Kos­ten­fal­le On­li­ne­ban­king

Ver­brau­cher­schüt­zer kla­gen vor dem Bun­des­ge­richts­hof we­gen Ex­tra­kos­ten

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - WIRTSCHAFT -

KARLSRUHE (dpa) - Ex­tra­ge­büh­ren beim On­li­ne­ban­king sind seit Di­ens­tag ein Fall für den Bun­des­ge­richts­hof (BGH). Et­li­che Bank­kun­den las­sen sich ih­re Trans­ak­ti­ons­num­mern (TAN) per SMS aufs Han­dy schi­cken – die Fra­ge ist, ob die In­sti­tu­te sie für die­sen Ser­vice zur Kas­se bit­ten dür­fen. Der Bun­des­ver­band der Ver­brau­cher­zen­tra­len hat stell­ver­tre­tend die Kreis­spar­kas­se Groß-Gerau ver­klagt. Dort kos­te­te das On­li­ne­kon­to zwei Eu­ro im Mo­nat. Zu­sätz­lich fie­len für je­de SMS-TAN zehn Cent an.

Kein Ein­zel­fall: Ge­naue Zah­len hat die Deut­sche Kre­dit­wirt­schaft als Zu­sam­men­schluss der Ban­ken­ver­bän­de zwar nicht. Aber nur ein Teil der In­sti­tu­te bie­tet das SMSTAN-Ver­fah­ren kos­ten­los an, wie Spre­cher Stef­fen Steu­del schil­dert. „Man­che Ban­ken sa­gen, fünf SMS im Mo­nat sind frei. Bei an­de­ren fällt ab der ers­ten SMS ein Be­trag an.“

Nach An­sicht der Ver­brau­cher­schüt­zer müss­te der Ver­sand in­klu­si­ve sein. Denn zum Schutz vor Be­trü­gern muss je­der Ban­king-Auf­trag zwin­gend durch Ein­tip­pen ei­ner TAN be­stä­tigt wer­den. „Das Ver­schi­cken der TAN ist aus un­se­rer Sicht kei­ne Ex­tra­leis­tung, son­dern ein not­wen­di­ger Vor­gang beim On­li­ne­ban­king“, sagt Ban­ken­ex­per­te Fran­kChris­ti­an Pau­li. Schließ­lich sei auch die Vor­stel­lung ab­surd, dass ein Ho­tel­gast ein Zim­mer bu­che und für je­des Be­nut­zen der Schlüs­sel­kar­te zu­sätz­lich Ge­büh­ren be­zah­len müs­se.

In der Ver­hand­lung brach­te BGHAn­walt Pe­ter Was­ser­mann für die Ver­brau­cher­zen­tra­len vor, dass Ban­ken den Ver­sand der Num­mern nicht un­ab­hän­gig von de­ren Ein­satz be­rech­nen dürf­ten. Es sei schließ­lich denk­bar, dass der Kun­de die emp­fan­ge­ne TAN gar nicht ver­wen­de, zum Bei­spiel weil er noch ei­nen Feh­ler in sei­nen An­ga­ben ent­deckt ha­be.

Sein Kon­tra­hent Rei­ner Hall be­ton­te, dass die von ihm ver­tre­te­ne Spar­kas­se da­mals fünf ver­schie­de­ne TAN-Ver­fah­ren an­ge­bo­ten ha­be – ein­zig die SMS sei kos­ten­pflich­tig ge­we­sen. Die Kun­den hät­ten al­so aus­rei­chend Gra­tis­al­ter­na­ti­ven ge­habt.

Die Karls­ru­her Rich­ter wol­len ihr Ur­teil am 25. Ju­li ver­kün­den. Nach den Wor­ten des Vor­sit­zen­den Rich­ters Hans-Ul­rich Joe­res hat der Se­nat bis­her kei­ne Ten­denz und will die Sa­che jetzt erst be­ra­ten.

FO­TO: DPA

Bun­des­ge­richts­hof in Karlsruhe.

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