Furcht in Ja­pan vor Feu­er­a­mei­sen

Ag­gres­si­ve In­sek­ten durch Han­dels­schif­fe ein­ge­schleppt

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - WISSEN - Von Lars Ni­co­lay­sen

TO­KIO (dpa) - In Ja­pan geht die Furcht vor ein­ge­schlepp­ten Ro­ten Feu­er­a­mei­sen um. Nach­dem die bis zu sechs Mil­li­me­ter gro­ßen ag­gres­si­ven In­sek­ten in meh­re­ren ja­pa­ni­schen Hä­fen wie Ko­be und To­kio ent­deckt wor­den wa­ren, wur­den rund ein Dut­zend der Tiere nun auch in ei­ner La­ger­hal­le in ei­ner Stadt im Lan­des­in­ne­ren aus­ge­macht.

Ta­ka­hi­ro Mu­ra­ka­mi, Amei­sen­ex­per­te der Uni­ver­si­tät Kyus­hu, mahn­te die Bür­ger in ei­nem Bei­trag für Ja­pans größ­te Ta­ges­zei­tung „Yo­mi­uri Shim­bun“zur Ru­he. Die Wahr­schein­lich­keit, von sol­chen Amei­sen ge­bis­sen zu wer­den und dar­an zu ster­ben, sei ge­ring. Die Amei­sen in­ji­zie­ren ein Gift in die Beiß­stel­le. Die Haut wird rot und brennt, es bil­den sich Pus­teln. Ge­fähr­lich ist dies vor al­lem für All­er­gi­ker.

Im jüngs­ten Fall steck­ten die Feu­er­a­mei­sen in ei­ner vom Hafen der Stadt Na­go­ya in die Stadt Ka­su­gai trans­por­tier­ten Con­tai­ner­la­dung. Die Tiere wur­den ver­nich­tet und die La­dung ent­sorgt. Ak­ti­en von Fir­men für In­sek­ten­ver­nich­tungs­mit­tel leg­ten zu. Wo­her die in Ja­pan bis­lang ent­deck­ten Amei­sen stam­men, ist noch un­klar. Es ge­be aber Ver­mu­tun­gen, dass sie aus Süd­chi­na nach Ja­pan ge­lang­ten, so Mu­ra­ka­mi.

Ur­sprüng­lich aus Süd­ame­ri­ka stam­mend wa­ren Ro­te Feu­er­a­mei­sen (So­len­op­sis in­vic­ta) an­fangs ver­mut­lich auf ei­nem Fracht­schiff in den Sü­den der USA ge­langt. In den ers­ten Jahr­zehn­ten des 20. Jahr­hun­derts brei­te­ten sie sich lokal aus. Dann star­te­ten die Tiere durch welt­wei­ten Han­del und Tou­ris­mus ih­ren Sie­ges­zug um gro­ße Tei­le der Welt, dar­un­ter Chi­na, Hong­kong, Ma­cao, Tai­wan, Aus­tra­li­en und Neu­see­land.

FO­TO: SCOTT BAU­ER/WIKICOMMONS

Die Ro­te Feu­er­a­mei­se (So­len­op­sis in­vic­ta).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.