End­lich ha­ben wir ein gro­ßes Es­zett

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - SIGMARINGEN - Von Chris­toph Wartenberg

Vor ge­rau­mer Zeit gab es ei­ne glor­rei­che Recht­schreib­re­form, bei der Mil­lio­nen zum Fens­ter hin­aus­ge­wor­fen wur­den, weil nicht al­le die neu­en Re­geln be­folg­ten, dar­un­ter auch Buch- und Zei­tungs­ver­la­ge, nicht nur recht­schreib­schwa­che Schü­ler. Da gab es dann so sinn­rei­che Krea­tio­nen wie Hei, um den be­kann­ten Knor­pel­fisch vom ja­pa­ni­schen Ja (Hai) ab­zu­gren­zen. Nach­dem das al­les schief­ge­gan­gen ist, wur­den ei­ni­ge Än­de­run­gen zu­rück­ge­nom­men oder als Al­ter­na­ti­ve an­ge­bo­ten. Wer im Du­den nach­schlug, fand meis­tens ei­ne So­wohl-als-auch-Re­ge­lung.

Jetzt ist un­se­ren Hü­tern der Recht­schrei­bung mal ein rech­ter Ge­nie­streich ge­lun­gen. Künf­tig gibt es das gro­ße Es­zett, auch Scharf-S ge­nannt. Das freut na­tür­lich un­se­re Re­dak­teu­re ganz be­son­ders, denn künf­tig kön­nen wir im Sei­ten­kopf wie­der ganz nor­mal Meß­kirch schrei­ben und bei Meß­stet­ten ent­fällt auch das drei­fa­che S. Das er­spart nicht nur für ei­nen Buch­sta­ben die Dru­cker­schwär­ze, son­dern trägt auch zur Be­wah­rung der lo­ka­len Iden­ti­tät der Meß­kir­cher und Meß­stet­ter bei.

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