An Be­trü­ger ver­lo­re­nes Geld von Steu­er ab­setz­bar

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - GELD & SERVICE -

MÜN­CHEN (dpa) - Wer an ei­nen Be­trü­ger Geld ver­liert, kann den Ver­lust zu­min­dest in be­stimm­ten Fäl­len von der Steu­er ab­set­zen. Das teil­te Deutsch­lands höchs­tes Fi­nanz­ge­richt, der Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen, mit. Ein an­ge­hen­der Vil­len­be­sit­zer hat­te ei­nem be­trü­ge­ri­schen Grund­stücks­mak­ler Bar­geld in der An­nah­me über­ge­ben, dass die­ser da­mit den Kauf­preis für das Grund­stück samt Ge­bäu­de be­zahlt. Statt­des­sen aber ver­wen­de­te der Mak­ler das Geld für sich. Den Ver­lust kön­ne der Ge­täusch­te bei den Wer­bungs­kos­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung ab­zie­hen, ent­schie­den die Rich­ter. Al­ler­dings nur, wenn er ne­ben dem Kauf des Ge­bäu­des von vorn­her­ein auch zur Ver­mie­tung ent­schlos­sen ge­we­sen sei.

Denn steu­er­recht­lich sind die an­tei­lig auf ein zur Fremd­ver­mie­tung be­stimm­tes Ge­bäu­de ent­fal­len­den An­schaf­fungs­kos­ten als Wer­bungs­kos­ten ab­zieh­bar. Sie kön­nen nor­ma­ler­wei­se aber nicht so­fort, son­dern nur ge­streckt über meh­re­re Jah­re ab­ge­setzt wer­den. „An­ders ist dies, wenn die Ge­gen­leis­tung nicht er­bracht wird, wenn es al­so ent­we­der nicht zur Her­stel­lung des Ge­bäu­des oder nicht zur An­schaf­fung kommt. In die­sem Fall sind die ver­geb­lich auf­ge­wand­ten Be­trä­ge so­fort in vol­ler Hö­he als vor­ab ent­stan­de­ne Wer­bungs­kos­ten ab­zieh­bar“, heißt es in dem Ur­teil.

FO­TO: DPA

Wer an ei­nen be­trü­ge­ri­schen Mak­ler ge­rät, kann den Ver­lust bei den Wer­bungs­kos­ten ab­zie­hen.

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