Glenn Hagg will den Ball flach hal­ten

Fuß­ball: 55. Alb-Lau­chert-Tur­nier in Ben­zin­gen

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - REGIONALSPORT -

BEN­ZIN­GEN/BAD SAUL­GAU - Ei­nen Neu­start muss der TSV Ben­zin­gen in die­ser Sai­son ma­chen. Nach nur ei­nem Jahr in der Be­zirks­li­ga stieg die Mann­schaft wie­der in die Kreis­li­ga A ab, un­ter­lag im Som­mer in der Re­le­ga­ti­on dem SV Er­la­heim mit 3:4 nach Ver­län­ge­rung. In den kom­men­den Ta­gen ver­sucht die Mann­schaft um Te­am­ma­na­ger Glenn Hagg beim 55. Alb-Lau­chert-Po­kal auf ei­ge­nem Ge­län­de ei­ne Stand­ort­be­stim­mung.

„Nein, ich glau­be Re­le­ga­ti­on ist nicht meins“, sagt Glenn Hagg, Te­am­ma­na­ger des TSV Ben­zin­gen, und denkt nicht nur an den Früh­som­mer zu­rück. „Ich ha­be als Spie­ler mit dem FC Krau­chen­wies zwei­mal in der Re­le­ga­ti­on ver­lo­ren und zum En­de der ver­gan­ge­nen Sai­son nun mit dem TSV Ben­zin­gen. Den­noch“, sagt Hagg, „wir müs­sen fair blei­ben. Wir hät­ten zur Pau­se ei­gent­lich schon mit 0:4 zu­rück lie­gen müs­sen. Es stand 1:3, wir ha­ben den Aus­gleich ge­schafft, hat­ten so­gar die Chan­ce zum Sieg und krie­gen dann in der Ver­län­ge­rung durch ein dum­mes Tor und ver­lie­ren mit 3:4. Aber wie ge­sagt, in der ers­ten Halb­zeit hat­ten wir Glück...“Und das nach ei­ner Run­de, die so gut be­gon­nen hat­te, mit fünf Sie­gen in den ers­ten sechs Spie­len. Da­nach ging es qua­si berg­ab. „In der Vor­run­de lief es zu­nächst gut“, sagt auch Hagg. In der Rück­run­de lief dann gar nicht mehr viel zu­sam­men. „Wir ha­ben ge­hofft, dass wir zwei Mann­schaf­ten, im Ide­al­fall drei hin­ter uns las­sen kön­nen. Das Schlüs­sel­spiel war die Par­tie in Stet­ten (3:3) vier Wo­chen vor Sai­son­en­de.“Drei Ben­zin­ger sa­hen Rot, zwei da­von glatt. Nicht nur die 3:2-Füh­rung ge­gen Stet­ten war futsch. In den fol­gen­den Spie­len - durch­weg ge­gen di­rek­te Kon­kur­ren­ten - hol­te Ben­zin­gen nur noch drei Punk­te. Am En­de war Ben­zin­gen punkt­gleich mit dem Ta­bel­lenzwölf­ten St­ein­ho­fen, ein Zäh­ler zum di­rek­ten Klas­sen­er­halt fehl­te.

