Blei­ben dür­fen und ge­hen müs­sen

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - FERNSEHEN & FREIZEIT - Von Chris­ti­ne King

Die Asy­l­ent­schei­der (Di., Ar­te, 21.15 Uhr) –

Es ist kein leich­ter Job, den die 1800 Ent­schei­der des Bun­des­am­tes für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf) täg­lich ma­chen. Im­mer rich­tig zu ent­schei­den, ist fast un­mög­lich. Die Men­schen, die ih­nen ge­gen­über sit­zen, sind ängst­lich und ver­zwei­felt. Die Prü­fungs­si­tua­ti­on ist für nie­man­den leicht, aber ex­trem wich­tig, denn sie ent­schei­det über die Chan­ce auf ein neu­es Le­ben oder die Rück­kehr in Krieg und Ar­mut. Wer um Asyl bit­tet, muss hier glaub­haft ma­chen, in sei­ner Hei­mat ver­folgt wor­den zu sein. An­trag­stel­ler und Ent­schei­der sit­zen sich nur ein ein­zi­ges Mal ge­gen­über - die Ent­schei­der nut­zen au­ßer dem Ge­setz nur ih­ren ge­sun­den Men­schen­ver­stand.

Die Fil­me­ma­che­rin­nen San­dra Bu­des­heim und Sa­bi­ne Zim­mer stel­len zwei die­ser Ent­schei­der vor und zei­gen das Qua­li­fi­zie­rungs­zen­trum in Nürn­berg, wo neue Mit­ar­bei­ter auf ih­re Ar­beit in den Au­ßen­stel­len vor­be­rei­tet wer­den. In der Re­por­ta­ge kom­men au­ßer­dem auch Asyl­su­chen­de und ei­ne Rechts­an­wäl­tin zu Wort. Der Film gibt Ein­blick in den ge­sam­ten Ent­schei­dungs­pro­zess von der An­hö­rung bis zum Be­scheid und zeigt, dass es kei­ne Schnell­schüs­se sind, die zu „blei­ben dür­fen“oder „ge­hen müs­sen“füh­ren. Ei­ne se­hens­wer­te Re­por­ta­ge über Men­schen, die täg­lich gro­ße Po­li­tik für ein­zel­ne Men­schen um­set­zen müs­sen, über Zwän­ge und über Ge­rech­tig­keit.

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