Un­dich­tes Dach im Sta­di­on wird sa­niert

Der TSV Gam­mer­tin­gen lis­tet noch wei­te­re Män­gel auf.

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ERSTE SEITE - Von Ignaz Stös­ser

GAM­MER­TIN­GEN - Der­zeit lau­fen die Ar­bei­ten zur Sa­nie­rung des Gam­mer­tin­ger Sta­di­on­d­a­ches im Loh. Beim Turn- und Sport­ver­ein freu­en sich die Ver­ant­wort­li­chen, dass die Ar­bei­ten end­lich in An­griff ge­nom­men wer­den. Doch so richtige Zuf­rie­den­heit will sich nicht breit­ma­chen, denn nach An­sicht der TSV­ler gibt es in dem mehr als 30 Jahre al­ten Sta­di­on noch wei­te­re re­no­vie­rungs­be­dürf­ti­ge Ein­rich­tun­gen.

„Wenn es bei Ih­nen rein­reg­net, was ma­chen Sie dann?“, fragt der Ab­tei­lungs­lei­ter Fuß­ball, Hel­mut Oß­wald, pro­vo­zie­rend. „Stel­len Sie ei­nen Ei­mer hin oder re­pa­rie­ren Sie das Dach?“Zwei, drei Jahre lang muss­ten die TSV-Mit­glie­der das trop­fen­de Was­ser in Ei­mern auf­fan­gen, weil die Stadt die Sa­nie­rung mehr­mals ver­scho­ben hat. Oß­wald be­tont: Er he­ge der Stadt ge­gen­über kei­nen Groll, doch die Ar­beit mit den Ei­mern ha­be viel Zeit und Är­ger ge­kos­tet. Der TSV sei doch bereit, sich auch selbst eh­ren­amt­lich ein­zu­brin­gen. So ha­be er selbst bei­spiels­wei­se ge­ra­de eh­ren­amt­lich die He­cke beim Trai­nings­platz ge­schnit­ten.

Et­was di­plo­ma­ti­scher fasst der TSV-Ge­schäfts­füh­rer Uwe Mühl­bau­er die Ge­fühls­la­ge im TSV zu­sam­men. „Es hat län­ge­re Zeit ge­dau­ert und wir freu­en uns, dass es jetzt so weit ist“, sagt er. Man müs­se eben die Ge­ge­ben­hei­ten ak­zep­tie­ren. Gleich­zei­tig zählt er auf, wel­che wei­te­ren sport­li­chen Ein­rich­tun­gen im Stad­ti­on eben­falls re­no­vie­rungs­be­dürf­tig sind. So sei bei­spiels­wei­se die Tart­an­bahn in schlech­tem Zu­stand. Die Um­ran­dung und der Un­ter­bau sei­en nicht mehr in Schuss. Auch lau­fe das Was­ser im Was­ser­gra­ben nicht ab. „Das kön­nen Sie nur noch mit dem Lap­pen raus­ho­len“, sagt er. Wenn es drin blei­be, fan­ge es schnell an, übel zu rie­chen.

Auch die Li­nie­rung müss­te er­neu­ert wer­den. Im Haus­halts­plan sei­en im­mer wieder klei­ne­re Sum­men für Re­pa­ra­tu­ren ein­ge­plant. Doch das rei­che hin­ten und vor­ne nicht. Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren 5000 Eu­ro ein­ge­stellt. Mühl­bau­er macht ei­ne ein­leuch­ten­de Rech­nung auf: „Ein Me­ter Li­nie kos­tet zehn Eu­ro, wir ha­ben sechs Li­ni­en zu je­weils 400 Me­ter plus wei­te­re Mar­kie­run­gen. Da brau­chen Sie rund 25 000 Eu­ro al­lein da­für.“

In ähn­lich ma­ro­dem Zu­stand sind auch die Ku­gel­stoß- und die Weit­sprung­an­la­ge. So ha­be er für das hoch­ka­rä­ti­ge Weit­sprung-Mee­ting Mit­te Ju­ni in Gam­mer­tin­gen ei­gen­hän­dig mit dem Dampf­strah­ler die Weit­sprung­an­la­ge ge­säu­bert, damit

sagt TSV-Ge­schäfts­füh­rer Uwe Mühl­bau­er.

sie ei­ni­ger­ma­ßen pas­sa­bel aus­se­he. Mühl­bau­er plä­diert da­für, im Sta­di­on kon­ti­nu­ier­lich et­was zu tun, damit sich nicht so vie­le Un­zu­läng­lich­kei­ten an­häu­fen. Dank­bar ist er al­ler­dings, dass das Mi­ni­fuß­ball­feld bei der Alb-Lau­chert-Sport­hal­le mit­hil­fe der Stadt wieder auf Vor­der­mann ge­bracht wer­den konn­te.

Bei den der­zei­ti­gen Ar­bei­ten am Sta­di­on­dach wur­den die Well­plat­ten ab­ge­nom­men, der Un­ter­bau wird von der Gam­mer­tin­ger Fir­ma Ott er­neu­ert und er­gänzt. Das Dach soll wieder mit Well­plat­ten ein­ge­deckt wer­den. Die Kos­ten be­rech­net das Ar­chi­tek­tur­bü­ro Sup­per-Hei­ne­mann mit et­wa 85 000 Eu­ro. Das Ge­bäu­de er­hält auch ei­nen neu­en An­strich. Die Ar­bei­ten sol­len bis En­de Au­gust ab­ge­schlos­sen sein.

Das Dach im Ein­gangs­be­reich­wird vom TSV in Ei­gen­leis­tung er­neu­ert und mit Dach­zie­geln ein­ge­deckt. „Es ist der ers­te An­blick, den Be­su­cher er­le­ben, der soll doch et­was re­prä­sen­ta­bler sein“, meint Ge­schäfts­füh­rer Mühl­bau­er.

„Ein Me­ter Li­nie kos­tet zehn Eu­ro, wir ha­ben sechs Li­ni­en zu je­weils 400 Me­tern“,

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FO­TO: IGNAZ STÖS­SER

Ced­ric Kanz (links) und Markus Münch von der Gam­mer­tin­ger Holz­bau­fir­ma Ott dich­ten das Dach im Sta­di­on im Loh ab.

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