La­den­dieb­stahl führt zu Be­wäh­rungs­stra­fe

30-Jäh­ri­ger ver­ur­teilt – Fil­me im Dro­ge­rie­markt ge­stoh­len

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MENGEN/GÖGE/SCHEER -

MEN­GEN/SIG­MA­RIN­GEN (ck) – We­gen Dieb­stahls ist ein 30-jäh­ri­ger Mann aus Men­gen vom Amts­ge­richt Sig­ma­rin­gen zu ei­ner sechs­mo­na­ti­gen Frei­heits­stra­fe auf Be­wäh­rung ver­ur­teilt wor­den. Rich­te­rin Na­di­ne Zie­her sah es als er­wie­sen an, dass der An­ge­klag­te im Fe­bru­ar 2016 in ei­nem Sig­ma­rin­ger Dro­ge­rie­markt Film-Blu-rays ge­stoh­len hat.

Der Hin­weis ei­ner Ver­käu­fe­rin des Dro­ge­rie­markts, die den 30-Jäh­ri­gen Ta­ge nach dem Vor­fall zu­fäl­lig wäh­rend ei­ner Zug­fahrt als den­je­ni­gen wie­der­er­kann­te, der im Dro­ge­rie­markt mut­maß­lich Blu-rays ge­stoh­len hat­te, führ­te die Po­li­zei auf die Spur des An­ge­klag­ten (die Schwä­bi­sche Zei­tung be­rich­te­te). Nun beim Fort­set­zungs­ter­min trat ein Po­li­zist als Zeu­ge auf. Er be­rich­te­te, dass bei der Durch­su­chung des Zim­mers des An­ge­klag­ten zahl­rei­che Blu-rays zum Vor­schein ka­men. „Ich den­ke, um die 100 Fil­me wa­ren es be­stimmt“, schätz­te der Po­li­zist. Ein Groß­teil der Blu-rays sei noch ori­gi­nal­ver­packt ge­we­sen. „Das war auf­fal­lend“, sag­te der Po­li­zist. Auch Rich­te­rin Zie­her nahm die­sen Punkt auf. Ins­ge­samt sei­en 156 Blu-rays ge­fun­den wor­den, da­von noch 81 ori­gi­nal­ver­packt, prä­zi­sier­te sie. „War­um ha­ben Sie ein­ge­pack­te Fil­me?“, frag­te sie den An­ge­klag­ten. Doch der woll­te dar­auf nicht ant­wor­ten: „Das ist ei­ne an­de­re Ge­schich­te“, ant­wor­te­te er aus­wei­chend. Er er­gänz­te, dass nicht al­le der ge­fun­de­nen Blu-rays ihm ge­hö­ren wür­den, oh­ne wei­ter Ein­zel­hei­ten zu nen­nen. Ei­gent­lich war vor­ge­se­hen, dass der An­ge­klag­te, der oh­ne Rechts­an­walt vor Ge­richt auf­trat, Nach­wei­se vor­legt, wo­her er die Blu-rays be­kom­men hat­te. Doch der An­ge­klag­te leg­te kei­ne Nach­wei­se vor. „Das hät­te Sie ent­las­tet“, mein­te Rich­te­rin Zie­her.

Sie ver­las die Vor­stra­fen des An­ge­klag­ten. So wur­de er ein­mal we­gen Be­lei­di­gung, ein­mal we­gen Be­trug und ein wei­te­res Mal we­gen Dieb­stahl je­weils zu ei­ner Geld­stra­fe ver­ur­teilt. Beim letz­te­ren Fall ging es um den Dieb­stahl von DVDs.

Ein­schlä­gig vor­be­straft

Die Ver­tre­te­rin der Staats­an­walt­schaft be­an­trag­te in ih­rem Plä­doy­er ei­ne Frei­heits­stra­fe von sechs Mo­na­ten auf Be­wäh­rung. Der An­ge­klag­te sei ein­schlä­gig vor­be­straft, be­merk­te sie. Die Be­wäh­rungs­zeit sol­le drei Jah­re be­tra­gen, au­ßer­dem sol­le dem An­ge­klag­ten ein Be­wäh­rungs­hel­fer zur Sei­te ge­stellt wer­den, for­der­te sie wei­ter. Auch sol­le der An­ge­klag­te 400 Eu­ro Geld­bu­ße be­zah­len. Die Staats­an­wäl­tin war da­von über­zeugt, dass der An­ge­klag­te die Blu-rays nicht sam­mel­te, son­dern wei­ter­ver­kauf­te. Wer ei­nen Groß­teil sei­ner Blu-rays ori­gi­nal­ver­packt auf­be­wah­re, der sei aus ih­rer Sicht je­mand, der wei­ter­ver­kau­fen wol­le, mein­te sie. Der An­ge­klag­te wie­der­um blieb in sei­nem Schluss­wort da­bei: „Ich ha­be mit dem Dieb­stahl nichts zu tun.“

Zie­her folg­te weit­ge­hend dem An­trag der Staats­an­walt­schaft und sprach ei­ne sechs­mo­na­ti­ge Frei­heits­stra­fe auf Be­wäh­rung aus. Die Be­wäh­rungs­zeit leg­te sie auf drei Jah­re fest und be­stimm­te, dass ein Be­wäh­rungs­hel­fer dem An­ge­klag­ten zu­ge­teilt wird. Auch muss der An­ge­klag­te 60 St­un­den an ge­mein­nüt­zi­gen Ar­bei­ten leis­ten. In ih­rer Ur­teils­be­grün­dung sprach sie von ei­nem „klas­si­schen Dieb­stahl“des An­ge­klag­ten. „Ih­re An­ga­ben wur­den durch die Zeu­gin wi­der­legt“, sa­ge die Rich­te­rin zum An­ge­klag­ten. „Es gibt ir­gend­wel­che Hin­ter­män­ner, die Sie ver­su­chen zu schüt­zen.“Sie sprach von ge­werbs­mä­ßi­gem Dieb­stahl. „Es gibt kei­ne Geld­stra­fen mehr bei so ei­nem Ver­hal­ten“, sag­te sie. Der An­ge­klag­te be­kom­me ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe, aber nur, weil er bis­her kei­ne Frei­heits­stra­fe ge­habt ha­be. „Ich hof­fe, dass Sie das be­ein­druckt, so­dass Sie die­sen Mist sein las­sen“, sag­te sie. Ge­gen das Ur­teil kann der An­ge­klag­te Be­ru­fung ein­le­gen.

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