Ei­sen­bahn­brü­cke im Schmei­en­tal wird er­neu­ert

Denk­mal­schutz stellt sei­ne Be­den­ken zu­rück und ge­neh­migt den Ab­riss der al­ten Brü­cke

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - SIGMARINGEN -

SIG­MA­RIN­GEN (chw) - Nach­dem es zu­nächst Be­den­ken we­gen des Denk­mal­schut­zes ge­ge­ben hat­te, darf die Ei­sen­bahn­brü­cke über die Schmeie bei Ober­schmei­en auf der Stre­cke Sig­ma­rin­gen – Tü­bin­gen nun doch ab­ge­ris­sen und durch ei­ne neue Brü­cke er­setzt wer­den. Der Bau- und Pla­nungs­aus­schuss hat die­se Plä­ne der DB-Netz-AG zur Kennt­nis ge­nom­men.

Die Stahl­brü­cke stammt aus dem Jahr 1878 und in­zwi­schen zeigt der Stahl Er­mü­dungs­er­schei­nun­gen. Da die Brü­cke ein Kul­tur­denk­mal ist, muss­ten zur Beur­tei­lung der Si­tua­ti­on ver­schie­de­ne Gut­ach­ten er­stellt wer­den. Bei ei­ner Sa­nie­rung wür­de die Rest­nut­zungs­zeit 15 Jah­re, bei ei­nem Neu­bau 25 Jah­re dau­ern. Au­ßer­dem wür­den für die sa­nier­te Brü­cke Ge­schwin­dig­keits- und Last­be­schrän­kun­gen so­wie häu­fi­ge­re Über­prü­fun­gen gel­ten.

„Die Be­trach­tungs­wei­se des Denk­mal­am­tes hat sich ge­än­dert“, er­läu­ter­te Mar­kus Beck vom Bau­rechts­amt. Man se­he in­zwi­schen nicht mehr nur das ein­zel­ne Bau­werk, son­dern die gan­ze Stre­cke und da gel­te es auch fest­zu­stel­len, ob das Bau­werk orts- oder land­schafts­prä­gen­den Cha­rak­ter ha­be. Dies sei bei der Brü­cke über die Schmeie nicht der Fall. Da­her ha­be das Denk­mal­amt sei­ne Be­den­ken zu­rück­ge­stellt und die Ge­neh­mi­gung für Ab­riss und Neu­bau ge­ge­ben. Die neue Brü­cke soll durch ei­nen fach­werk­ar­ti­gen Cha­rak­ter der Sei­ten­trä­ger op­tisch an die al­te Brü­cke er­in­nern. Die Län­ge wird 44,10 Me­ter (alt 42,40), die Wei­te 28,5 Me­ter (alt eben­falls 28,5 Me­ter) be­tra­gen. Beid­sei­tig wird es Rand­we­ge mit Ab­sturz­si­che­rung von 80 Zen­ti­me­tern Brei­te ge­ben.

Der Bau­aus­schuss ist be­reits seit 2011 mit die­sem Pro­jekt be­fasst. Der Bau­be­ginn ist für Fe­bru­ar 2019 vor­ge­se­hen, die Ge­samt­bau­zeit wird auf neun Mo­na­te ver­an­schlagt. Die Bahn­stre­cke muss für ei­nen Zei­t­raum ge­sperrt wer­den. Auf die Fra­ge aus dem Gre­mi­um, wie lan­ge das dau­ern könn­te, er­klär­te Stadt­bau­meis­ter Tho­mas Ex­ler: „Die Bahn ver­schiebt in der Re­gel das fer­ti­ge Bau­werk an die Stel­le des al­ten, so dass die Stre­cken­un­ter­bre­chung re­la­tiv kurz sein dürf­te.“

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