Ha­ne­manns Traum geht in Er­fül­lung

Handball-Zweit­li­gist HSG Kon­stanz freut sich im DHB-Po­kal auf Erst­li­ga-Sechs­ten Wetz­lar

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - REGHIONALSPORT - Von Andre­as Jo­as

KON­STANZ - Das ers­te Pflicht­spiel in der neu­en Sai­son wird ein ganz gro­ßes für die HSG Kon­stanz und vor al­lem Ju­nio­ren-Na­tio­nal­tor­wart Ste­fan Ha­ne­mann. In der ers­ten Run­de des DHB-Po­kals tritt die HSG am 19. Au­gust näm­lich ge­gen die HSG Wetz­lar an – den Ta­bel­len­sechs­ten der 1. Bun­des­li­ga und Ju­gend­ver­ein von Ste­fan Ha­ne­mann. Die zwei­te Par­tie des Vie­rer­tur­nie­res mit dem Ta­bel­len-14. der ab­ge­lau­fe­nen Zweit­li­ga-Sai­son vom Bo­den­see be­strei­ten Dritt­li­gist SG Kön­d­rin­gen-Te­nin­gen und Zweit­li­ga-Auf­stei­ger HC Elb­flo­renz Dres­den. Die Sie­ger der bei­den an ei­nem Spiel­ort aus­ge­tra­ge­nen Par­ti­en er­mit­teln am 20. Au­gust im Fi­na­le den Teil­neh­mer am Ach­tel­fi­na­le des DHB-Po­kals.

HSG-Prä­si­dent Ot­to Eblen freut sich nach der Aus­lo­sung ge­gen die Mit­tel­hes­sen vor al­lem für Ste­fan Ha­ne­mann, der eben erst sei­nen Ver­trag bei der HSG Kon­stanz um zwei Jah­re ver­län­gert hat­te – oh­ne Zweit­spiel­recht, nach­dem zu­vor das Erst­spiel­recht bei der HSG Wetz­lar lag. „Für Ste­fan ist das si­cher ein Traum, ge­gen die Pro­fis sei­nes Ex-Ver­eins spie­len zu dür­fen und zei­gen zu kön­nen, was er drauf­hat“, so Eblen wei­ter. Nach­dem Kon­stanz in den letz­ten Jah­ren nach Co­burg und Aue ge­reist war und je­weils ge­gen die gast­ge­ben­den Zweit­li­gis­ten an­tre­ten muss­te, liegt das Erst­zu­griffs­recht für die Aus­rich­tung der Vie­rer-Tur­nie­re, so die Handball-Bun­des­li­ga (HBL) heu­te Vor­mit­tag, an­ders als bis­lang bei den je­weils teil­neh­men­den klas­sen­tiefs­ten Ver­ei­nen. Falls die Aus­rich­tung ab­ge­lehnt wird, geht das Heim­recht auf ei­nen an­de­ren Teil­neh­mer über.

So dürf­te die SG Kön­d­rin­gen-Te­nin­gen sich über den Heim­vor­teil freu­en, zu­mal die HSG Kon­stanz in die­sem Jahr oh­ne­hin nicht für die Aus­rich­tung in Fra­ge kä­me. Vor­aus­sicht­lich von 17. Ju­li bis 18. Au­gust wer­den Sa­nie­rungs­maß­nah­men in der Schänz­le-Sport­hal­le durch­ge­führt. So be­kommt die Heim­spiel­stät­te der HSG ei­nen neu­en Hal­len­bo­den mit farb­lich ab­ge­setz­ten Tor­räu­men und auch der Foy­er- und Ein­gangs­be­reich wer­den re­no­viert. Ein an­de­rer Zei­t­raum war laut Kon­stan­zer Sport­amt nicht zu be­kom­men. Eblen: „Der neue Bo­den ist drin­gend nö­tig und wich­tig für uns, über die schnel­le Rea­li­sie­rung freu­en wir uns sehr, in­so­fern könn­ten wir den DHBPo­kal oh­ne­hin nicht aus­rich­ten.“

