Der Kul­tur­kampf fällt in Sig­ma­rin­gen be­son­ders hef­tig aus

Re­fe­ren­tin hält da­zu am Mon­tag ei­nen Vor­trag im Staats­ar­chiv

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - SIGMARINGEN -

SIG­MA­RIN­GEN (sz) - Der in Sig­ma­rin­gen be­son­ders hef­tig aus­ge­tra­ge­ne Bis­marck’sche Kul­tur­kampf ist Ge­gen­stand ei­nes Vor­trags am Mon­tag, 24. Ju­li, um 20 Uhr im Staats­ar­chiv Sig­ma­rin­gen. Die Re­fe­ren­tin Chris­ti­na Sch­laich ab­sol­viert zur­zeit im Staats­ar­chiv ein frei­wil­li­ges So­zia­les Jahr in der Kul­tur. Mit ei­ner Stu­die über das The­ma ih­res Vor­trags ge­hört sie zu den Lan­des­sie­gern beim Ge­schichts­wett­be­werb des Bun­des­prä­si­den­ten. Ihr ehe­ma­li­ger Ge­schichts­leh­rer, der Lei­ter des Ho­hen­zol­lern­gym­na­si­ums Mar­tin Hoff­mann, wird den Ge­schichts­wett­be­werb des Bun­des­prä­si­den­ten vor­stel­len und die Ar­beit Sch­laichs wür­di­gen.

Nach zwei De­ka­den gro­ßer kirch­li­cher Frei­hei­ten än­dert sich die kir­chen­po­li­ti­sche Si­tua­ti­on in Ho­hen­zol­lern und Sig­ma­rin­gen grund­le­gend durch den Be­ginn des Kul­tur­kamp­fes 1871. Die ers­ten, die vom Kul­tur­kampf be­trof­fen sein soll­ten, wa­ren die Je­sui­ten im Klos­ter Gor­heim. Die­se hat­ten das Klos­ter bis zum 12. De­zem­ber 1872 zu räu­men, trotz man­nig­fa­cher Pro­tes­te der hie­si­gen Be­völ­ke­rung und des Kle­rus. Sie­ben Jah­re spä­ter muss­ten die Schwes­tern der christ­li­chen Lie­be aus Sig­ma­rin­gen fort­zie­hen, nach­dem die ver­schärf­ten Ge­set­ze sie ge­zwun­gen hat­ten, ih­re Klein­kin­der­be­wahr­an­stalt so­wie ih­re schu­li­schen Ein­rich­tun­gen zu schlie­ßen.

Auch die Ein­rich­tun­gen des Sig­ma­rin­ger Pries­ters Tho­mas Gei­sel­hart, das Fi­de­lis­se­mi­nar und das Wai­sen­haus Na­za­reth, ge­rie­ten un­ter Be­schuss. Or­dens­schwes­tern hat­ten „Na­za­reth“zu ver­las­sen, neue Schwes­tern durf­ten nicht mehr auf­ge­nom­men wer­den. Das Fi­de­lia­num durf­te be­reits ab 1873 kei­ne neu­en Zög­lin­ge mehr auf­neh­men, was sich auch auf die An­zahl der Schü­ler am He­din­ger Gym­na­si­um ne­ga­tiv aus­wirk­te.

Päd­ago­gen quit­tie­ren Di­enst

Dort war dem zu­stän­di­gen Pro­vin­zi­al-Schul­kol­le­gi­um in Ko­blenz das Leh­rer­kol­le­gi­um ein Dorn im Au­ge. Nach ei­ner ein­ge­hen­den Re­vi­si­on im Mai 1875 hat­ten schließ­lich der Rek­tor Dr. Stel­zer so­wie zwei wei­te­re Leh­rer we­gen ih­res „ganz ul­tra­mon­ta­nen Stand­punkts“ih­ren Di­enst an dem mit kirch­li­chen Mit­teln un­ter­stütz­ten Gym­na­si­um zu quit­tie­ren.

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