Ju­gend­be­tei­li­gung soll wei­ter ge­dei­hen

Ne­ben 14er-Rä­ten soll es wei­te­re For­men der Par­ti­zi­pa­ti­on Ju­gend­li­cher im Kreis ge­ben

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von An­na-Lena Buch­mai­er

KREIS SIG­MA­RIN­GEN - Die Ar­beit der 14-er-Rä­te im Kreis Sig­ma­rin­gen ent­wi­ckelt sich sehr er­folg­reich. In sie­ben Ge­mein­den ha­ben 131 Ju­gend­li­che in ins­ge­samt 166 Sit­zun­gen zehn Pro­jek­te er­folg­reich um­ge­setzt, 15 wei­te­re sind in Ar­beit. Ab­ge­bro­chen wur­den le­dig­lich drei Pro­jek­te. Das geht aus ei­nem Be­richt von Diet­mar Un­ter­ri­cker von der Kreis­ju­gend­agen­tur Ju­max her­vor, der am Mitt­woch im Ju­gend­hil­fe­aus­schuss des Kreis­tags vor­ge­stellt wur­de. Zu­dem soll die Ju­gend­be­tei­li­gung im Land­kreis Sig­ma­rin­gen aus­ge­baut wer­den. Dar­an an­ge­schlos­sen wur­de den Kreis­rä­ten ei­ne Hand­lungs­emp­feh­lung für Ein­rich­tun­gen und Ver­ei­ne vor­ge­stellt. Die 14er-Rä­te wur­den in den ver­gan­ge­nen an­dert­halb Jah­ren ge­zielt in Ge­mein­den ein­ge­rich­tet, weil laut Un­ter­ri­cker in Städ­ten oft­mals ei­ne of­fe­ne Ju­gend­ar­beit vor­han­den ist. So sol­len auch auf dem Land die In­ter­es­sen der Ju­gend Ge­hör fin­den. In den 14er-Rat er­gän­zen­den Ju­gendhea­rings sol­len die Vor­schlä­ge al­ler Ju­gend­li­chen und Er­wach­se­nen vor­ge­bracht wer­den. Au­ßer­dem plant das Land­rats­amt Se­mi­na­re in den Fe­ri­en für Ju­gend­li­che – bei­spiels­wei­se zur Kom­mu­nal­po­li­tik so­wie Fort­bil­dun­gen für Mit­ar­bei­ter.

15 Pro­jek­te an­ge­regt

Mit 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro För­der­mit­teln aus dem Bun­des­för­der­pro­jekt „Land (auf)Schwung“wur­den im Kreis Sig­ma­rin­gen 15 Pro­jek­te an­ge­regt, die den länd­li­chen Raum nach­hal­tig stär­ken sol­len. 1,4 Mil­lio­nen Eu­ro wur­den schon in­ves­tiert. Un­ter an­de­rem wur­den in sie­ben Ge­mein­den 14er-Rä­te eta­bliert, al­so Gre­mi­en der Ju­gend­be­tei­li­gung für 14-Jäh­ri­ge. Die Ar­beit der Ju­gend­li­chen wur­de nun im Aus­schuss vor­ge­stellt. Zu­dem wur­de be­kannt ge­ge­ben, dass 750 000 Eu­ro wei­te­re För­der­mit­tel bis En­de 2018 in den Kreis flie­ßen. Nach En­de der För­der­pe­ri­ode von „Land(auf)Schwung“will sich der Kreis noch­mals be­wer­ben.

