Oa­se für den Rück­zug nach der Show

Alex­an­dra Gei­ger und Ani­ta Hof­mann kön­nen ihr schö­nes Heim nur sel­ten ge­nie­ßen

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MESSKIRCH - Von Chris­toph War­ten­berg

IGELSWIES - Auf we­ni­ge könn­te der eng­li­sche Aus­spruch „My ho­me is my Cast­le - Mein Haus ist mei­ne Burg“bes­ser zu­tref­fen als auf Alex­an­dra Gei­ger und Ani­ta Hof­mann. Die bei­den Künst­le­rin­nen, bei ih­ren Fans als Ge­schwis­ter Hof­mann be­kannt, sind fast das gan­ze Jahr un­ter­wegs, für Auf­trit­te, Vi­de­os, CD-Ein­spie­lun­gen und vie­les mehr. Da brau­chen sie für die we­ni­gen frei­en Ta­ge ei­nen Rück­zugs­ort, an dem sie sich rich­tig wohl­füh­len, wo sie sich ent­span­nen kön­nen und wo sie sa­gen „Ich bin zu Hau­se“.

Das An­we­sen der Ge­schwis­ter liegt im Meß­kir­cher Teil­ort Igelswies an er­höh­ter Stel­le und bie­tet ei­nen traum­haf­ten Aus­blick über das Ablach­tal. Wenn man im Som­mer die Au­gen auf den grü­nen Wie­sen und Fel­dern ru­hen lässt, möch­te man tief durch­at­men und fühlt, wie al­les leich­ter wird. „Ei­gent­lich scha­de, dass der Raum mit die­sem herr­li­chen Aus­blick so sel­ten ge­nutzt wird“, sagt Alex­an­dra Gei­ger. Die Ge­schwis­ter sind ge­ra­de für ein paar Ta­ge in ih­rem Heim, aber selbst da geht die Ar­beit wei­ter.

Das Haus ist näm­lich zu­gleich der Sitz der Fir­ma Hof­mann, die in­zwi­schen ei­ne Gm­bH ist. Hier lau­fen die Fä­den zu­sam­men, hier wird für Tanz­num­mern und In­stru­men­ten­spiel ge­übt, wer­den Auf­trit­te und Me­di­en­prä­senz ge­plant. Nicht zu­letzt be­fin­det sich im Haus auch das La­ger für Klei­der, Schu­he und In­stru­men­te. Es ist noch al­les vor­han­den aus der fast drei Jahr­zehn­te dau­ern­den Kar­rie­re der Schwes­tern, dar­un­ter die vie­len Klei­der, die Mut­ter Lisl Hof­mann al­le ge­näht hat. „Wir ha­ben ein sehr be­leb­tes Jahr hin­ter uns, so­zu­sa­gen 100 000 Volt“, sagt Ani­ta in An­spie­lung auf den Na­men der Tour­nee, die hin­ter ih­nen liegt.

Das Haus ist drei­ge­teilt. In der Mit­te liegt der Ge­mein­schafts­be­reich, ein gro­ßer, sich über zwei Eta­gen er­stre­cken­der zen­tra­ler Wohn­raum mit ei­nem süd­län­di­schen Holz­ofen, Sitz­ge­le­gen­hei­ten und ei­nem Blick in den Gar­ten. Die Ecke für die zahl­rei­chen Prei­se und Aus­zeich­nun­gen, die die Schwes­tern er­hal­ten ha­ben, müss­te wohl dem­nächst mal aus­ge­baut wer­den, der Platz wird knapp. Ob gol­de­ne Schall­plat­ten, kris­tal­le­ne Sie­ges­tro­phä­en oder zwei gol­de­ne Main­zel­männ­chen vom ZDF, es sieht ähn­lich aus, die der Schrank ei­nes Sport­idols. Und wenn man das Ar­beits­pen­sum der bei­den Schwes­tern er­fährt, dann ist der Ver­gleich gar nicht so falsch, denn das ist sport­lich.

