Auf­klä­rung nicht ab­ge­schlos­sen

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Andre­as Her­holz po­li­tik@schwa­ebi­sche.de

Jah­re­lang hat die Haupt­an­ge­klag­te Bea­te Zschä­pe al­les ge­tan, um den NSU-Pro­zess zu tor­pe­die­ren. Zwei­ein­halb Jah­re hat­te sie ge­schwie­gen, von ih­rem Recht als An­ge­klag­te auf Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rung Ge­brauch ge­macht. An­statt dann doch noch ei­nen Bei­trag zur Wahr­heits­fin­dung zu leis­ten, spiel­te das Mit­glied der rechts­ex­tre­men NSU-Ter­ror­grup­pe das Op­fer, das ah­nungs- und hilf­los aus­ge­lie­fert war.

Die er­hoff­te ei­ne Ent­las­tung hat ihr all dies nicht ge­bracht. Die Bun­des­an­walt­schaft ist im­mer be­harr­lich ge­blie­ben und sieht Zschä­pe in ih­rem Plä­doy­er als Mit­tä­te­rin, die ge­mein­sam mit Uwe Mund­los und Uwe Böhn­hardt bei den zehn vor al­lem ras­sis­tisch mo­ti­vier­ten Mor­den mit kla­ren Auf­ga­ben be­tei­ligt war. Mag der Pro­zess auch müh­sam und quä­lend ge­we­sen sein, so hat er doch ge­zeigt, dass der Rechts­staat funk­tio­niert, auch wenn er mit­un­ter an Gren­zen zu ge­ra­ten scheint. Bea­te Zschäpes Ver­su­che, das Ge­richt von An­fang an vor­zu­füh­ren, sind ge­schei­tert. Jetzt bleibt die Hoff­nung auf ein an­ge­mes­se­nes Ur­teil und dass die­ses auch in den nächs­ten In­stan­zen Be­stand ha­ben wird.

Es darf al­ler­dings kei­nen Schluss­strich ge­ben. Die Auf­klä­rung die­ser furcht­ba­ren und bei­spiel­lo­sen Mord­se­rie und ih­rer Hin­ter­grün­de ist längst nicht ab­ge­schlos­sen. Die Op­fer und ih­re An­ge­hö­ri­gen ha­ben ei­nen An­spruch dar­auf.

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