Brü­cke ist seit Mo­na­ten nicht pas­sier­bar

Frau­en in der Gam­mer­tin­ger Lau­chert­stra­ße und im Oser är­gern sich dar­über

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ALB/LAUCHERT - Von Ignaz Stös­ser

GAMMERTINGEN - Wal­traud und Uschi Strau­bin­ger in der Gam­mer­tin­ger Lau­chert­stra­ße sind ver­är­gert. Im Früh­jahr ha­ben sie bei der Stadt­ver­wal­tung an­ge­regt, die Die­len an der Fuß­gän­ger­brü­cke über die Lau­chert in ih­rer Stra­ße zu er­neu­ern, weil meh­re­re an­ge­fault und lo­cker ge­wor­den wa­ren. Seit­her ist die Brü­cke nun ge­sperrt.

Die Frau­en hat­ten sich zu Be­ginn des Jah­res an den CDU-Ge­mein­de­rat Karl-Heinz He­bei­sen ge­wen­det und ihn ge­be­ten, die Sa­che in ei­ner Ge­mein­de­rats­sit­zung an­zu­spre­chen. Die Stadt­ver­wal­tung ver­sprach dar­auf­hin, die Brü­cke zu über­prü­fen. Bald da­nach ka­men in der Tat Hand­wer­ker, ent­fern­ten ei­ni­ge Die­len, sperr­ten die Brü­cke und ver­schwan­den wie­der. Seit knapp vier Mo­na­ten kann sie nun nicht ge­nutzt wer­den.

„Auf der ei­nen Sei­te der Lau­chert gibt es drei, auf der an­de­ren vier äl­te­re Frau­en, die sich re­gel­mä­ßig ge­trof­fen ha­ben“, sagt Uschi Strau­bin­ger. Ih­re Mut­ter sei ei­ne da­von und mit ih­ren 80 Jah­ren die Jüngs­te. Jetzt kön­nen sich die Frau­en aus der Lau­chert­stra­ße und dem Oser nicht mehr se­hen, denn der Weg über die Ho­hen­zol­lern­stra­ße ist meh­re­ren zu be­schwer­lich. „Da bre­chen so­zia­le Kon­tak­te weg“, gibt Uschi Strau­bin­ger zu be­den­ken.

Ver­är­gert sind die Frau­en, weil sie das Ge­fühl ha­ben, von der Stadt­ver­wal­tung ver­trös­tet und so­gar be­lo­gen zu wer­den. „In den vier Mo­na­ten hät­te doch et­was pas­sie­ren kön­nen“, sagt Wal­traud Strau­bin­ger. „Der Är­ger wä­re halb so schlimm, wenn die Stadt ehr­lich mit uns um­ge­hen wür­de.“

Er­neu­te An­fra­ge im Ge­mein­de­rat

In der jüngs­ten Ge­mein­de­rats­sit­zung hat Karl-Heinz He­bei­sen nun er­neut an­ge­fragt, wie es um die Brü­cke steht. „Da tut sich nichts“, sag­te er. Bür­ger­meis­ter Hol­ger Jerg er­klär­te, man ha­be die Die­len er­set­zen wol­len, da­bei aber fest­ge­stellt, dass die Me­tall­schie­nen, auf de­nen sie lie­gen, ziem­lich ver­ros­tet sei­en. „Die Brü­cke ist wich­tig an der Stel­le“, so Jerg. Dar­um sol­le sie auch rich­tig sa­niert wer­den. Er ver­si­cher­te, dass der Auf­trag an den Me­tall­bau­er be­reits ver­ge­ben sei. Doch der ha­be bis­lang noch kei­ne Zeit ge­habt.

Die bei­den Frau­en re­gen auch an, die Brü­cke mit Pol­lern zu ver­se­hen, so­dass Rad­fah­rer und Mo­tor­rad­fah­rer sie nicht mehr pas­sie­ren kön­nen. „Viel­leicht hält sie dann län­ger“, hof­fen sie. Au­ßer­dem soll­te ih­rer Mei­nung nach der Rad­weg auf Oser­sei­te deut­li­cher aus­ge­schil­dert wer­den. Im­mer wie­der hät­ten sich Rad­fah­rer in die Lau­chert­stra­ße ver­irrt, weil sie an­ge­nom­men ha­ben, der Rad­weg in Rich­tung Frei­zeit­an­la­ge und Bron­nen füh­re über die Brü­cke.

Der Bau­amts­lei­ter Sieg­fried Hagg war über­rascht, als er von dem Är­ger der Frau­en er­fuhr. Auch er ver­si­cher­te, dass der Auf­trag er­teilt wor­den sei und ver­sprach, er wer­de beim Me­tall­bau­er Druck ma­chen. Die Die­len je­den­falls sei­en schon da und könn­ten an ei­nem knap­pen Ar­beits­tag auch be­fes­tigt wer­den.

FO­TOS: IGNAZ STÖS­SER

Uschi (links) und ih­re Mut­ter Wal­traud Strau­bin­ger kön­nen nicht ver­ste­hen, wes­halb die Fuß­gän­ger­brü­cke über die Lau­chert in ih­rer Stra­ße mo­na­te­lang ge­sperrt sein muss.

Der Rost hat sich un­ter den Die­len tief ins Me­tall ge­fres­sen.

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