Frü­he­rer Wehr­chef löscht zu Hau­se Brand

Auf­kom­men­des Feu­er ist auch ein Test für die Rauch­mel­der in dem Het­tin­ger Wohn­haus

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ALB/LAUCHERT - Von Ga­b­rie­le Lo­ges

HET­TIN­GEN - Der frü­he­re Het­tin­ger Feu­er­wehr­kom­man­dant Max St­ein­le hat in sei­nem Wohn­haus ei­nen Brand lö­schen kön­nen, be­vor die­ser sich zu ei­ner Ge­fahr für das ge­sam­te Haus ent­wi­ckel­te. Gleich­zei­tig konn­te er sei­ne Rauch­mel­der tes­ten. Seit­her ist er über­zeugt: „Rauch­mel­der kön­nen Le­ben ret­ten.“

Um die Mit­tags­zeit ging Max St­ein­le in den Hei­zungs­kel­ler. Als der Rent­ner die Tü­re auf­mach­te, war der klei­ne Raum vol­ler Rauch, es roch nach ver­schmor­tem Dämm­ma­te­ri­al: „Ich bin froh, dass ich so glück­lich da­zu­ge­kom­men bin.“Auf dem Bo­den stand zu­fäl­lig ein Ei­mer mit Was­ser. Da­mit lösch­te er die bren­nen­de Heiz­krei­s­pum­pe. Be­reits mit dem Öff­nen der Tü­re zog der Rauch in den Flur und lös­te in bei­den Stock­wer­ken die Rauch­mel­der aus. Sei­ne Frau hör­te das un­an­ge­neh­me Ge­räusch, ob­wohl sie ge­ra­de beim Staub­sau­gen war: „Es ist ein ganz selt­sa­mer ho­her Ton, ich ha­be erst ge­sucht, was es sein könn­te, aber dann sah ich den Rauch.“

Hei­zung war frisch ge­war­tet

Die Hei­zung ist schon seit Jah­ren in Be­trieb und wur­de frisch ge­war­tet, der Ka­min­keh­rer war kurz zu­vor da und hat­te nichts be­an­stan­det. Ei­gent­lich hät­te nichts pas­sie­ren dür­fen. Aber die Tü­cke liegt im Ob­jekt. Der orts­an­säs­si­ge Hei­zungs­bau­er wech­sel­te in­zwi­schen den Mo­tor aus. Nach ei­ner gro­ßen Putz­ak­ti­on ist wie­der al­les in Ord­nung. Aber, so der Hei­zungs­bau­er: „Je­der­zeit kann je­der elek­tri­sche Mo­tor ei­nen Kurz­schluss bil­den, auch To­as­ter oder Dun­st­ab­zugs­hau­ben.“Ge­nau des­halb sei ein Rauch­mel­der le­bens­ret­tend. Auch sol­le man die­se re­gel­mä­ßig prü­fen, denn wenn der Ak­ku leer ist, muss er aus­ge­tauscht wer­den.

Ge­re­gelt ist die Rauch­mel­d­er­pflicht der Lan­des­bau­ord­nung für Ba­den-Würt­tem­berg (LBO): „Auf­ent­halts­räu­me, in de­nen be­stim­mungs­ge­mäß Per­so­nen schla­fen, so­wie Ret­tungs­we­ge von sol­chen Auf­ent­halts­räu­men in der­sel­ben Nut­zungs­ein­heit sind je­weils mit min­des­tens ei­nem Rauch­warn­mel­der aus­zu­stat­ten. Die Rauch­warn­mel­der müs­sen so ein­ge­baut oder an­ge­bracht wer­den, dass Brand­rauch früh­zei­tig er­kannt und ge­mel­det wird.“Es gibt je­doch kei­ne Kon­trol­len und kei­ne Buß­gel­der in Ba­denWürt­tem­berg. Den­noch kann der Be­sit­zer im Fall ei­nes Scha­dens, vor al­lem mit Per­so­nen, an­ge­klagt wer­den oder Schwie­rig­kei­ten mit der Ver­si­che­rung be­kom­men. Es ist eben­falls ein Un­ter­schied, ob es sich um ein Ei­gen­heim han­delt oder um ein öf­fent­li­ches Ge­bäu­de.

Bernd Fried­rich, Ab­tei­lungs­kom­man­dant der Het­tin­ger Feu­er­wehr, hält es ge­ra­de nach dem Groß­brand im Het­tin­ger Sä­ge­werk für be­son­ders wich­tig, der Rauch­mel­d­er­pflicht nach­zu­kom­men: „Der Rauch­mel­der weckt die Schla­fen­den, des­halb müs­sen Schlaf­räu­me und der Flucht­weg von dort ins Freie Rauch­mel­der ha­ben.“Teu­er sind die Ge­rä­te, auch zum Nach­rüs­ten, nicht.

„Schlaf­räu­me und Flucht­we­ge nach drau­ßen müs­sen Rauch­mel­der ha­ben“, sagt Bernd Fried­rich, der Het­tin­ger Ab­tei­lungs­kom­man­dant.

FO­TOS: GL

Die de­fek­te Um­wälz­pum­pe hät­te beih­nache ei­nen Wohn­haus­brand aus­ge­löst. Der Het­tin­ger Max St­ein­le konn­te aber recht­zei­tig ein­grei­fen.

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