We­gen des Lärm­schut­zes: Ge­mein­de kauft Grund­stück

Die Pla­nun­gen zum Bau­ge­biet Reu­tä­cker in In­zig­kofen lie­gen im Au­gust öf­fent­lich aus

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - RUND UM SIGMARINGEN - Von Do­ris Fut­te­rer

IN­ZIG­KOFEN - Das Bau­ge­biet Reu­tä­cker in In­zig­kofen nimmt kon­kre­te­re Gestalt an: Die Ge­mein­de­rä­te ha­ben die Sat­zung am Don­ners­tag ge­bil­ligt und vom 8. Au­gust bis 8. Sep­tem­ber lie­gen die Pla­nun­gen nun öf­fent­lich aus. Falls es kei­ne wei­te­ren Ein­wän­de gibt, könn­te die Ge­mein­de die Sat­zung be­reits im Sep­tem­ber end­gül­tig be­schlie­ßen. Im güns­tigs­ten Fall könn­ten im Früh­jahr 2018 die Bag­ger für Er­schlie­ßungs­maß­nah­men an­rol­len. Da­nach, in der zwei­ten Jah­res­hälf­te von 2018, wä­re dann der Start der Wohn­be­bau­ung mög­lich. Bür­ger­meis­ter Bernd Gom­bold ver­mu­tet, dass frü­hes­tens zum Jah­res­en­de 2017 oder erst im Früh­jahr 2018 die Bau­platz­prei­se aus den er­mit­tel­ten Er­schlie­ßungs­kos­ten er­re­chen­bar sein wer­den. Erst dann sei­en Platz­re­ser­vie­run­gen und Bau­platz­ver­käu­fe mög­lich.

Der Ar­chi­tekt und Stadt­pla­ner Roland Groß er­klär­te den Rä­ten und zahl­rei­chen Zu­hö­rern sei­ne bis­he­ri­gen Pla­nun­gen. Das Bau­ge­biet soll von Sü­den her über ei­nen Krei­sel und über ei­ne Zu­fahrt im Süd­os­ten ver­kehrs­tech­nisch er­schlos­sen wer­den. Ei­ne nörd­li­che Durch­fahrts­mög­lich­keit in be­ste­hen­de In­zig­ko­fer Wohn­ge­bie­te wird nur für Not­si­tua­tio­nen frei sein. Ei­ne netz­ar­ti­ge Ver­bin­dungs­struk­tur ge­stal­tet das Wohn­ge­biet und lässt Op­tio­nen zur Er­wei­te­rung nach Wes­ten of­fen. Roland Groß be­rich­te­te auch von ei­ner Ver­dachts­flä­che für Alt­las­ten im Sü­den, die nun durch auf­wen­di­ge Un­ter­su­chungs­maß­nah­men ein­ge­grenzt wer­den konn­te. Die­se Flä­che darf nicht über­baut wer­den und bleibt im öf­fent­li­chen Be­sitz. Sie kann je­doch den an­gren­zen­den Grund­stücks­be­sit­zern für ei­nen sym­bo­li­schen Pacht­preis zur Nut­zung über­las­sen wer­den. Im Nor­den des Bau­ge­biets wird ein Wald­ab­stand für die Be­bau­ung von 25 bis 30 Me­tern vor­ge­schrie­ben. An die­ser Stel­le kann auch die Nach­fra­ge nach grö­ße­ren Bau­plät­zen er­füllt wer­den.

Als Dach­for­men wer­den Flach-, Sat­tel-, Pult- und Walmd­ä­cher mit ei­ner Nei­gung zwi­schen 18 und 45 Grad er­laubt. Die ma­xi­ma­le Wand­hö­he ist auf 6,50 Me­ter und die Ge­bäu­de­hö­he auf neun Me­ter be­grenzt. Bei der Be­bau­ung sind le­dig­lich ei­ne fest­ge­leg­te Bau­li­nie und das Nach­bar­schafts­recht ein­zu­hal­ten, was Frei­hei­ten in der Plat­zie­rung der Ge­bäu­de schafft.

