Bau­ern­prä­si­dent be­fürch­tet mas­si­ve Ern­te­aus­fäl­le

Land­wir­te sor­gen sich we­gen im­mer wie­der­keh­ren­der Unwetter und Stark­re­gen um ih­re Er­trä­ge

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ERSTE SEITE - Von Andre­as Her­holz

BER­LIN (her) - Der Land­wirt­schaft in Deutsch­land dro­hen an­ge­sichts der Wet­ter­be­din­gun­gen in die­sem Som­mer schwe­re Zei­ten. „Ern­ter­ei­fes Ge­trei­de kann bis­her we­gen der im­mer wie­der­keh­ren­den und star­ken Re­gen­fäl­le in ei­ni­gen Re­gio­nen nicht ge­ern­tet wer­den, Er­trags- und Qua­li­täts­ver­lus­te könn­ten die Fol­ge sein“, er­klär­te Bau­ern­prä­si­dent Joa­chim Ruck­wied am Di­ens­tag im Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Die ex­tre­men Wet­ter­la­gen wür­den im­mer wei­ter zu­neh­men, die Fol­gen da­von be­kä­men in die­sem Ern­te­jahr ins­be­son­de­re die Acker- und Obst­bau­ern so­wie die Win­zer zu spü­ren. Der Stark­re­gen be­hin­de­re vie­ler­orts das Be­fah­ren der Fel­der.

BER­LIN - Alarm­stim­mung bei den deut­schen Bau­ern. Die Land­wir­te fürch­ten an­ge­sichts der Wet­ter­be­din­gun­gen in die­sem Som­mer um ih­re Ern­te. „Ern­ter­ei­fes Ge­trei­de kann bis­her we­gen der im­mer wie­der­keh­ren­den und star­ken Re­gen­fäl­le in ei­ni­gen Re­gio­nen nicht ge­ern­tet wer­den, Er­trags- und Qua­li­täts­ver­lus­te könn­ten die Fol­ge sein“, er­klär­te Bau­ern­prä­si­dent Joa­chim Ruck­wied am Di­ens­tag im Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. „Die Wet­ter­ex­tre­me neh­men in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu. Ak­tu­ell er­fah­ren dies im Ern­te­jahr 2017 un­se­re Acker- und Obst­bau­ern wie Win­zer“, sag­te er. Die Ern­te 2017 sei mehr als durch­wach­sen. Wie­der­keh­ren­de Nie­der­schlä­ge ver­hin­der­ten, das ern­ter­ei­fe Ge­trei­de über meh­re­re Ta­ge ein­zu­ho­len. Auch könn­ten die Fel­der in­fol­ge des Stark­re­gens zum Teil nicht be­fah­ren wer­den, heißt es beim Bau­ern­ver­band. Der Re­gen füh­re beim ern­ter­ei­fen Ge­trei­de zur Min­de­rung der Qua­li­tä­ten. So ge­be es re­gio­nal star­ke Schä­den we­gen der Wet­ter­ex­tre­me wie Stark­re­gen, Über­schwem­mun­gen, Ha­gel und Frost im April in Obst­kul­tu­ren und im Wein im Sü­den Deutsch­lands. Der Wit­te­rungs­ver­lauf in die­sem Jahr sei au­ßer­ge­wöhn­lich, so Bau­ern­prä­si­dent Ruck­wied. „Star­ker Frost Mit­te April nach dem war­men März, an­schlie­ßend re­gio­nal Tro­cken­heit, Ha­gel und mon­s­un­ar­ti­ger Stark­re­gen mit Über­schwem­mun­gen sorg­ten für er­heb­li­che Schä­den in der Land­wirt­schaft“, er­klär­te er. In den ver­gan­ge­nen Ta­gen sei in den meis­ten Re­gio­nen zü­gig ge­ern­tet wor­den. Die Ge­trei­de­ern­te sei aber noch lan­ge nicht ab­ge­schlos­sen.

Bei der Win­ter­gers­te, die bis­her bun­des­weit weit­ge­hend ab­ge­ern­tet wor­den sei, geht der Deutsche Bau­ern­ver­band da­ge­gen deutsch­land­weit von ei­nem Durch­schnitts­er­trag von knapp 7,2 Ton­nen pro Hekt­ar aus. Hier lie­ge der Er­trag ge­ring­fü­gig über dem Vor­jah­res­er­trag von rund

7,1 Ton­nen pro Hekt­ar und ent­spre­che dem Ern­te-Durch­schnitt der ver­gan­ge­nen fünf Jah­re. Die dies­jäh­ri­ge Win­ter­gers­ten­ern­te be­lau­fe sich auf

8,8 Mil­lio­nen Ton­nen. Da­mit wer­de das Vor­jah­res­er­geb­nis in Hö­he von neun Mil­lio­nen Ton­nen nur um zwei Pro­zent ver­fehlt.

Win­ter­raps sei mit ei­ner An­bau­flä­che von 1,31 Mil­lio­nen Hekt­ar

(15 000 Hekt­ar we­ni­ger als im Vor­jahr) die wich­tigs­te in Deutsch­land an­ge­bau­te Öl­pflan­ze. Zu den be­deu­tends­ten Re­gio­nen im Rap­san­bau ge­hör­ten die ost­deut­schen Bun­des­län­der so­wie Bay­ern und Nie­der­sach­sen, so der Bau­ern­ver­band. Die bis­her ge­mel­de­ten Er­trä­ge lie­ßen dar­auf schlie­ßen, dass der Durch­schnitts­er­trag der Jah­re 2012 bis 2016 in Hö­he von 3,9 Ton­nen pro Hekt­ar in die­sem Jahr nicht er­reicht wer­de.

FO­TO: DPA

Mäh­dre­scher ern­tet auf dem Bo­den lie­gen­de Äh­ren: Der Re­gen hat in die­sem Jahr auf vie­len Fel­dern sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.