Der Pri­vat­be­reich ist ta­bu

Die Trep­pe führt hin­auf in den Ar­beits­be­reich. Hier ist ein gro­ßes Bü­ro mit zwei Com­pu­ter­ar­beits­plät­zen, ei­ne Spie­gel­wand für Tanz­übun­gen und das De­pot für die ak­tu­el­len Out­fits. In bei­den Eta­gen fin­det man über­dies ei­ne un­über­schau­ba­re An­zahl von Schall­plat­ten und CDs. Und nicht zu­letzt ge­hen hier die Tü­ren ab zu den pri­va­ten Wohn­be­rei­chen von Alex­an­dra und Ani­ta, die al­ler­dings für neu­gie­ri­ge Re­por­ter ta­bu sind. „Ir­gend­wo muss ja auch mal das ganz Pri­va­te be­gin­nen“, sagt Ani­ta.

Denn vom Pri­va­ten bleibt bei den bei­den Ge­s­angs­stars nicht all­zu viel üb­rig. „Wir ma­chen im Prin­zip fast al­les al­lei­ne“, sagt Alex­an­dra. Die Schwes­tern ha­ben die Ar­beit auf­ge­teilt, Ani­ta küm­mert sich um die Aus­rüs­tung, Alex­an­dra um das Pro­gramm. „Wir ha­ben vie­le Pro­jek­te par­al­lel lau­fen“, sagt Ani­ta, „zur­zeit stel­len wir un­se­re neue CD ,Haut­kon­tak­te’ fer­tig, das ist rich­tig viel Ar­beit.“Aber da­bei bleibt es nicht. Hun­der­te von Mails sind zu le­sen, Fan­post zu be­ant­wor­ten und der­glei­chen mehr.

Und nicht zu­letzt gibt es auch die Fa­mi­lie. „Wir ha­ben das gan­ze Haus selbst ge­baut, un­ser Va­ter Sepp ist Ar­chi­tekt und kann mau­ern, wir ha­ben Ver­wandt­schaft aus Süd­ti­rol, die im Bau­ge­wer­be ist, mein Mann Dietmar ist Elek­tri­ker, in der gan­zen Ver­wandt­schaft gibt es al­le Ar­ten von Hand­wer­kern, bis auf ganz we­ni­ge Din­ge war und bleibt al­les in der Fa­mi­lie“, sagt Alex­an­dra. Der Va­ter und die Mut­ter be­sor­gen den gro­ßen Gar­ten, Dietmar Gei­ger und sein Schwie­ger­va­ter füh­ren Re­pa­ra­tu­ren aus und die El­tern woh­nen auch im Haus da­ne­ben. Ge­ra­de baut Opa Sepp für die En­kel Da­ni­el und Da­vid ein sü­ßes klei­nes Gar­ten­häus­chen.

Alex­an­dras bei­de Kin­der sind, so­lan­ge sie nicht zur Schu­le gin­gen, mit auf Tour­nee ge­gan­gen. Jetzt blei­ben sie na­tür­lich zu Hau­se, um zu ler­nen. „Sie sol­len so nor­mal wie mög­lich auf­wach­sen, sie sol­len in mir die Ma­ma, nicht die Sän­ge­rin se­hen“, sagt Alex­an­dra. Und wenn sie in ih­rem Heim ist, will sie auch ganz für ih­re Söh­ne da sein. Dann gibt es auch mal was Be­son­de­res. „Neu­lich ha­ben wir den Fern­se­her in den Gar­ten ge­räumt und abends Open-Air-Ki­no ge­macht. Es gab ,Ein Schwein­chen na­mens Ba­be’“.

Mit die­sem Bei­trag ist die Se­rie „So woh­nen wir“be­en­det. Al­le Bei­trä­ge un­ter

FO­TOS: CHRIS­TOPH WAR­TEN­BERG

Ani­ta (links) und Alex­an­dra ge­nie­ßen im zen­tra­len Ge­mein­schafts­be­reich ih­res Hau­ses ei­nen frei­en Tag und ei­ne Tas­se Kaf­fee.

An ei­nem der Lieb­lings­or­te, im gro­ßen Gar­ten.

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