tung über­nahm der Mu­sik­ver­ein In­ne­rin­gen. Die In­ne­rin­ger Mu­si­kan­ten ge­stal­te­ten dann auch noch den sonn­täg­li­chen Früh­schop­pen und er­freu­ten die Be­su­cher mit fein vor­ge­tra­ge­nen Wei­sen. Das wei­te­re Pro­gramm ge­stal­te­ten der Mu­sik­ver­ein Win­ter­lin­gen und die Stadt­ka­pel­le Hayingen. In der Zwi­schen­zeit hat­ten flei­ßi­ge Frau­en ih­re haus­ge­mach­ten Ku­chen zum Bü­fett auf­ge­baut. Ab 18 Uhr spiel­te dann der Mu­sik­ver­ein Wil­sin­gen auf und sorg­te für ei­nen all­seits ge­lun­ge­nen Fest­ab­schluss.

Der Ver­ein ist drin­gend auf die Ein­nah­men aus dem Fest zur Be­wäl­ti­gung der jähr­li­chen Aus­ga­ben an­ge­wie­sen. Vor al­lem die Neu­an­schaf­fung von In­stru­men­ten und Aus­bil­dung von Nach­wuchs­kräf­ten wer­den da­mit fi­nan­ziert. Dies­mal hat bei schöns­tem Wet­ter al­les bes­tens ge­klappt.

FOTO: TH

FO­TOS: HEINZ THUMM

Mu­sik­ver­ein Dä­chin­gen mit sei­nen mehr als 60 Mu­si­kan­ten lockt vie­le Be­su­cher ins Fest­zelt des Mu­sik­ver­eins Ket­ten­a­cker. Das Ober­stu­fen­or­ches­ter gilt über die Kreis­gren­zen hin­aus als ech­ter Stim­mungs­ma­cher.

Chef­koch Ro­bert Volk und sein er­folg­rei­ches Kü­chen­team.

Flei­ßi­ge Hel­fer schlep­pen gro­ße Ta­bletts mit köst­li­chen Spei­sen zu den Gäs­ten.

Ger­hard Neu­bur­ger (links) und Franz Han­ner ste­chen rou­ti­niert das Fest­bier­fass an, Ed­gar Han­ner (Mit­te) hält es kräf­tig fest.

Ute Hai­merl sorgt für den zünf­ti­gen Blu­men­schmuck.

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