EuGH-An­walt for­dert Flücht­lings­auf­nah­me auch von Un­garn und Slo­wa­kei

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Un­garn und die Slo­wa­kei ha­ben ei­nen Dämp­fer bei ih­rer Ver­wei­ge­rung der Flücht­lings­auf­nah­me er­hal­ten. Der Ge­ne­ral­an­walt des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) emp­fahl am Di­ens­tag, Kla­gen bei­der Län­der ge­gen die Um­ver­tei­lung von ins­ge­samt 120 000 Flücht­lin­gen aus Ita­li­en und Grie­chen­land auf an­de­re Län­der der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) ab­zu­wei­sen. Die EU-Kom­mis­si­on sah sich in ih­rem Kurs be­stä­tigt und ver­schärf­te die Ver­fah­ren ge­gen Auf­nah­me­ver­wei­ge­rer aus Ost­eu­ro­pa (Az. C-643/15 und an­de­re). Auch Un­garn und die Slo­wa­kei müss­ten die im Sep­tem­ber 2015 ver­ein­bar­ten Flücht­lings­kon­tin­gen­te auf­neh­men, er­klär­te EuGH-Ge­ne­ral­an­walt Yves Bot. Da­mals hat­ten die EU-In­nen­mi­nis­ter ge­gen den Wi­der­stand meh­re­rer ost­eu­ro­päi­scher Staa­ten die Um­ver­tei­lung per Mehr­heits­ent­schei­dung be­schlos­sen, um die Haupt­an­kunfts­län­der Ita­li­en und Grie­chen­land zu ent­las­ten. Flücht­lin­ge soll­ten bis Sep­tem­ber 2017 nach ei­nem Quo­ten­sys­tem in an­de­re Mit­glied­staa­ten ge­bracht wer­den. Un­garn und die Slo­wa­kei klag­ten da­ge­gen. Die Um­ver­tei­lung sei von den In­nen­mi­nis­tern „wirk­sam be­schlos­sen“wor­den, er­klär­te Bot in sei­nen Schluss­an­trä­gen für das Ver­fah­ren. Sie tra­ge da­zu bei, dass Grie­chen­land und Ita­li­en die Fol­gen der Flücht­lings­kri­se vom Som­mer 2015 be­wäl­ti­gen könn­ten. Mit der Ver­wei­ge­rung der Flücht­lings­auf­nah­me hät­ten die Slo­wa­kei und Un­garn ge­gen „die Pflicht zur So­li­da­ri­tät“und zur ge­rech­ten Auf­tei­lung der Las­ten ver­sto­ßen, der die Mit­glied­staa­ten im Be­reich der Asyl­po­li­tik un­ter­lä­gen. Das Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs wird in ei­ni­gen Mo­na­ten er­war­tet. In Brüs­sel wird da­mit En­de Sep­tem­ber oder im Ok­to­ber ge­rech­net. Zu­meist folgt das Ge­richt den Emp­feh­lun­gen sei­ner Ge­ne­ral­an­wäl­te. (AFP)

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