Rä­te strei­ten über ei­nen Bal­ken, der ver­fault sein soll

Stadt Het­tin­gen lässt Fuß­gän­ger­brü­cke sa­nie­ren – Gut­ach­ter muss noch­mals kom­men

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ALB/LAUCHERT -

IN­NE­RIN­GEN (vr) - Die Fuß­gän­ger­brü­cke zum Spiel­platz im Wie­sen­tal be­kommt dem­nächst ei­nen Wet­ter­schutz­an­strich. Dies hat der Ge­mein­de­rat in jüngs­ter Sit­zung ein­stim­mig be­schlos­sen. In der Dis­kus­si­on be­haup­te­te Ge­mein­de­rat Jo­hann Wal­ter Wolf, dass der Hand­lauf der Brü­cke ver­fault sei. Er kri­ti­sier­te die Sa­nie­rung als hin­aus ge­schmis­se­nes Geld. Ei­ne er­neu­te Be­gut­ach­tung er­gab je­doch, dass der Bal­ken völ­lig in Ord­nung ist, weil er vor ei­ni­gen Jah­ren er­setzt wor­den ist.

Bür­ger­meis­te­rin Dag­mar Kus­ter er­in­ner­te zu­nächst dar­an, dass al­le Brü­cken im Stadt­ge­biet auf ih­ren Zu­stand un­ter­sucht wor­den sind und die not­wen­di­gen Sa­nie­rungs­maß­nah­men von dem Gut­ach­ter de­fi­niert wur­den. Nun wol­le die Ver­wal­tung mit der Brü­cke be­gin­nen, de­ren Sa­nie­rung am güns­tigs­ten ist: Bei der Fuß­gän­ger­brü­cke rei­che nach 20 Jah­ren ein Wet­ter­schutz­an­strich. So wur­de die Maß­nah­me be­schränkt aus­ge­schrie­ben. Von den neun an­ge­frag­ten Fir­men reich­ten zwei ein An­ge­bot ein. Das güns­tigs­te An­ge­bot war von der In­ne­rin­ger Fir­ma Ro­land Grom zum Preis von 7806 Eu­ro. Der Ge­mein­de­rat ver­gab den Auf­trag.

Käm­me­rer Wer­ner Lei­pert er­klär­te, die­se Maß­nah­me sei ei­ne Un­ter­hal­tungs­maß­nah­me. Im Haus­halt stün­den 50 000 Eu­ro da­für zur Ver­fü­gung, die Mit­tel sei­en aber be­reits durch ver­schie­de­ne Maß­nah­men zur Un­ter­hal­tung von Stra­ßen auf­ge­braucht. So wer­de die Sa­nie­rung der Fuß­gän­ger­brü­cke über­plan­mä­ßig fi­nan­ziert. Nach den Fe­ri­en wer­de er ei­nen Nach­trags­haus­halt vor­le­gen, kün­dig­te der Käm­me­rer an.

Ge­mein­de­rat Hol­ger Boh­ner frag­te nach, ob die Brü­cke seit ih­rer Er­stel­lung tat­säch­lich nicht mehr ge­stri­chen wor­den ist. Dies be­stä­tig­te Käm­me­rer Lei­pert. Es ent­wi­ckel­te sich ei­ne kon­tro­ver­se De­bat­te über die Ma­ler­ar­bei­ten an der Brü­cke. Ge­mein­de­rat Jo­hann Wal­ter Wolf kri­ti­sier­te die Maß­nah­me: „Wenn es sich um ei­ne Auf­trags­sum­me von 2000 Eu­ro han­deln wür­de, wä­re es mir egal. Aber 8000 Eu­ro sind hier hin­aus ge­schmis­se­nes Geld. Es ist nur ei­ne op­ti­sche Auf­wer­tung, mehr nicht“, sag­te er. Der obe­re Bal­ken – der Hand­lauf – sei ver­fault. Das ha­be er vor drei Jah­ren schon ge­sagt, dann ha­be man ein Blech drauf ge­macht. Das An­strei­chen brin­ge nichts, 8000 Eu­ro sei­en zu viel, die Brü­cke hal­te durch die­sen An­strich kein Jahr län­ger, be­haup­te­te er.

Brü­cke wur­de be­gut­ach­tet

Käm­me­rer Lei­pert gab zu be­den­ken, dass die Brü­cke von ei­nem Gut­ach­ter an­ge­schaut wor­den ist, der den Wet­ter­schutz­an­strich emp­foh­len ha­be. Wolf for­der­te, dass statt die­ser Fuß­gän­ger­brü­cke die Stoll­beck­brü­cke, die vie­le Schlag­lö­cher ha­be, sa­niert wer­de. Bür­ger­meis­te­rin Kus­ter er­klär­te, dies sei eben­falls ge­plant, doch ge­he es hier um Sa­nie­rungs­kos­ten in Hö­he von rund 350 000 Eu­ro. Die be­an­trag­ten Zu­schüs­se sei­en in die­sem Jahr nicht be­wil­ligt wor­den, so ha­be sie die Sa­nie­rung auf das nächs­te Jahr ver­scho­ben. „Wenn die Fuß­gän­ger­brü­cke mit ei­nem Wet­ter­schutz­an­strich noch­mal 15 Jah­re hält, bin ich zu­frie­den“, sag­te sie. Die ei­ne Brü­cke ha­be nichts mit der an­de­ren zu tun, doch die Sa­nie­rung der Stoll­beck­brü­cke sei ei­ne ganz an­de­re Num­mer.

Wolf ließ nicht lo­cker: Der Gut­ach­ter ha­be das Blech nicht ab­ge­nom­men. Er selbst ha­be aber ge­nau­er hin­ge­schaut: Die Bal­ken sei­en faul. Auf An­re­gung von Hol­ger Boh­ner und Ger­hard Spriß­ler wur­de der Be­schluss zur Sa­nie­rung mit der Vor­ga­be ge­fasst, die Brü­cke vor­ab noch­mals un­ter die Lu­pe zu neh­men. Das ge­schah gleich am Tag da­nach, und auf An­fra­ge der „Schwä­bi­schen Zei­tung“sag­te Käm­me­rer Lei­pert: „Der Bal­ken un­ter dem Blech ist vor rund vier Jah­ren kom­plett er­neu­ert wor­den, und erst da­nach wur­de das Blech auf­ge­bracht. Er ist al­so in ei­nem gu­ten Zu­stand und muss nicht er­neu­ert wer­den.“

FO­TO: STADT­VER­WAL­TUNG

Ei­ne Blech­ver­klei­dung schützt die Pfos­ten und Bal­ken der Wie­sen­talB­rü­cke.

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