Hoch­schul-Neu­bau: Ge­neh­mi­gung un­ter Auf­la­gen

Land­rats­amt er­teilt Ge­neh­mi­gung für Miet­ein­tritt der Stadt – Um­set­zung kann nun vor­an­ge­trie­ben wer­den

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - OBERSCHWABEN UND DONAU -

RIED­LIN­GEN/BIBERACH (sz/uno) Der Weg ist frei: Das Land­rats­amt Biberach hat die kom­mu­nal­recht­li­che Ge­neh­mi­gung er­teilt, die für die Um­set­zung des Neu­baus der SRH Fern­hoch­schu­le in Ried­lin­gen not­wen­dig ist. Al­ler­dings ist die Ge­neh­mi­gung an Auf­la­gen ge­bun­den. So muss die Stadt Ried­lin­gen et­wa Rück­stel­lun­gen bil­den. Den­noch kön­nen die Be­tei­lig­ten an die Um­set­zung ge­hen.

„Nach­dem die Stadt Ried­lin­gen am ver­gan­ge­nen Di­ens­tag, 25. Ju­li, al­le ent­schei­dungs­re­le­van­ten Un­ter­la­gen und ins­be­son­de­re ei­nen Wirt­schaft­lich­keits­nach­weis vor­leg­te, hat das Land­rats­amt ges­tern, 31. Ju­li, die kom­mu­nal­recht­li­che Ge­neh­mi­gung für ei­nen mög­li­chen Miet­ein­tritt der Stadt in ein Miet­ver­hält­nis zwi­schen ei­nem In­ves­tor und der SRH Fern­hoch­schu­le ge­neh­migt“, heißt es in der Mit­tei­lung des Land­rats­amts.

Das Land­rats­amt ma­che aus kom­mu­nal­recht­li­cher Sicht den Weg frei, da­mit sich die Fern­hoch­schu­le in Ried­lin­gen wei­ter ent­wi­ckeln kann. Die Ge­neh­mi­gung an die Stadt wur­de mit der Auf­la­ge er­teilt, dass der Miet­preis noch öf­fent­lich im Ge­mein­de­rat be­han­delt wer­den muss. Soll­te die SRH Fern­hoch­schu­le von ih­rem Son­der­kün­di­gungs­recht Ge­brauch ma­chen, muss die Stadt für das Ri­si­ko, das sie ein­geht, Vor­sor­ge tref­fen und Rück­stel­lun­gen bil­den. Das Ri­si­ko be­läuft sich auf min­des­tens 2,1 Mil­lio­nen Eu­ro.

„Es war uns als Land­rats­amt wich­tig, die Ge­neh­mi­gung schnell zu er­tei­len, nach­dem die Stadt al­le not­wen­di­gen Un­ter­la­gen in der ver­gan­ge­nen Wo­che vor­ge­legt hat. Das Kom­mu­nal­amt hat in den ver­gan­ge­nen Ta­gen mit Hoch­druck dar­an ge­ar­bei­tet. Die Ge­neh­mi­gung um­fasst ins­ge­samt sie­ben Sei­ten. Als Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de ha­ben wir un­se­ren Teil so schnell wie mög­lich ge­leis­tet, dass es mit der Fern­hoch­schu­le in Ried­lin­gen wei­ter­ge­hen kann. Dar­über sind wir sehr froh“, sagt Land­rat Dr. Hei­ko Schmid.

Ho­he Maß­stä­be an die Ge­neh­mi­gung

Die kom­mu­nal­recht­li­che Ge­neh­mi­gung ist not­wen­dig, weil zwi­schen dem In­ves­tor und der SRH ein 15-jäh­ri­ger Miet­ver­trag ge­schlos­sen wur­de, der aber ein Son­der­kün­di­gungs­recht be­inhal­tet. Da­nach kann die SRH den Miet­ver­trag nach zehn Jah­ren be­en­den. Für die ver­blei­ben­den fünf Jah­re soll dann die Stadt Ried­lin­gen ein­tre­ten und ein mög­li­ches Miet­aus­fall­ri­si­ko über­neh­men. Es han­delt sich, nach Aus­kunft des Land­rats­amts, da­bei um ei­nen Ge­währ­ver­trag, der nach der Ge­mein­de­ord­nung von der Rechts­auf­sichts­be­hör­de, dem Land­rats­amt, zu ge­neh­mi­gen ist.

Das an­zu­wen­den­de Kom­mu­nal­recht legt dem­nach ho­he Maß­stä­be an ei­nen Ge­währ­ver­trag an. Da­nach darf der Ge­währ­ver­trag durch die Stadt Ried­lin­gen nur über­nom­men wer­den, wenn kom­mu­na­le Auf­ga­ben er­füllt wer­den und die ge­ord­ne­te Haus­halts­wirt­schaft der Stadt ge­wahrt bleibt. Ins­be­son­de­re muss die Stadt in der La­ge sein, ih­ren fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen dau­er­haft nach­zu­kom­men. Dies wur­de den Ver­tre­tern der Stadt ge­gen­über be­reits An­fang Fe­bru­ar in ei­nem Ge­spräch deut­lich ge­macht und ent­spre­chen­de Nach­wei­se be­reits da­mals ein­ge­for­dert. Dem­nach muss­te die Stadt un­ter an­de­rem ei­ne Ri­si­ko­ab­schät­zung und ei­nen Wirt­schaft­lich­keits­nach­weis vor­le­gen. Bei­des ging in der ver­gan­ge­nen Wo­che ein.

We­ni­ger recht­lich auf­wen­di­ge Rea­li­sie­rungs­über­le­gun­gen wie bei­spiels­wei­se der Bau des Ge­bäu­des durch die Stadt selbst, wur­den von der Stadt un­ter an­de­rem mit dem Hin­weis auf den be­ste­hen­den Zeit­druck und der struk­tu­rell an­ge­spann­ten Haus­halts­si­tua­ti­on ver­wor­fen.

Ne­ben dem Ge­währ­ver­trag zahlt die Stadt Ried­lin­gen für die ers­ten zehn Jah­re auch ei­nen Miet­kos­ten­zu­schuss an die SRH Fern­hoch­schu­le von fünf Eu­ro je Qua­drat­me­ter. Die­ser Miet­kos­ten­zu­schuss ist we­der anzeige-, noch vor­la­ge- oder gar ge­neh­mi­gungs­pflich­tig. Das Land­rats­amt weist in sei­ner Ge­neh­mi­gung die Stadt je­doch dar­auf hin, dass da­bei eu­ro­pa­recht­li­che Bei­hil­fe­vor­schrif­ten zu be­ach­ten sind.

Die SRH Fern­hoch­schu­le in Ried­lin­gen platzt aus al­len Näh­ten. Im ver­gan­ge­nen Som­mer fiel die Ent­schei­dung, dass der Ver­wal­tungs­sitz in Ried­lin­gen blei­ben und ein Neu­bau kom­men soll. Al­ler­dings drängt die Zeit. En­de 2018, so das An­sin­nen der Hoch­schu­le, soll der Neu­bau be­zugs­fer­tig sein.

FO­TO: ARCHEWOHNA

Das Mo­dell des Neu­baus der SRH Fern­hoch­schu­le in Ried­lin­gen: Die Plä­ne sind ab­ge­stimmt, nun kann die Um­set­zung be­gin­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.