Rat stößt Sa­nie­rung des Gym­na­si­ums an

Um mög­li­che Zu­schüs­se nicht zu ver­lie­ren, müs­sen Vor­ent­wurf und Kos­ten­schät­zung her

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MENGEN/BIBERACH - Von Jen­ni­fer Kuhlmann

MENGEN - Der Ge­mein­de­rat der Stadt Mengen hat in der Sit­zung am Di­ens­tag den ers­ten Schritt zur Ge­ne­ral­sa­nie­rung des Gym­na­si­ums be­schlos­sen. Das Gre­mi­um be­auf­trag­te das Bü­ro Koh­ler Gro­he Ar­chi­tek­ten mit der so­ge­nann­ten Pha­se 0, der Pro­jekt­pha­se vor der kon­kre­ten Pla­nung. Da­bei geht es vor al­lem dar­um, sich mit den Be­tei­lig­ten auf ein päd­ago­gi­sches Kon­zept und ein räum­li­ches Or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­dell zu ver­stän­di­gen, das nach der Sa­nie­rung grei­fen soll.

Auch wenn die Kom­mu­ne in den ver­gan­ge­nen Jah­ren knapp ei­ne Mil­li­on Eu­ro in Maß­nah­men zum Brand­schutz, den Aus­bau des Erd­ge­schos­ses des Ne­ben­ge­bäu­des und den Aus­tausch der Be­leuch­tung ge­steckt hat, geht Bür­ger­meis­ter Ste­fan Bubeck der­zeit da­von aus, dass ein zwei­stel­li­ger Mil­lio­nen­be­trag für die kom­plet­te Sa­nie­rung er­for­der­lich sein wird. „Wir ha­ben uns be­reits 2011 in­ten­siv mit dem The­ma be­schäf­tigt, ha­ben es aber dann auf­grund sei­ner Grö­ße und an­de­ren Prio­ri­tä­ten noch auf­ge­scho­ben.“Da­mals hat­te der Ge­mein­de­rat le­dig­lich ei­nen Neu­bau auf dem Son­nen­lu­ger aus­ge­schlos­sen.

An­spruch soll nicht ver­fal­len

Weil aber im Jahr 2012 ein An­trag auf Schul­bau­för­de­rung an das Land ge­stellt wor­den war und auch Zu­schüs­se im Fall ei­ner Sa­nie­rung in Aus­sicht ge­stellt wur­den, be­steht nun Hand­lungs­be­darf. Die Schul­bau­för­der­richt­li­ni­en sind so ver­än­dert wor­den, dass künf­tig kei­ne Sa­nie­run­gen, son­dern nur noch Neu­bau­ten un­ter­stützt wer­den. „Wir ha­ben noch bis Ok­to­ber 2018 Zeit, den Vor­ent­wurf ei­nes Ar­chi­tek­ten und ei­ne Kos­ten­schät­zung ein­zu­rei­chen, sonst ver­fal­len die An­sprü­che und es gibt kei­ne För­de­rung mehr“, so Bür­ger­meis­ter Bubeck.

Bei der Sa­nie­rung wird es vor al­lem dar­um ge­hen, ekla­tan­te Män­gel bei der Haus­tech­nik zu be­sei­ti­gen, Bar­rie­re­frei­heit zu ge­währ­leis­ten und den nach ak­tu­el­len Richt­li­ni­en vor­han­de­nen Raum­be­darf zu de­cken. Es wird da­von aus­ge­gan­gen, dass das Gym­na­si­um kon­stant zwei­zü­gig und ein G8-Gym­na­si­um bleibt. Laut Cor­ne­lia Hund, der Sach­ge­biets­lei­te­rin Hoch­bau im Rat­haus, hat das Klos­ter­ge­bäu­de mit auf­stei­gen­der Feuch­tig­keit und un­dich­ten Fens­tern zu kämp­fen, au­ßer­dem sei das Er­schei­nungs­bild des 1979 an­ge­füg­ten An­baus dis­kus­si­ons­wür­dig. „Die Funk­tio­na­li­tät soll­te im Vor­der­grund ste­hen, der An­bau ist der­zeit ei­ne Ener­gie­schleu­der“, so Bubeck.

Weil die Stadt Mengen nicht ge­nug Rück­la­gen hat, wird ei­ne Sa­nie­rung in Bau­ab­schnit­ten über ei­nen Zei­t­raum von zehn bis 15 Jah­ren an­ge­strebt, die wäh­rend des lau­fen­den Schul­be­triebs voll­zo­gen wer­den sol­len. „Das wird ei­ne ganz schö­ne Her­aus­for­de­rung, aber wir soll­ten die Chan­ce nut­zen, das Gym­na­si­um wie­der ins Be­wusst­sein und die Mit­te der Stadt zu rü­cken“, sag­te Stadt­rat Chris­toph Stauß.

An­ge­sichts der ho­hen In­ves­ti­ti­ons­sum­me ist ein Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb für die­se Ge­samt­maß­nah­me un­um­gäng­lich. Das Bü­ro Koh­ler Gro­he, mit dem die Stadt Mengen schon beim Wett­be­werb zum Kin­der­haus so­wie zu den Pa­vil­lons der Son­nen­lu­ger­schu­le zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat, wird die­sen vor­be­rei­ten. Die kon­kre­te Ent­schei­dung zur Durch­füh­rung die­ses Wett­be­werbs soll der Ge­mein­de­rat im Ok­to­ber fäl­len. „Wir ha­ben gu­te Er­fah­run­gen mit den Wett­be­wer­ben ge­macht“, sagt Bubeck. „Wir kön­nen Ent­wür­fe ver­glei­chen und se­hen, wer sich an­ge­strengt hat.“Die Kos­ten für die Durch­füh­rung des Wett­be­werbs lie­gen bei rund 148 000 Eu­ro. Für die Vor­pla­nun­gen er­hält das Bü­ro Koh­ler Gro­he 17 000 Eu­ro.

FO­TO: JEN­NI­FER KUHLMANN

Das Gym­na­si­um Mengen ist drin­gend sa­nie­rungs­be­dürf­tig, der An­bau an das Klos­ter­ge­bäu­de von 1979 op­tisch um­strit­ten. Nun soll zu­nächst in ei­ner Ar­beits­grup­pe über das päd­ago­gi­sche Kon­zept und das dar­auf auf­bau­en­de räum­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­dell ge­spro­chen wer­den.

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