Wal­der Ge­mein­de­rä­te kri­ti­sie­ren Kin­der­gar­ten-Pla­nung

Ab­sichts­er­klä­rung für Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus ver­ab­schie­det – Gre­mi­um äu­ßert Be­den­ken we­gen der Kos­ten

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - WALD/MESSKIRCH - Von An­thia Sch­mitt

WALD - Der Wal­der Ge­mein­de­rat hat sich nicht da­zu ent­schlie­ßen kön­nen, dem Kon­zept für das ge­plan­te Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus mit Kin­der­gar­ten und Ta­ges­pfle­ge für Se­nio­ren sei­nen end­gül­ti­gen Se­gen zu ge­ben – ob­wohl Bür­ger­meis­ter Wer­ner Mül­ler auf die feh­len­den Krip­pen­plät­ze und die zeit­li­che Dring­lich­keit ver­wies. Mit der Ge­gen­stim­me von Cle­mens Vee­ser und vier Ent­hal­tun­gen be­kräf­tig­te das Gre­mi­um le­dig­lich, den ein­ge­schla­ge­nen Kurs bei­be­hal­ten zu wol­len.

Vor ei­nem Bau­be­schluss soll die vor­lie­gen­de Pla­nung des Kin­der­gar­ten­be­reichs op­ti­miert wer­den. Au­ßer­dem wol­len die Rä­te ei­nen Fi­nan­zie­rungs­plan se­hen und ei­nen Ent­wurf des Miet­ver­trags mit der Gesellschaft Vin­zenz von Paul, die in dem Ge­bäu­de ei­ne Ta­ges­pfle­ge für Se­nio­ren be­trei­ben will. Die Ge­mein­de­rä­te, die in ei­ner nicht öf­fent­li­chen Sit­zung im Mai über ver­schie­de­ne Än­de­run­gen ge­gen­über der ur­sprüng­li­chen Pla­nung des Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­hau­ses in­for­miert wor­den wa­ren, spra­chen sich zwar nicht grund­sätz­lich ge­gen das Pro­jekt aus, äu­ßer­ten aber al­ler­lei Be­den­ken. So führ­te das Fi­nan­zie­rungs­mo­dell für den 277 Qua­drat­me­ter gro­ßen Be­reich der Ta­ges­pfle­ge, für den un­er­war­tet ein För­der­an­trag nicht be­wil­ligt wor­den war, zu Rück­fra­gen. In ei­nem Zei­t­raum von 30 bis 35 Jah­ren, so die neue Fi­nan­zie­rungs­idee, soll Vin­zenz von Paul die In­ves­ti­ti­ons­kos­ten in Hö­he von 757 000 Eu­ro so­wie die In­stand­hal­tungs­kos­ten und die Geld­be­schaf­fungs­kos­ten über die Mie­te ab­be­zah­len.

Hein­rich Lang, Re­gio­nal­lei­ter der Vin­zenz von Paul in Sig­ma­rin­gen, sprach zwar von „höchs­tem In­ter­es­se, et­was Grund­so­li­des an­zu­bie­ten“und vom „Mehr­wert der Ta­ges­pfle­ge für die Ge­mein­de“, konn­te aber nicht al­le Be­den­ken hin­sicht­lich des lan­gen Ver­trags­zeit­raums und ei­ner ge­si­cher­ten Fi­nan­zie­rung zer­streu­en.

Deut­li­chen Wi­der­spruch, ins­be­son­de­re von In­grid Til­les­sen, gab es bei der Pla­nung des Kin­der­gar­ten­be­reichs. Die­ser wird an­ders als ur­sprüng­lich vor­ge­se­hen kein rei­ner Krip­pen­kin­der­gar­ten mit zwei Grup­pen, son­dern ein Kin­der­gar­ten mit je ei­ner Re­gel­grup­pe und ei­ner Krip­pen­grup­pe. Die­se Än­de­rung sei den Zu­schuss­be­din­gun­gen ge­schul­det, sag­te Wer­ner Mül­ler. Geld ge­be es nur für neu ent­ste­hen­de Grup­pen. Die Ent­wür­fe hat­te das Ar­chi­tek­ten­bü­ro Ro­ter­punkt aus Leut­kirch vor­ge­legt – ein Bü­ro, mit dem Vin­zenz von Paul zu­sam­men­ar­bei­tet.

„Wir hat­ten kei­nen Ein­fluss auf die Wahl des Ar­chi­tek­ten und es ist heu­te kei­ner da, der uns die Pla­nung er­klärt – da­bei soll­te es ei­gent­lich mal ein Kin­der­gar­ten für uns wer­den“, sag­te In­grid Til­les­sen, die Kri­tik an der Pla­nung vor­trug und sich ei­ne Über­ar­bei­tung in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Bau­aus­schuss und den Kin­der­gar­ten­lei­te­rin­nen wünsch­te. Cle­mens Vee­ser und Al­fons Häus­ler for­der­ten ei­nen Fi­nan­zie­rungs­plan. „Wir ha­ben mal von 1,3 Mil­lio­nen Eu­ro ge­spro­chen, jetzt sind es 1,9 Mil­lio­nen“, sag­te Häus­ler. Vee­ser wies dar­auf hin, dass die Ge­mein­de durch den Weg­fall der För­de­rung 1,3 Mil­lio­nen Eu­ro stem­men muss. „Kön­nen wir uns das leis­ten oder sitzt uns ir­gend­wann die Kom­mu­nal­auf­sicht im Na­cken?“, lau­te­te die mehrfach ge­stell­te Fra­ge aus dem Gre­mi­um.

Vom „rich­ti­gen Ge­dan­ken­gang für ein zu­kunfts­fä­hi­ges Pro­jekt“spra­chen Jür­gen Krall und an­de­re Ge­mein­de­rä­te. Sie be­für­wor­te­ten so­wohl das Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus als auch die Ko­ope­ra­ti­on mit Vin­zenz von Paul – wünsch­ten sich al­ler­dings gleich­zei­tig bes­se­re In­for­ma­tio­nen.

FO­TO: DPA

In Wald soll ein Haus für Kin­der und Se­nio­ren ent­ste­hen.

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