Black War­ri­ors wol­len in Laiz kei­nen Är­ger

Der Mo­tor­rad­club über­nimmt das leer­ste­hen­de Lo­kal an der Haupt­stra­ße – Nach­barn sind be­sorgt

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - SIGMARINGEN - Von Micha­el Hescheler

SIG­MA­RIN­GEN - Der Mo­tor­rad­club Black War­ri­ors hat das frü­he­re Gast­haus Do­nau­tal in Laiz als Ver­eins­heim ge­pach­tet. Der Club mit 15 Mit­glie­dern hat­te sei­ne Blei­be zu­vor in Hitz­kofen, muss­te dort aber aus­zie­hen, weil der Ver­päch­ter an­de­re Plä­ne hat­te. Der Lai­zer Orts­vor­ste­her Wolf­gang Qu­erner be­rich­tet von ei­ni­gen An­ru­fen be­sorg­ter Bür­ger. Dem ent­geg­net der Spre­cher des Mo­tor­rad­clubs: „Wir ach­ten dar­auf, dass es kei­ne Ru­he­stö­run­gen gibt. Un­ser Ziel ist, dass es mit den Nach­barn funk­tio­niert. Wir wol­len kei­nen Är­ger.“

Ma­fi lau­tet sein Spitz­na­me. Die Be­zeich­nung Road Cap­tain steht auf sei­ner Kut­te. Der Vor­sit­zen­de will Ma­fi nicht sein, aber bei Aus­fahr­ten der Club­mit­glie­der fährt er vor­ne­weg. „Da­mit wir oh­ne gro­ße Um­we­ge ans Ziel kom­men“, sagt er. Ent­schei­dun­gen wür­den im Club auf de­mo­kra­ti­scher Ba­sis fal­len. Der Mo­tor­rad­club, den er an­führt, heißt Black War­ri­ors, über­setzt schwar­ze Krie­ger. Laut Club­an­ga­ben ist die Sig­ma­rin­ger Or­ga­ni­sa­ti­on die ein­zi­ge im Land­kreis und ei­ne von acht Ch­ap­tern (Orts­grup­pen) im Bo­den­see­raum. Die Mit­glie­der, die un­ter­ein­an­der be­freun­det sind, nen­nen sich Brü­der. Ins­ge­samt be­trägt ih­re Zahl rund 150.

Nach Laiz sind die Black War­ri­ors ge­kom­men, weil das Gast­haus Do­nau­tal seit län­ge­rer Zeit leer stand und ein Mit­glied dies wuss­te. Der Ei­gen­tü­mer, ein Steu­er­be­ra­ter aus Nürn­berg, sagt: „Mit Wirts­leu­ten ha­be ich stän­dig schlech­te Er­fah­run­gen ge­macht.“Ent­we­der sie hät­ten kein schlüs­si­ges Kon­zept oder sie sei­en nach kur­zer Zeit plei­te. Weil er glaubt, dass der Mo­tor­rad­club ein zu­ver­läs­si­ger Päch­ter ist, be­ka­men die Black War­ri­ors den Zu­schlag.

Pacht­dau­er ist un­be­kannt

Zur Dau­er des Pacht­ver­trags äu­ßern sich so­wohl der Ver­päch­ter als auch der Päch­ter nicht. Road Cap­tain Ma­fi si­gna­li­siert aber das lang­fris­ti­ge In­ter­es­se des Clubs: „Jetzt müs­sen wir aber erst ein­mal schau­en, wie’s funk­tio­niert.“Als die neu­en Päch­ter die Nach­barn vor ei­ni­gen Wo­chen zum Ken­nen­ler­nen bei Kaf­fee und Ku­chen ein­lu­den, war das In­ter­es­se ge­ring. Die Brü­der des Mo­tor­rad­clubs war­ben mit Hand­zet­teln da­für.

Nach An­sicht des Road Cap­ta­ins ist es zwin­gend not­wen­dig, dass der Club über ein ei­ge­nes Ver­eins­heim ver­fügt. „Schau­en Sie mich an. Wenn wir in ei­ne Piz­ze­ria kom­men, den­ken sie, wir wür­den ih­nen das Ge­schäft ka­putt ma­chen.“Die Brü­der wol­len für sich sein, Schil­der am Ein­gang des Do­nau­tals si­gna­li­sie­ren dies dem Be­su­cher. Nach­dem er ein­ge­tre­ten ist, wird die Tür wie­der ver­schlos­sen. Am Sams­tag­nach­mit­tag tref­fen sich die Mit­glie­der zu ei­ner Aus­fahrt. Die Fens­ter sind ge­öff­net und es ist Rock­mu­sik zu hö­ren.

Im Lo­kal steht ein Hack­stot­zen mit zwei Bei­len, in ei­ner Ecke ein Dart­spiel. Ma­fi trinkt ei­nen Ener­gy Drink, sei­ne Kol­le­gen Bier oder Spe­zi. Seit et­wa sechs, sie­ben Jah­ren ge­be es die Black War­ri­ors. Sie sind ein Ab­le­ger der Black Ja­ckets. Es kam zur Ab­spal­tung, so er­zählt Ma­fi, „weil vie­le von uns mit der Men­ta­li­tät der Black Ja­ckets nicht mehr klar ge­kom­men sind“. Die Black Ja­ckets sind straf­recht­lich im­mer wie­der in Er­schei­nung ge­tre­ten. 2012 de­to­nier­te in Ravensburg ei­ne Au­to­bom­be: Der An­schlag soll sich ge­gen ei­nen Aus­stei­ger des Clubs ge­rich­tet ha­ben.

Der Spre­cher des Po­li­zei­prä­si­di­ums Kon­stanz, Tho­mas St­raub, be­zeich­net die Mit­glie­der der Black War­ri­ors „ge­ne­rell als po­li­zei­lich eher un­auf­fäl­lig“.

FO­TO: MICHA­EL HESCHELER

Neue Päch­ter im frü­he­ren Lai­zer Gast­haus Do­nau­tal: Road Cap­tain Ma­fi (Mit­te) führt den Mo­tor­rad­club an. Sei­ne Club­brü­der wol­len nicht na­ment­lich ge­nannt wer­den.

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