Mi­nis­te­rin Hend­ricks macht Part­ne­rin Hei­rats­an­trag

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Gö­ring-Eckardt. Ein­dring­lich wen­det sich der CDU-Ab­ge­ord­ne­te Jan-Mar­co Lucz­ak an sei­ne ei­ge­ne Frak­ti­on, wirbt für das Ja zur Ho­mo­Ehe: „Kein Kind wird we­ni­ger ge­bo­ren, nur weil es Schwu­len und Les­ben auch mög­lich ist zu hei­ra­ten.“Un­ter den 75 Ab­ge­ord­ne­ten aus der Uni­on, die schließ­lich mit Ja stim­men, sind Kanz­ler­amts­chef Pe­ter Alt­mai­er, Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en und Prä­si­di­ums­mit­glied Jens Spahn (al­le CDU). Spahn twit­tert an­schlie­ßend stolz, aus der Uni­on sei­en mehr Ja-Stim­men ge­kom­men als je­weils von Grü­nen und Link­s­par­tei.

Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der hat­te für ein Nein ge­wor­ben: Für ihn sei die Ehe „ei­ne Ver­bin­dung von Mann und Frau“. Auch wenn Chris­ten zu an­de­ren Über­zeu­gun­gen kom­men könn­ten: „Ich wür­de das aus Ge­wis­sens­grün­den nie un­ter­schrei­ben.“CSU-Lan­des­grup­pen­che­fin Ger­da Has­sel­feldt nann­te die Ehe ei­ne „Ge­mein­schaft von Mann und Frau, aus der Kin­der ge­bo­ren wer­den“. Die Ehe müs­se „die Keim­zel­le der Ge­sell­schaft und der Grund­ord­nung un­se­res Staa­tes“blei­ben und dür­fe nicht ge­öff­net wer­den. Denn „Un­glei­ches ist nun mal nicht gleich“.

Ul­li Köp­pe, der jun­ge Mann, der die Kanz­le­rin mit sei­ner Fra­ge beim „Bri­git­te“-Talk aus der Re­ser­ve ge­lockt und die Ket­ten­re­ak­ti­on da­mit in Gang ge­setzt hat­te, sitzt mit sei­nem Freund auf der Be­su­cher­tri­bü­ne. „Das ist für uns ein sehr be­we­gen­der Mo­ment“, sagt er. „Mein Le­ben ist da­bei zu ex­plo­die­ren.“Wann sein Freund und er hei­ra­ten wol­len, ste­he noch nicht ganz fest. „Aber lan­ge wer­den wir jetzt nicht mehr war­ten.“ BER­LIN (dpa) - Kurz nach dem Bun­des­tags­be­schluss zur „Ehe für al­le“hat Um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD, Fo­to: dpa) ih­rer Part­ne­rin öf­fent­lich ei­nen Hei­rats­an­trag ge­macht. „Wir ha­ben uns am 22. Ok­to­ber 2010 ver­part­nert“, sag­te Hend­ricks am Frei­tag in Ber­lin. „Dann könn­ten wir die ers­ten sie­ben Jah­re rum­brin­gen und dann am 22. Ok­to­ber hei­ra­ten.“Vor­her pas­se es we­gen des Wahl­kampfs nicht. Hend­ricks hat­te sich En­de 2013 bei­läu­fig in ei­nem In­ter­view ge­ou­tet und ge­sagt, dass sie mit ih­rer Le­bens­part­ne­rin Sil­ves­ter fei­ern wer­de. Sie ken­ne sie be­reits seit fast 20 Jah­ren.

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