Eh­ren­amt­li­che ver­sor­gen Not­fall­pa­ti­en­ten

Ve­rin­gen­stadt setzt Pro­jekt „Hel­fer vor Ort“um – Ge­mein­de­rat be­schließt Zu­schuss

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ALB/LAUCHERT - Von Ignaz Stösser

VE­RIN­GEN­STADT - Ret­tungs­diens­te oder No­t­ärz­te brau­chen oft re­la­tiv lan­ge, bis sie im Not­fall vor Ort ein­tref­fen. In Ve­rin­gen­stadt dau­ert es in der Re­gel zehn bis 15 Mi­nu­ten, bis Hil­fe kommt. Hel­fer vor Ort sol­len nun da­zu bei­tra­gen, die­se Lü­cke zu schlie­ßen. Der Ge­mein­de­rat hat in sei­ner Sit­zung am Mitt­woch be­schlos­sen, ein ent­spre­chen­des Pro­jekt um­zu­set­zen.

„Da brau­chen wir nicht lan­ge dar­über zu dis­ku­tie­ren, das ist ei­ne tol­le Sa­che, und es ist für mich kei­ne Fra­ge, dass wir den Zu­schuss ge­wäh­ren soll­ten“, sag­te Ge­mein­de­rat Max Füss in der Sit­zung. In wei­te­ren Wort­mel­dun­gen si­gna­li­sier­ten die Rä­te eben­falls Zu­stim­mung. Die Ver­wal­tung hat­te vor­ge­schla­gen, das Pro­jekt mit 4000 Eu­ro zu un­ter­stüt­zen. Da­mit sol­len Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de an­ge­schafft wer­den.

„Die Hel­fer ar­bei­ten eh­ren­amt­lich“, sag­te Bür­ger­meis­ter Ar­min Christ ge­gen­über der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. In­iti­iert wur­de das Gan­ze vom Feu­er­wehr­kom­man­dan­ten In­go To­bler und dem Ve­rin­ger DRK-Be­reit­schafts­füh­rer Ar­min Reck. Sie ha­ben ei­nen Mit­ar­bei­ter­stamm von 15 Mit­ar­bei­tern, die be­reit sind, in Not­fäl­len ein­zu­sprin­gen, bis der Not­arzt kommt. Das sei ein bunt ge­misch­ter Hau­fen, be­ste­hend aus Feu­er­wehr­leu­ten, DRK-Mit­ar­bei­tern, Al­ten­pfle­ger oder Ret­tungs­as­sis­ten­ten, die das in ih­rer Frei­zeit eh­ren­amt­lich über­neh­men wür­den. Im Au­gust wol­len die Hel­fer ih­ren Ers­te-Hil­fe-Kurs auf­fri­schen, und Mit­te Sep­tem­ber be­ginnt ein Sa­ni­täts­kurs, der bis No­vem­ber geht. „Da­nach kön­nen wir das Pro­jekt star­ten“, sagt To­bler.

Die Kos­ten für die Sa­ni­täts­aus­bil­dung be­tra­gen 200 Eu­ro pro Person und wer­den vom DRK-Kreis­ver­band über­nom­men. Der Ver­band stellt für die Hel­fer vor Ort auch ei­nen äl­te­ren Sa­ni­täts­wa­gen zur Ver­fü­gung, der im Ve­rin­gen­städ­ter Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus un­ter­ge­bracht wird. Alar­miert wer­den die Hel­fer über die Ret­tungs­leit­stel­le, so wie der Not­arzt auch. Vor Ort tref­fen die Hel­fer dann die ers­ten Vor­keh­run­gen und leis­ten Ers­te Hil­fe. „Das ist ei­ne schö­ne Chan­ce, Men­schen zu hel­fen“, be­tont der Bür­ger­meis­ter. Die Hil­fe kön­ne dann bei­spiels­wei­se vom Händ­chen­hal­ten bis zum Ein­satz des De­fi­bril­la­tors rei­chen.

Das Pro­jekt ist re­la­tiv neu, doch in an­de­ren Ort­schaf­ten wie Gam­mer­tin­gen, Beu­ron und Her­ber­tin­gen wur­de es schon vor et­li­chen Jah­ren ein­ge­führt. In Neuf­ra wird es eben­falls prak­ti­ziert. In Ve­rin­gen­stadt ka­men der Feu­er­wehr­kom­man­dant und der Be­reit­schafts­füh­rer beim Stadt­fest im ver­gan­ge­nen Jahr auf die Idee, es eben­falls zu über­neh­men. Nach der Pla­nungs­pha­se kommt es jetzt in den kom­men­den Mo­na­ten zur Um­set­zung.

„Das ist ei­ne schö­ne Chan­ce, Men­schen zu hel­fen“, sagt Bür­ger­meis­ter Ar­min Christ.

AR­CHIV­FO­TO: DPA

Die Hel­fer vor Ort sind als ers­te bei ei­nem Not­fall­pa­ti­en­ten und leis­ten wert­vol­le Hil­fe, die Le­ben ret­ten kann.

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