In ver­gan­ge­nen Sit­zun­gen hat­te der An­schluss des Neu­bau­ge­biets an das be­ste­hen­de Bau­ge­biet für hit­zi­ge Dis­kus­sio­nen ge­sorgt. Roland Groß konn­te aber die meis­ten Wün­sche der An­woh­ner in die Bau­vor­schrif­ten ein­ar­bei­ten: Den Haus­be­sit­zern an der Gren­ze zum Neu­bau­ge­biet wird ein fünf Me­ter brei­ter Strei­fen als Ab­stand­shal­ter zum Er­werb an­ge­bo­ten. Au­ßer­dem ist in der ers­ten, neu­en Häu­ser­zei­le ein Bau­platz we­ni­ger ein­ge­plant, so­dass die Be­bau­ung aus­ge­dünnt und die Be­son­nung der be­ste­hen­den Ge­bäu­de ver­bes­sert wird. In die­ser ers­ten Häu­ser­rei­he ist die Ge­bäu­de­hö­he au­ßer­dem auf acht Me­ter be­schränkt, was ei­ne zwei­ge­schos­si­ge Be­bau­ung, aber kei­nen Dach­aus­bau er­mög­licht.

Bau­wil­li­ge sind mit den Pla­nun­gen zu­frie­den

In ein­zel­nen Ab­stim­mun­gen be­schlos­sen die Rä­te wei­te­re Ein­zel­vor­ga­ben: Auf öf­fent­li­che Park­plät­ze in­ner­halb des Wohn­ge­biets wird ver­zich­tet, aber öf­fent­li­che Baum­pflan­zun­gen an Bür­ger­steig­ver­satz­stel­len sol­len be­las­sen wer­den. Der An­trag von Pe­tra Kel­ler, die Baum­hö­hen auf öf­fent­li­chem Grund zu be­gren­zen, um ei­ne Grund­stücks­ver­schat­tung zu ver­hin­dern, wur­de ab­ge­lehnt. Ei­ne Dach­be­grü­nung wird nicht vor­ge­schrie­ben, al­ler­dings muss auf je­dem Grund­stück ein Baum ge­pflanzt wer­den.

Au­ßer­dem be­schäf­tig­te sich der Rat mit dem vor­lie­gen­den Schall­gut­ach­ten. Nach die­sen Be­rech­nun­gen liegt das Neu­bau­ge­biet in ei­nem „grü­nen Be­reich“, der kei­ner­lei Schall­schutz­maß­nah­men vor­sieht. Bru­no Dre­her be­ur­teil­te das Gut­ach­ten aber als schön­ge­rech­net und ver­wies auf an­de­re Gut­ach­ten, die ein stei­gen­des Ver­kehrs­auf­kom­men, wach­sen­den Tran­sit­ver­kehr und er­höh­te LKW-Zah­len vor­aus­sa­gen. Da­zu konn­te Bür­ger­meis­ter Bernd Gom­bold ver­kün­den, dass es der Ge­mein­de ge­lun­gen sei, bei ei­ner Zwangs­ver­stei­ge­rung das Grund­stück im Sü­den von Reu­tä­cker, zwi­schen der Zu­fahrts­stra­ße nach In­zig­kofen und der B313, zu er­wer­ben. „Das Grund­stück ist für die Ent­wick­lung des Wohn­ge­biets Reu­tä­cker wich­tig, weil dort nun ein Re­ten­ti­ons­be­cken für Ober­flä­chen­was­ser und ein Lärm­schutz rea­li­siert wer­den kann“, sag­te er. Groß be­ur­teil­te die­sen di­rekt an der B313 zu er­stel­len­den Lärm­schutz als sehr ef­fek­tiv, weil das Bau­ge­biet hö­her liegt und da­mit die Stra­ße op­tisch zum Verschwinden ge­bracht wird. Die an­we­sen­den Bür­ger und Bau­wil­li­gen zeig­ten sich mit den Pla­nun­gen zu­frie­den.

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