Ju­gend blickt über den Tel­ler­rand

„Da steckt viel Ar­beit drin“, sagt Diet­mar Un­ter­ri­cker in Be­zug auf die 14er-Rä­te. Die Mo­ti­va­ti­on für die The­men kom­me von den Ju­gend­li­chen selbst. Die Ju­gend­li­chen bli­cken, so Un­ter­ri­cker, auch über den Tel­ler­rand, be­schäf­ti­gen sich nicht nur mit Pro­jek­ten für die ei­ge­ne Al­ters­grup­pe, son­dern regen bei­spiels­wei­se ei­ne Kin­der­be­treu­ung an oder wol­len ih­ren Ort mit ei­ner Frei­zeit­an­la­ge für Je­der­mann ver­schö­nern. Die Op­ti­mie­rung von Bus­fahr­plä­nen, die Ein­rich­tung von Ju­gend­räu­men oder Ska­ter­an­la­gen so­wie Be­tei­li­gun­gen an Frei­zei­ten, Alt­klei­der­samm­lun­gen oder Dorf­fes­ten – sol­che The­men be­schäf­ti­gen die Ju­gend im Kreis. „Wir sind über­rascht über die The­men“, so Un­ter­ri­cker. So sei­en die 14-Jäh­ri­gen in Scheer in­ter­es­siert an ei­ner Füh­rung durchs Schloss oder der Ein­rich­tung ei­ner Eis­die­le. Auch Pro­jek­te, die ver­wor­fen wer­den muss­ten, sei­en für die Ju­gend­li­chen ei­ne wert­vol­le Er­fah­rung: „In In­zig­kofen konn­te kein Trink­was­ser­brun­nen in­stal­liert wer­den, weil der Durch­lauf ge­ring und die Keim­be­las­tung zu hoch ge­we­sen wä­re. Die Ein­rich­tung ei­nes Rad­wegs um den Illmensee wä­re nicht mög­lich, weil das Grund­stück im Pri­vat­be­sitz ist, ei­ne Ju­gend­feu­er­wehr in En­gels­wies schei­ter­te an der Be­treu­ung. Der Rest wur­de oder wird er­folg­reich um­ge­setzt.“

Laut Un­ter­ri­cker pro­fi­tie­ren Ju­gend wie Ge­mein­de: Die Ju­gend­li­chen wür­den Ver­ant­wor­tung über­neh­men und an Selbst­be­wusst­sein gewinnen, die Ge­mein­de kann ih­re At­trak­ti­vi­tät ver­bes­sern und so der Ab­wan­de­rung jun­ger Men­schen ent­ge­gen­wir­ken. Nach ei­nem Jahr För­de­rung über­nimmt die je­wei­li­ge Ge­mein­de die Kos­ten für den Rat, För­de­rung gibt es zu­dem übers Land­rats­amt. Eh­ren­amt­lich, mach­te Un­ter­ri­cker klar, sei die Ar­beit je­den­falls nicht zu leis­ten. „Wenn wir Ju­gend­li­che im Kreis be­hal­ten wol­len, kos­tet das halt Geld“, be­kräf­tig­te Kreis­rä­tin Eri­ka Rim­me­le-Laux (Grü­ne). Die en­ga­gier­ten Ju­gend­li­chen sei­en fest im Ver­eins­le­ben in­te­griert. Ein­zig in Sig­ma­rin­gen­dorf ha­be der 14er-Rat nicht wie ge­wünscht funk­tio­niert. Das lie­ge zum ei­nen an be­reits funk­tio­nie­ren­den Struk­tu­ren, wie Bür­ger­meis­ter Alois Hen­ne sagt, zum an­de­ren an ei­nem Per­so­nal­wech­sel. „Das war ganz schlecht und geht auf un­se­re Kos­ten, aber es ging nicht an­ders“, sagt Diet­mar Un­ter­ri­cker. Ju­gend­ar­beit sei im­mer auch Be­zie­hungs­ar­beit und ein Be­treu­er­wech­sel so­mit Gift. Bür­ger­meis­ter Alois Hen­ne sprach sich für ei­ne Öff­nung des Rats für Ju­gend­li­che an­de­rer Al­ters­la­gen aus. Der Mei­nung war auch Sig­ma­rin­gens Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schä­rer (CDU). Er äu­ßer­te zu­dem In­ter­es­se an Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten auch für die städ­ti­sche Ju­gend­ar­beit.

FO­TO: ARCHIV

Die 14er-Rä­te im Kreis, hier Mit­glie­der aus Scheer, be­we­gen was. Die Ju­gend­be­tei­li­gung soll wei­ter aus­ge­baut wer­den.

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