Zur Ge­schich­te des Gel­ben Hau­ses

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - SIGMARINGEN -

Das Gel­be Haus in Laiz ist das Haupt­ge­bäu­de der ehe­ma­li­gen Lö­wen­braue­rei der Ge­brü­der Frank, je­ner jü­di­schen Fa­mi­lie, die von den Na­zis ver­trie­ben wur­de und für die vor dem heu­ti­gen Fi­nanz­amt so­ge­nann­te Stol­per­stei­ne zur Er­in­ne­rung ver­legt wur­den. Die Braue­rei wur­de 1893 ge­grün­det und schritt­wei­se aus­ge­baut. 1916 ver­leg­ten die Franks den Haupt­sitz der Braue­rei in die Karl­stra­ße nach Sig­ma­rin­gen, 1924 wur­de der Be­kom­men trieb in Laiz ein­ge­stellt. Spä­ter war dann die Kon­sum-Ge­nos­sen­schaft in dem Haus un­ter­ge­bracht, die hier ein La­ger für die Re­gi­on Sig­ma­rin­gen – Saul­gau be­trieb. Eu­gen Strop­pel aus Laiz er­in­nert sich dar­an, dass sich bei Kriegs­en­de sich zahl­rei­che Lai­zer im ehe­ma­li­gen Bier­kel­ler un­ter dem Haus vor den ein­mar­schie­ren­den Fran­zo­sen ver­steck­ten. „Der Kon­sum hat­te da in­zwi­schen sein Wein­la­ger und die Bau­ern sind mit Milch­kan­nen ge- und ha­ben den Wein ab­ge­zapft.“Auch ein La­ger der Groß­han­dels­ein­kauf­ge­sell­schaft (GEG) für den süd­deut­schen Raum gab es dort. Die Nut­zer wech­sel­ten sich ab, mal fand sich ei­ne Draht­we­be­rei, mal ein Zi­ga­ret­ten­la­ger der BAT in dem Ge­bäu­de­kom­plex. Schließ­lich be­trieb die Groß­bä­cke­rei Bu­mül­ler, die das Haus kauf­te, hier ein Aus­lie­fe­rungs­la­ger. Auch die Zoll­schu­le hat­te Lehr­sä­le im Gel­ben Haus. (chw)

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