In High Heels über den neu­en Schloss­platz

Der mul­ti­funk­tio­na­le Platz in Gam­mer­tin­gen wird heu­te sei­ner Be­stim­mung über­ge­ben

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ALB/LAUCHERT - Von Ignaz Stös­ser

GAM­MER­TIN­GEN - Heu­te wird der neu ein­ge­rich­te­te Schloss­platz in Gam­mer­tin­gen fei­er­lich sei­ner Be­stim­mung über­ge­ben. Der mul­ti­funk­tio­na­le Platz hat als Fest­platz sei­ne Feu­er­tau­fe be­reits beim Ci­ty­fest be­stan­den. Heu­te fin­det hier ein Jazz-Kon­zert im Frei­en statt, im Rah­men des­sen er ein­ge­weiht wird. Vie­le Gam­mer­tin­ger sind zu­frie­den mit dem neu­en Schloss­platz, so­wohl vom Aspekt her als auch von sei­ner Funk­tio­na­li­tät. Sebst auf die Hig­hHeels-Taug­lich­keit der Pflas­ter­stei­ne wur­de ge­ach­tet.

„Uns ist es beim Ci­ty­fest sehr gut ge­gan­gen“, sagt der Lei­ter des Gam­mer­tin­ger He­ge­rings, Karl Götz. Die Jä­ger hat­ten ihr Zelt zur Be­wir­tung der Stadt­fest­gäs­te auf dem Schloss­platz auf­ge­schla­gen. Er ha­be nur po­si­ti­ve Äu­ße­run­gen über den Platz ge­hört. „Er ist ide­al“, so der He­ge­ring­lei­ter. Der Zu­gang zur In­fra­struk­tur sei op­ti­mal ge­macht. „Du brauchst nur ei­nen De­ckel im Bo­den auf­zu­he­ben und hast schon dei­ne An­schlüs­se“, sagt Götz. Der Zu­gang zum Platz sei für die Be­su­cher gut. Die Was­ser­spie­le und der neu an­ge­leg­te Was­ser­lauf sei­en schö­ne At­trak­tio­nen. Mehr­ein­nah­men hat der Schloss­platz al­ler­dings kei­nem der Ver­ei­ne be­schert.

Zel­te müs­sen mit Ge­wich­ten ver­an­kert wer­den

„Die In­fra­struk­tur funk­tio­niert“, sagt auch Wer­ner Lei­pert von der Sport­ge­mein­schaft KFH, die beim Ci­ty­fest ihr Fest­zelt eben­falls auf dem neu­en Platz auf­ge­baut hat­te. Er lob­te auch das Am­bi­en­te. Durch die Pflas­te­rung sei das jetzt ei­ne sau­be­re Sa­che. Frü­her stand das Zelt auf ei­ner Ra­sen­flä­che, da sei bei Re­gen al­les ziem­lich schmut­zig ge­we­sen. Auch beim SV Bron­nen ist man zu­frie­den. Wer­ner Knör sag­te al­ler­dings, dass die Hel­fer es be­dau­ert hät­ten, das Zelt nicht mehr mit Nä­geln be­fes­ti­gen zu kön­nen.

Da­zu sagt In­ge­nieur Ger­hard Lutz, der von al­len Sei­ten viel Lob für die Gestal­tung des Plat­zes er­hält: „Die Ver­an­ke­rung von Zel­ten war im Vor­feld ein gro­ßes The­ma.“Doch we­gen der kom­ple­xen In­fra­struk­tur sei es nicht mög­lich, Nä­gel in die Pflas­te­rung zu schla­gen. Es ha­be die Mög­lich­keit be­stan­den, fes­te An­ker­plät­ze zu schaf­fen, aber dann hät­ten die Zel­te im­mer die glei­che Grö­ße ha­ben müs­sen. So müs­se nun mit Ge­wich­ten ge­ar­bei­tet wer­den. Die Jä­ger hät­ten gro­ße Baum­stäm­me ge­bracht, das ha­be gut aus­ge­se­hen. Der SV hat Hal­te­be­häl­ter, ge­füllt mit Ra­batt­plat­ten, ver­wen­det.

„Mei­ne Frau woll­te bei den Jä­gern et­was es­sen, ich woll­te lie­ber ein Schnit­zel vom Sport­ver­ein Bron­nen ha­ben“, er­zähl­te Wer­ner Lei­pert. Durch die op­ti­ma­le Ver­tei­lung der Fest­zel­te auf dem Platz ha­be sich je­doch je­der sein Lieb­lings­es­sen ho­len kön­nen und da­zu ein Bier vom ver­eins­ei­ge­nen Stand der KFH. Da­mit trug der neue Schloss­platz auch da­zu bei, den Fa­mi­li­en­frie­den im Hau­se Lei­pert zu ret­ten.

Der Wirt des Ho­tels Kreuz, Frank Burk­hart, sagt: „Mei­ne Gäs­te fin­den den Platz sehr schön.“Er er­zeu­ge im Um­feld des Ho­tels ein an­ge­neh­mes Flair. „Op­tisch ist das für uns von Vor­teil“, so Burk­hart. Ob es ihm ge­schäft­lich ei­nen Vor­teil ver­schafft, be­zwei­felt der Gast­wirt eher. Die zu­sätz­li­chen Park­plät­ze auf dem Schloss­platz be­nö­tigt er nicht für sei­ne Gäs­te. Das Ho­tel ha­be ge­nü­gend ei­ge­ne Stell­plät­ze. Die ge­plan­te neue Park­platz­re­ge­lung be­grüßt Burk­hart.

Ve­ra Ben­der vom Gam­mer­tin­ger Rat­haus ist voll des Lo­bes für den Pla­ner Ger­hard Lutz. „Er hat an al­les ge­dacht, so­gar an die High Heels von uns Frau­en“, sagt sie. Die Pflas­te­rung sei so ge­wählt, dass man mit ho­hen Schuhab­sät­zen gut lau­fen kön­ne, oh­ne um­zu­kni­cken. Lutz er­läu­tert, war­um das Pflas­ter high-heels-taug­lich ist: „Wir ha­ben St­ei­ne ge­wählt, die ge­sägt und dann ge­stockt be­zie­hungs­wei­se auf­ge­raut wor­den sind.“Sie sei­en nicht so un­eben, wie ge­bro­che­ne St­ei­ne.

Ins­ge­samt hat die Gestal­tung des Plat­zes rund 800 000 Eu­ro ge­kos­tet. Au­ßer dem Platz selbst wur­de auch ein neu­er Steg zwi­schen Rat­haus und Lau­chert ge­baut, ein Zu­gang zur Lau­chert ge­schaf­fen, die al­te Stadt­mau­er sa­niert so­wie ein Was­ser­lauf an­ge­legt, der zu­nächst na­tur­nah ent­lang der Stadt­mau­er fließt und dann quer über den Platz. Was­ser­fon­tä­nen und Ru­he­bän­ke schaf­fen ei­ne ge­müt­li­che At­mo­sphä­re.

Im In­ter­net gibt es un­ter www.schwa­ebi­sche.de auch ein Vi­deo.

FOTOS (2): IGNAZ STÖS­SER

Der Pla­ner Ger­hard Lutz hat bei der Gestal­tung des Plat­zes vie­le Wün­sche un­ter ei­nen Hut ge­bracht. Selbst auf die High-Heels-Taug­lich­keit der Pflas­ter­stei­ne hat er ge­ach­tet.

FOTOS: ARCHIV

So hat der Pla­ner den Schloss­platz ent­wor­fen...

...und so sieht er nach der Fe­rig­stel­lung aus.

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