We­ber: „Not­falls die Waf­fe in die Hand neh­men“

Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der EVP im Eu­ro­pa­par­la­ment will die eu­ro­päi­schen Au­ßen­gren­zen bes­ser si­chern

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - SIGMARINGEN - Von Chris­toph War­ten­berg

SIG­MA­RIN­GEN - Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Tho­mas Ba­reiß (CDU) hat als Gast in sei­nem Wahl­kreis Man­fred We­ber (CSU), den Vor­sit­zen­den der EVP-Frak­ti­on im Eu­ro­pa­par­la­ment, emp­fan­gen. Bei ei­nem Pres­se­ge­spräch im Ca­fé See­los war auch der Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te aus Würt­tem­berg-Ho­hen­zol­lern, Nor­bert Lins (CDU), beim Wahl­kampf­ter­min zu­ge­gen.

Die EVP-Frak­ti­on ist der Zu­sam­men­schluss der christ­de­mo­kra­ti­schen Par­tei­en im Eu­ro­pa­par­la­ment und da­mit die größ­te Frak­ti­on. Die CDU/CSU stellt mit 34 Ab­ge­ord­ne­ten die meis­ten EVP-Mit­glie­der im Par­la­ment. We­ber ist seit 2014 Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der. Ba­reiß freu­te sich, „ei­nen der mäch­tigs­ten Män­ner des Eu­ro­pa­par­la­ments“in sei­nem Wahl­kreis be­grü­ßen zu kön­nen. Zu­vor hat­te Bür­ger­meis­ter Schä­rer den Ab­ge­ord­ne­ten im Rat­haus die Si­tua­ti­on in Sig­ma­rin­gen ge­schil­dert. We­ber ging auf die Haupt­auf­ga­ben ein, de­nen sich Eu­ro­pa ge­gen­über­sieht. Das ist zum ei­nen die wei­te­re wirt­schaft­li­che Er­ho­lung und der Zu­sam­men­halt der Uni­on. „Der of­fe­ne Bin­nen­markt ist die Grund­la­ge un­se­res Wohl­stands“, sag­te er. Beim Br­ex­it müs­se klar­ge­macht wer­den, wer die EU ver­las­se, kön­ne nicht von de­ren Vor­tei­len pro­fi­tie­ren. Fer­ner gel­te es, die enor­me Ar­beits­lo­sig­keit von Ju­gend­li­chen in Sü­d­eu­ro­pa zu be­kämp­fen, um wei­te­re so­zia­le Span­nun­gen zu ver­mei­den.

Ein Kern­the­ma für die eu­ro­päi­schen Staa­ten ist wei­ter­hin die Flücht­lings­pro­ble­ma­tik. Hier gel­te es zu­nächst, die eu­ro­päi­schen Au­ßen­gren­zen zu si­chern. „Da­für müs­sen wir not­falls die Waf­fe in die Hand neh­men“, sag­te We­ber und ver­wies da­bei auf das Mit­tel­meer vor Li­by­en, wo qua­si ein rechts­frei­er Raum be­ste­he, den die Ma­fia und die Schlep­per­ban­den nutz­ten. Die EU-Staa­ten müss­ten schon an den Gren­zen fest­stel­len, wer ei­ne Be­rech­ti­gung für Asyl ha­be. Für die­se Men­schen ge­be es dann auch ei­ne Be­reit­schaft zur Hil­fe.

Or­bán wer­de ein­len­ken

Über­dies müs­se man die Ver­tei­lung der Flücht­lin­ge eu­ro­pa­weit or­ga­ni­sie­ren. Das Ver­hal­ten des un­ga­ri­schen Re­gie­rungs­chefs Vik­tor Or­bán, des­sen Par­tei auch zur EVP ge­hört und der kei­ne Flücht­lin­ge auf­neh­men will, sei nur ein Aus­rei­zen sei­ner Mög­lich­kei­ten. Am En­de wer­de er ein­len­ken. Auch die drei an­de­ren der so­ge­nann­ten Vi­se­grád-Staa­ten (Po­len, Tsche­chi­en und Slo­wa­kei) wä­ren in die­sem Zu­sam­men­hang noch zu nen­nen. Man ha­be Or­bán auch schon den Frak­ti­ons­aus­schluss an­ge­droht. Al­ler­dings sei­en die Vi­se­grád-Staa­ten auch wirt­schaft­lich für die EU enorm wich­tig.

Um­so mehr gel­te es, die eu­ro­päi­schen Au­ßen­gren­zen vor ei­nem un­kon­trol­lier­ten Zu­zug zu schüt­zen und mit Län­dern wie Ita­li­en, Grie­chen­land oder Spa­ni­en, die am meis­ten von der An­kunft von Flücht­lin­gen be­trof­fen sei­en, So­li­da­ri­tät zu üben. Da­zu ge­hö­re auch, den Men­schen in Afri­ka ei­ne Le­bens­per­spek­ti­ve auf ih­rem Kon­ti­nent zu bie­ten.

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