Li­ga: Star­ke Kon­kur­renz

Doch Haggs Blick rich­tet sich nach vor­ne. Der Bru­der des eins­ti­gen SCP-Ur­ge­steins Patrick Hagg - die Haggs stam­men aus Ben­zin­gen - hat al­so beim Hei­mat­ver­ein den Weg des Ab­tei­luns­ge­lei­ters und Te­am­ma­na­gers ein­ge­schla­gen. Un­ter sei­ner Re­gie schaff­te die Mann­schaft qua­si den Durch­marsch von der Kreis­li­ga B bis in die Be­zirks­li­ga. Jetzt al­so der Neu­an­fang in der Kreis­li­ga A. „Gut, der Ab­gang von Spie­ler­trai­ner Ste­fan Bach tut uns schon sehr weh. Aber es war klar, dass er ir­gend­wann nicht mehr zu hal­ten ist“, sagt der eins­ti­ge Ab­wehr­spie­ler des FC Krau­chen­wies über den Wech­sel Bachs zum süd­ba­di­schen Lan­des­li­gis­ten FV Wal­berts­wei­ler-Ren­gest­wei­ler (das Test­spiel ge­gen Wa-Re en­de­te 1:2), wo Bach die Nach­fol­ge des zur SpVgg. F.A.L. ge­wech­sel­ten Joa­chim Rud­dies an­trat. „Aber wir ha­ben mit Ed­gar Hu­ber wie­der ei­nen jun­gen, 28 Jah­re al­ten Spie­ler­trai­ner ge­holt, der Er­fah­run­gen in Meß­stet­ten, Tie­rin­gen und Alb­stadt ge­sam­melt hat. Pech nur, dass sich Ed­gar - noch in Di­ens­ten sei­nes Ex-Ver­eins Meß­stet­ten, drei Wo­chen vor Sai­son­en­de das Kreuz­band ge­ris­sen hat und noch län­ger aus­fällt“, schil­dert Hagg. „Aber da kann man nichts ma­chen.“

Eben­falls ver­schmer­zen muss der TSV Ben­zin­gen den Ab­gang von Ei­gen­ge­wächs Franz Hahn zum TSV Straß­berg in die Lan­des­li­ga. „Franz will es pro­bie­ren“, sagt Hagg. Da­mit müs­se man le­ben. Die Mann­schaft hat sich in der Som­mer­pau­se ver­jüngt. Ne­ben dem 28 Jah­re al­ten Spie­ler­trai­ner Ed­gar Hu­ber rück­ten vier A-Ju­nio­ren in den er­wei­ter­ten Ka­der, Ser­gej Rem­che kam aus Bitz zu­rück, Zel­j­ko Dras­ko­vic stieß eben­falls zum Team. Trotz­dem will Hagg von ei­ner Be­zirks­li­ga-Rück­kehr nichts wis­sen. „Wir wol­len den Ball flach hal­ten, denn al­le Ab­stei­ger aus der Be­zirks­li­ga Zol­lern sind in un­se­rer Staf­fel ge­lan­det. Und auch Ja­dran Ba­lin­gen ist ei­ne sehr gu­te Mann­schaft“, sagt Hagg über die Kon­kur­renz.

Jetzt gilt es erst mal die Form beim Alb-Lau­chert-Tur­nier zu fin­den und das Halb­fi­na­le zu er­rei­chen, doch da­zu muss am heu­ti­gen Mitt­woch ein Er­folg über Gam­mer­tin­gen her. Denn zum Auf­takt gab es am Mon­tag ein 1:4 ge­gen den Tur­nier­fa­vo­ri­ten Hart­hau­sen/Scher. „Wir freu­en uns, das Tur­nier hier aus­zu­rich­ten. Es macht Spaß, die­ses Tur­nier zu spie­len. Die Mann­schaf­ten kom­men sehr zu­ver­läs­sig, wis­sen um den Ter­min. Wir tref­fen uns be­reits im­mer im Sep­tem­ber zur Nach­be­spre­chung. Und der Ort steht ja auch im­mer sie­ben Jah­re im Vor­aus fest. Wir ha­ben das Tur­nier be­wusst als Sport­wo­che an­ge­legt, da­mit wir in der Vor­run­de über zwei­mal 40 Mi­nu­ten spie­len kön­nen. Das lässt dann schon or­dent­li­che Tests zu“, sagt Glenn Hagg.

ZEIT­PLAN, ER­GEB­NIS­SE

ARCHIV-FO­TO: WARNACK

Ben­zin­gen (re.: Mar­cel Gai­ser) spielt in der kom­men­den Sai­son nach dem Ab­stieg wie­der in der Kreis­li­ga A 1 Zol­lern. Ers­tes Zwi­schen­ziel ist das Halb­fi­na­le beim Alb-Lau­chert-Tur­nier. Un­ser Fo­to zeigt ei­ne Sze­ne aus dem ver­gan­ge­nen Jahr (li.: Bin­gens Sil­vio Car­dio)

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