Fa­mi­li­en­fest steht im Zei­chen von Mar­tin Lu­ther

Ma­ria­ber­ger Tag mit dem Schwer­punkt Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ALB/LAUCHERT - Von Ga­b­rie­le Lo­ges

MARIABERG - Das tra­di­tio­nel­le Fa­mi­li­en­fest hat in Mariaberg er­neut zahl­rei­che Gäs­te an­ge­zo­gen. Spiel und Spaß für die Jüngs­ten so­wie Es­sen und ge­sel­li­ges Bei­sam­men­sein stan­den im Vor­der­grund, aber auch die Ar­beit und die Idee der dia­ko­ni­schen Ein­rich­tung ka­men nicht zu kurz. Am Ma­ria­ber­ger Tag la­den die Be­woh­ner ih­re Fa­mi­li­en ein. Auch bei be­deck­tem Him­mel herrsch­te im Gam­mer­tin­ger Stadt­teil auf dem Berg ein über­aus bun­tes Trei­ben.

Gut be­sucht war am Mor­gen der Got­tes­dienst im Zelt. Vor­stand Rü­di­ger Böhm be­grüß­te auch im Na­men des Vor­stands Micha­el Sachs die Gäs­te. Als Mot­to stell­te er im Mar­tinLu­ther-Jahr die ers­ten bei­den Zei­len sei­nes Lieds vor­an: „Ein fes­te Burg ist un­ser Gott, ein gu­te Wehr und Waf­fen. Er hilft uns frei aus al­ler Not, die uns jetzt hat be­trof­fen.“Das Bild auf der Ein­la­dung zeig­te eben­falls ei­ne Burg. Der Schü­ler Fa­bi­an Na­car­kah­ja hat es im Künst­ler­ate­lier ge­malt. Mariaberg steht kon­kret auf ei­nem Berg und ist für vie­le Men­schen ei­ne „fes­te Burg“. „Heu­te am Ma­ria­ber­ger Tag wol­len wir Ma­ria­ber­ger, Mit­ar­bei­ter so­wie Kin­der, Schü­ler, Aus­zu­bil­den­de und Ein­woh­ner mit Ih­nen, un­se­ren Gäs­ten, ins Ge­spräch kom­men“, so Böhm.

Der Fest­got­tes­dienst mit Pfar­rer Hans Hep­pen­hei­mer wur­de vom Pro­jekt­chor un­ter der Lei­tung von Hans-Chris­toph Bit­zer so­wie der Blä­se­rei Mariaberg un­ter der Lei­tung von Ats­u­ko Ka­wa­ka­mi un­ter­stützt. De­kan Mar­cus Kei­nath ging in sei­ner Pre­digt auf die Schrit­te des Men­schen ein. Sie sei­en gut für die Ge­sund­heit und wür­den doch als In­stru­men­te zur Selbst­op­ti­mie­rung den Men­schen zwang­haft fremd­steu­ern. Ein Smart­pho­ne be­deu­te eben nicht Frei­heit: „Christ­li­che Frei­heit ist der zwei­te Schritt, nach­dem Gott den ers­ten ge­macht hat.“Zu der per­sön­li­chen Frei­heit kom­me die ge­sell­schaft­li­che und es gel­te, da­für ein­zu­ste­hen: „Frei­heit der Ver­samm­lung, der Be­richt­er­stat­tung, der Re­li­gi­on – sie ver­ste­hen sich nicht von sel­ber und sind auch nicht ein­fach da.“

Im An­schluss stell­te Dr. Mar­tin Men­zel das Fach­kran­ken­haus für Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie und -psy­cho­the­ra­pie vor und führ­te durch die Schul- und Wohn­räu­me. Erst seit 1968 gibt es die Ju­gend­psych­ia­trie als ei­ge­nes Fach­ge­biet. Ak­tu­ell gibt es nur 2259 Ju­gend­psych­ia­ter. Da­bei neh­men die psy­chi­schen Stö­run­gen bei Kin­der und Ju­gend­li­chen zu und lie­gen bei mehr als 20 Pro­zent ei­nes Jahr­gangs. Der Lei­ter des Fach­kran­ken­hau­ses nann­te die Ri­si­ko­fak­to­ren und be­ton­te, dass in vie­len Fäl­len Hil­fe und er­folg­rei­che The­ra­pie mög­lich ist. Mariaberg hat auf die­sem Ge­biet ei­ne Ver­sor­gungs­pflicht für den Zol­ler­nalb-Kreis und ei­nen gro­ßen Teil des Land­krei­ses Sig­ma­rin­gen. Be­reits im „Struw­wel­pe­ter“sei­en die Krank­heits­bil­der be­schrie­ben, so Men­zel, und Zu­hö­rer Klaus Ho­mann er­gänzt: „und lei­der falsch be­han­delt.“

Es gibt vie­le An­ge­bo­te

Drau­ßen lock­ten in­zwi­schen vie­le Stän­de mit un­ter­schied­lichs­tem Es­sen oder Kaf­fee und Ku­chen. Das Ate­lier von Ger­not Bi­zer bot Kunst zum Stau­nen und In­ter­pre­tie­ren. Im Fest­zelt spiel­te der Mu­sik­ver­ein Gam­mer­tin­gen. Wer woll­te, durf­te sich als Mar­tin Lu­ther ver­klei­den. Die Kin­der freu­ten sich auf der Wie­se über zwei klei­ne Schwei­ne und ei­ne stol­ze Hen­ne im Kä­fig. Sie konn­ten ei­ne Seil­rutsche ge­nie­ßen oder an der Wand hoch­klet­tern. Im Klos­ter­hof bil­de­te sich ei­ne lan­ge Schlan­ge, denn vie­le Kin­der woll­ten auf dem Tram­po­lin ein­mal ganz hoch hin­aus. Da­ne­ben gab es ein afri­ka­nisch-tem­pe­ra­ment­vol­les Trom­mel­kon­zert. In der Turn­hal­le be­zau­ber­te der Zir­kus „Ku­ulet­ti“un­ter der Lei­tung von Jür­gen Sey­bold und Hund Josch­ka die Zu­schau­er.

Im Schluss­wort be­ton­te Klaus Ho­mann, Vor­sit­zen­der des Stif­tungs­rats Mariaberg und De­kan im Ru­he­stand, noch ein­mal den Geist des Ta­ges: „Mariaberg ist ei­ne fes­te Burg, die schützt und in­di­vi­du­ell – nicht nach Sche­ma F – ge­baut ist.“

FO­TO: GA­B­RIE­LE LO­GES

Für Kin­der und Er­wach­se­ne gibt es beim Ma­ria­ber­ger Tag ei­ne gan­ze Rei­he von un­ter­halt­sa­men An­ge­bo­ten.

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