In Stet­ten klir­ren ab heu­te die Schwer­ter

Zwei Ta­ge lang ver­wan­delt sich die Ge­mein­de in ei­ne mit­tel­al­ter­li­che Stadt

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - MESSKIRCH - Von Chris­toph War­ten­berg

STET­TEN AM KAL­TEN MARKT Nach der Er­öff­nung mit der gest­ri­gen Nacht der Bal­la­den, bei der die Grup­pen Wen­drsonn und Ver­sen­gold auf­ge­tre­ten sind, be­ginnt heu­te der Hö­he­punkt des sechs­ten Stet­tener Spec­ta­cu­l­ums. Das Spec­ta­cu­lum fin­det we­gen des enor­men Auf­wands in­zwi­schen nur noch al­le vier Jah­re statt und wur­de sei­ner­zeit, zum 1200-jäh­ri­gen Be­ste­hen von Stet­ten, un­ter an­de­ren von Pfar­rer Lothar Wiest ins Le­ben ge­ru­fen.

Um 14 öff­nen sich die vier ei­gens für das Spec­ta­cu­lum ge­bau­ten Stadt­to­re zum Fest­ge­län­de. Tor­wär­ter kas­sie­ren den ent­spre­chen­den We­ge­zoll für die Be­su­cher des mit­tel­al­ter­li­chen Trei­bens im Zen­trum der Ge­mein­de.

Auf vier Büh­nen, der Pfeif­fer­büh­ne, der Mau­ri­ti­us­büh­ne, der Schloss­büh­ne und der Month­lé­ry­büh­ne wird den Be­su­chern ein im Halb­stun­den­takt wech­seln­des Pro­gramm ge­bo­ten, das al­le Schat­tie­run­gen mit­tel­al­ter­li­chen Le­bens bie­tet. Über­all im Stadt­ge­biet fin­den sich Grup­pen von Rit­tern, Mar­ke­ten­dern, Gauk­lern und vie­len mehr, die ein far­bi­ges Bild bie­ten, dem die Ver­an­stal­tung ih­ren Na­men „Spec­ta­cu­lum“ver­dankt. Die Pfeif­fer­büh­ne ist die zen­tra­le Büh­ne an der Kreu­zung Haupt­stra­ße und Brühl­stra­ße. Auf dem Schloss­hof, vor dem Rat­haus, das frü­her ein­mal das Schloss der Her­ren von und zu Hau­sen war, ist die zwei­te Büh­ne, die drit­te Büh­ne be­fin­det sich auf dem Mau­ri­ti­us­platz ne­ben der Kir­che und die vier­te Büh­ne fin­det man auf dem Platz von Month­lé­ry.

Gro­ßer Mit­tel­al­ter­markt

Um 15 Uhr be­ginnt der größ­te Mit­tel­al­ter­markt der Re­gi­on, auf dem al­ler­lei Ge­sun­des und we­ni­ger Ge­sun­des, Nütz­li­ches und we­ni­ger Nütz­li­ches so­wie aus­schließ­lich Schö­nes und Le­cke­res an­ge­bo­ten wer­den. Auch fast ver­ges­se­nes Hand­werk ist zu se­hen. Die Händ­ler stam­men nicht nur aus der Re­gi­on, son­dern rei­sen aus ganz Süd­deutsch­land an. Auf dem Schieß­platz zei­gen Lands­knech­te und Sol­da­ten­grup­pen ih­re Kriegs­küns­te und auf den Wie­sen herrscht ein lo­cke­res La­ger­le­ben. Manch­mal aber klir­ren auch die Schwer­ter, wenn zwei der stol­zen Re­cken an­ein­an­der ge­ra­ten.

An neun Stän­den kön­ne sich die Be­su­cher stär­ken und ih­ren Durst lö­schen. Die Glas­hüt­ter Ver­ei­ne ver­kös­ti­gen die Gäs­te auf dem Schloss­hof, der Ski-Club auf dem Platz der ehe­ma­li­gen Kro­ne, die Frohn­stet­ter be­wir­ten den Be­reich der Pfeif­fer­büh­ne und die Bock­zunft be­müht sich um die Be­su­cher auf dem Mau­ri­ti­us­platz. Auf dem Platz von Month­lé­ry sind es die Feu­er­wehr­ka­pel­le, der Turn-und Sport­ver­ein und die Stor­zin­ger Dorf­ge­mein­schaft, die auf Kund­schaft war­ten.

Das Sams­tags­fest en­det am Sonn­tag­mor­gen um 2 Uhr. Der Sonn­tag be­ginnt um um 9.30 Uhr mit ei­nem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst, der von den Spiel­leu­ten der Grup­pe Ra­nun­cu­lus ge­stal­tet wird. Um 11 Uhr be­ginnt dann das Pro­gramm und das Markt­ge­sche­hen. Fes­ten­de ist dann um 19 Uhr. Dann wird die Uhr in Stet­ten wie­der um rund 500 Jah­re vor­ge­dreht.

FO­TO: AR­CHIV

Schwer ge­rüs­te­te Rit­ter lie­fern sich beim Spec­ta­cu­lum rea­lis­ti­sche Schau­kämp­fe.

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