Fau­ler Kom­pro­miss

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - WIRTSCHAFT - Von Andre­as Her­holz wirt­schaft@schwa­ebi­sche.de

Noch ei­ne Tran­che, noch ein wei­te­rer fau­ler Kom­pro­miss. Grie­chen­land er­hält wei­te­re Hil­fen. Ein­mal mehr wird die dro- hen­de Plei­te At­hens ab­ge­wen­det, neue Mil­li­ar­den ge­zahlt und da­mit Zeit ge­kauft. Die Pro­ble­me wer­den nicht ge­löst, son­dern nur auf­ge­scho­ben.

Ja, es gibt Fort­schrit­te. Doch von ei­nem kräf­ti­gen, nach­hal­ti­gen Wachs­tum ist das Land noch weit ent­fernt. Selbst der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds zwei­felt dar­an, dass oh­ne ei­ne glaub­wür­di­ge Stra­te­gie und ei­ne spür­ba­re Ent­las­tung die Schul­den­trag­fä­hig­keit Grie­chen­lands wie­der er­reicht wer­den kann. Dass die Grie­chen ih­re Mil­li­ar­den­dar­le­hen ir­gend­wann ein­mal an­nä­hernd voll­stän­dig zu­rück­zah­len wer­den kön­nen, glaubt ernst­haft nie­mand mehr.

Doch Mil­li­ar­den­ge­schen­ke für die Hel­le­nen, von de­nen sich im­mer noch vie­le ve­he­ment ge­gen not­wen­di­ge Re­for­men sper­ren, wür­den hier­zu­lan­de nicht mit star­kem Bei­fall be­dacht. So sorgt Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le zwar mit da­für, dass At­hen die Staats­plei­te ein­mal mehr er­spart bleibt, aber ei­ne gro­ße Lö­sung wird auf nach der Bun­des­tags­wahl ver­tagt. Der Schul­den­schnitt wird frü­her oder spä­ter kom­men, wenn auch an­ders ver­packt und mit ei­nem an­de­ren Eti­kett.

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