Ar­beit­neh­mer müs­sen im Ur­laub nicht er­reich­bar sein

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ANZEIGEN -

Ur­laub ist Ur­laub – und kei­ne Ar­beit. Ar­beit­ge­ber kön­nen ih­ren An­ge­stell­ten da­her nicht vor­schrei­ben, dass sie im Ur­laub E-Mails le­sen oder ans Han­dy ge­hen müs­sen. „Als regulärer Ar­beit­neh­mer muss ich im Ur­laub nicht er­reich­bar sein“, sagt Micha­el Eckert, Fach­an­walt für Ar­beits­recht aus Hei­del­berg. Vie­le neh­men die Ar­beit aber trotz­dem mit in die Fe­ri­en: Nach ei­ner ak­tu­el­len Um­fra­ge im Auf­trag des IT-Ver­bands Bit­kom sind sie­ben von zehn Ar­beit­neh­mern auch im Ur­laub er­reich­bar.

Wer das nicht ist, muss aber kei­ne Kon­se­quen­zen be­fürch­ten. Denn für den Ur­laub von Ar­beit­neh­mern gel­ten Schutz­rech­te. Die grei­fen so­gar im Not­fall, sagt Micha­el Eckert: So kön­ne der Chef Ar­beit­neh­mer zwar ver­su­chen zu kon­tak­tie­ren – et­wa, wenn der ein wich­ti­ges Pass­wort für den Ser­ver hat. „Auch dann gibt es aber kei­ne Pflicht zur stän­di­gen Er­reich­bar­keit, das ist rein frei­wil­lig.“

An­ders kann der Fall nur wei­ter oben auf der Kar­rie­re­lei­ter sein, wenn Ab­tei­lungs­lei­ter zum Bei­spiel er­reich­bar sein müs­sen, um Fris­ten für Ver­trä­ge oder Kün­di­gun­gen ein­zu­hal­ten: „Da ist die Er­reich­bar­keit ja oft auch im ei­ge­nen In­ter­es­se“, sagt Eckert. Und Ge­schäfts­füh­rer sei­en oh­ne­hin kei­ne Ar­beit­neh­mer im recht­li­chen Sin­ne und ge­nie­ßen da­mit auch nicht de­ren Schutz­rech­te. „Die­se sind dann auch im Ur­laub zu­nächst Ver­tre­ter des Un­ter­neh­mens und müs­sen even­tu­ell ent­spre­chend er­reich­bar sein.“(dpa)

FO­TO: JENS KALAENE/DPA

Stress, weil der Chef an­ruft? Nicht im Ur­laub.

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