So freut sich der HSG-Prä­si­dent über die Zu­tei­lung des lang­jäh­ri­gen süd­ba­di­schen Ri­va­len SG Kön­d­rin­gen-Te­nin­gen und geht, da man im Breis­gau in der Ver­gan­gen­heit dem SHV- und DHB-Po­kal stets ho­he Prio­ri­tät ein­räum­te, von ei­ner Aus­tra­gung in Te­nin­gen aus. „Für uns wä­re dies auch ei­ne tol­le Sa­che, uns in Süd­ba­den prä­sen­tie­ren zu kön­nen. Wir se­hen uns schließ­lich als Ver­tre­ter Süd­ba­dens in der 2. Bun­des­li­ga und A-Ju­gend-Bun­des­li­ga und wol­len den Ver­band dort gut ver­tre­ten.“

Star­ke Wetz­la­rer Sai­son

Al­ler­dings könn­te die Auf­ga­be kaum schwe­rer sein. Mit 41:27 Punk­ten und Platz sechs hat die Mann­schaft von Wetz­lar-Trai­ner Kai Wand­schnei­der ei­ne sen­sa­tio­nel­le Sai­son hin­ter sich. Wand­schnei­der wur­de zu­dem zum Trai­ner der Sai­son in der 1. Bun­des­li­ga ge­wählt, Rück­raum­spie­ler Phil­ipp We­ber mit 224 Tref­fern Tor­schüt­zen­kö­nig der Eli­te­klas­se. Ste­fan Ha­ne­manns Smart­pho­ne glüh­te je­den­falls di­rekt nach der Aus­lo­sung. „Wahn­sinn, al­le ha­ben mir ge­schrie­ben: St­jo­pa, Kon­stanz spielt ge­gen Wetz­lar. Im Mo­ment geht mir noch we­nig durch den Kopf, ich kann das noch nicht rich­tig rea­li­sie­ren“, schüt­tel­te der 21-Jäh­ri­ge fas­sungs­los den Kopf: „Ein su­per­schwe­res Los und har­tes Brett für uns gleich im ers­ten Spiel. Auf dem Pa­pier ha­ben wir kaum ei­ne Chan­ce, aber im Sport ist al­les mög­lich.“

Der Ju­nio­ren-Na­tio­nal­tor­wart setzt nach sei­nem star­ken Come­back nach ei­ner lan­gen Ver­let­zungs­pau­se auf „ei­nen schlech­ten Tag“beim Geg­ner, wäh­rend bei der HSG al­les funk­tio­nie­ren müs­se. „Mein Traum war es, dort ein­mal zu spie­len, jetzt bin ich stolz, dass wir es uns mit der HSG Kon­stanz ver­dient ha­ben, ge­gen solch ei­nen Hoch­ka­rä­ter an­tre­ten zu dür­fen. Das er­lebt man nicht al­le Ta­ge. Ich wer­de rich­tig heiß auf die­ses Du­ell sein.“Er sei gu­ter Din­ge und fragt selbst­be­wusst: „Vor was soll­ten wir Angst ha­ben? Al­le Teams be­fin­den sich zu die­sem Zeit­punkt in der Fin­dungs­pha­se und je­der er­war­tet ei­nen kla­ren Wetz­la­rer Er­folg. Wir sind un­be­re­chen­bar und wol­len Wetz­lar so gut es geht är­gern.“Hoff­nung macht ihm ein Blick zu­rück in die ers­te Run­de des DHB-Po­kals im Jahr 2015/16, als Wetz­lar im Erst­run­den-Tur­nier ge­gen Co­burg mit 25:26 ver­lo­ren hat­te, nach­dem Kon­stanz zu­vor Co­burg im Halb­fi­na­le des­sel­ben Tur­niers sehr un­glück­lich mit 24:25 un­ter­le­gen war. „Wir sind kla­rer Au­ßen­sei­ter, aber wir ha­ben auch ei­ne klei­ne Chan­ce auf den Lu­cky Punch. Wenn nicht dort, wann dann?“

ARCHIVFOTO: PE­TER PISA

Ste­fan Ha­ne­mann darf im DHB-Po­kal mit Kon­stanz ge­gen sei­nen Ex-Club Wetz­lar ran.

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