Recht­lich ge­deckt

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) nimmt beim Auf­tritts­ver­bot für Er­do­gan auch Be­zug auf die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te im März klar­ge­stellt, dass aus­län­di­sche Re­gie­rungs­mit­glie­der we­der nach dem Grund­ge­setz noch nach dem Völ­ker­recht An­spruch auf ei­nen Auf­tritt ha­ben. Soll­ten Po­li­ti­ker „in amt­li­cher Ei­gen­schaft und un­ter In­an­spruch­nah­me ih­rer Amts­au­to­ri­tät“auf­tre­ten wol­len, hin­gen sie im­mer von der aus­drück­li­chen oder still­schwei­gen­den Zu­stim­mung der Re­gie­rung ab. Dies er­ge­be sich aus Ar­ti­kel 32 des Grund­ge­set­zes, der be­sagt: „Die Pfle­ge der Be­zie­hun­gen zu aus­wär­ti­gen Staa­ten ist Sa­che des Bun­des.“Wenn sich ein Po­li­ti­ker als Di­plo­mat in Deutsch­land auf­hält und des­sen Pri­vi­le­gi­en und Im­mu­ni­tät ge­nießt, greift zu­dem das Wie­ner Über­ein­kom­men über di­plo­ma­ti­sche Be­zie­hun­gen. Deutsch­land könn­te „oh­ne An­ga­be von Grün­den“je­man­den zur „Per­so­na non gra­ta“– al­so zur un­er­wünsch­ten Per­son – er­klä­ren. Bis­her hat Ber­lin aus di­plo­ma­ti­schen Grün­den auf Auf­tritts­ver­bo­te ver­zich­tet. (dpa)

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