Nicht je­der ist zum Eier­le­gen ge­bo­ren

Der Nach­wuchs der Lai­en­büh­ne En­gels­wies spielt „Das häss­li­che Ent­lein“

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - RUND UM SIGMARINGEN - Von Ga­b­rie­le Lo­ges

EN­GELS­WIES - Die Lai­en­büh­ne En­gels­wies hat mit Nach­wuchs­spie­lern das Mär­chen „Das häss­li­che Ent­lein“von Hans Chris­ti­an An­der­sen in ei­ner Büh­nen­fas­sung von Hans Zim­mer auf­ge­führt. Zehn jun­ge Schau­spie­ler und je­de Men­ge Hel­fer hin­ter den Ku­lis­sen zau­ber­ten dar­aus ei­ne lie­bens­wer­te Ge­schich­te vom An­ders­sein. Zwei von ins­ge­samt sechs Auf­füh­run­gen kön­nen noch be­sucht wer­den.

Im Na­men der Lai­en­büh­ne be­grüß­te Anja Er­be die vie­len klei­nen und auch die gro­ßen Zu­schau­er, al­le­samt Mär­chen­freun­de, und wünsch­te bes­te Un­ter­hal­tung beim dies­jäh­ri­gen Kin­der­stück. Und schon tauch­ten Herr Storch (Ra­pha­el Röß­ler), Mut­ter En­te (Lau­ra Bü­cheler) und die vor­neh­me En­te, „die Tan­te von spa­ni­schem Ge­blü­te“, (Si­na Braun) auf, sag­ten, sie er­zäh­len ei­ne „wah­re er­fun­de­ne Ge­schich­te“und strit­ten auch schon gleich, wer die wich­tigs­te Rol­le spie­len darf.

Der Storch gibt den Leh­rer

Mut­ter En­te muss­te auf ihr Nest, vier gol­dig-gel­be Kü­ken (Ron­ja Braun, Jo­a­na Mut­schel­ler, Lau­ra Schatz, Lo­re­na Ramsper­ger) schlüpf­ten. Num­mer Eins bis Vier wur­den gleich vom Storch un­ter­rich­tet und ein Kü­ken wuss­te vor­wit­zig: „So ein Pech, kaum ist man auf der Welt und schon trifft man ei­nen Leh­rer.“Der Storch brach­te ih­nen den rech­ten En­ten­gang bei, aber auch, dass man mit dem Schna­bel re­den und noch bes­ser sel­bi­gen hal­ten kann.

End­lich schlüpf­te auch das letz­te, rie­si­ge Ei und ein „häss­li­ches Ent­lein“ (San­thi Ruff) ver­grö­ßer­te die Fa­mi­lie. Der Storch fand „es nicht ganz ge­lun­gen“, die Ge­schwis­ter schubs­ten es. Das ar­me häss­li­che Ent­lein war zu nichts zu ge­brau­chen, nicht mal Eier le­gen konn­te es und müh­te sich ab: „Ach, wie fang’ ich’s an, dass ich Eier le­gen kann?“Ob es viel­leicht nicht das war, wo­für es ge­bo­ren wur­de? Zug­vo­gel Frie­da (Ju­le Braun) und Zug­vo­gel Ewald (Lu­ca Röß­ler) er­zähl­ten, dass es ei­ne an­de­re Welt gibt und das zu groß ge­ra­te­ne Ent­lein fing an zu träu­men: „Ich will mit den Schwä­nen flie­gen.“Im nächs­ten Jahr wur­de aus dem grau­en Ent­lein ein hüb­scher Schwan, und die Mensch­lein (vor­mals Kü­ken) be­wun­der­ten sei­ne Ele­ganz. End­lich wuss­te er, wo­hin er ge­hört, und das jun­ge Pu­bli­kum er­fuhr, dass in je­dem häss­li­chen Le­be­we­sen ein schö­nes ste­cken kann.

Die Ku­lis­sen der Frei­licht­büh­ne hin­ter der Al­ten Schu­le sind auf­wen­dig ge­stal­tet und mit vie­len De­tails, samt Spin­nen­we­ben und Rie­se­na­mei­sen, aus­ge­stat­tet. Auch die ganz Klei­nen leg­ten ge­konnt Aus­druck in ihr Spiel. Die Ju­gend­li­chen in Dop­pel­rol­len spiel­ten ih­re je­wei­li­ge Rol­le mit Witz und Ta­lent: Die Mut­ter En­te wur­de zum ga­ckern­den Huhn Ma­dame Kurz­bein, und aus Zug­vo­gel Frie­da wur­de die schlaue Kat­ze Tin­ka. Der Nach­wuchs der Lai­en­büh­ne hat ge­zeigt, dass ihm zur Freu­de des Pu­bli­kums das Thea­ter­spiel viel Spaß macht.

Wer das Stück bis­her ver­passt hat, hat am Frei­tag, 21. Ju­li, um 17 Uhr, und Sonn­tag, 23. Ju­li, 14 Uhr, noch Ge­le­gen­heit da­zu.

FO­TO: GA­B­RIE­LE LO­GES

Der Nach­wuchs der Lai­en­büh­ne En­gels­wies un­ter­hält sein Pu­bli­kum mit dem Stück „Das häss­li­che Ent­lein“.

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