Nie­mand von Be­triebs­fei­er aus­schlie­ßen

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - ANZEIGEN -

Ar­beit­ge­ber dür­fen ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter nicht von Be­triebs­aus­flü­gen oder -fei­ern aus­schlie­ßen. Das gilt auch dann, wenn sie an­sons­ten vom Di­enst frei­ge­stellt sind. Das geht aus ei­nem Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln (Az.: 8 Ca 5233/16) her­vor, auf das der Bund-Ver­lag hin­weist. Ein­zel­ne Kol­le­gen nicht zur Weih­nachts­fei­er oder an­de­ren Ver­an­stal­tun­gen ein­zu­la­den, ist dem­nach nur mit ei­nem trif­ti­gen Grund er­laubt – et­wa, weil es in der Ver­gan­gen­heit bei ähn­li­chen An­läs­sen Är­ger mit dem Mit­ar­bei­ter gab.

Der Klä­ger in dem Fall ar­bei­te­te als Fach­be­reichs­lei­ter bei ei­nem Ver­ein, der Trä­ger meh­re­rer Se­nio­ren­zen­tren ist. An­fang 2015 gab es Streit zwi­schen dem Klä­ger und dem neu­en Vor­stands­vor­sit­zen­den, An­fang 2016 wur­de er bis zum Ren­ten­be­ginn gut zwei Jah­re spä­ter bei vol­ler Be­zah­lung frei­ge­stellt. Wäh­rend der Ver­hand­lun­gen bat er aber dar­um, wei­ter an Be­triebs­aus­flü­gen so­wie Weih­nachts- und Kar­ne­vals­fei­ern teil­neh­men zu dür­fen. Zum ers­ten Kar­ne­val nach sei­ner Frei­stel­lung wur­de er auch ein­ge­la­den, da­nach aber nicht mehr.

Da­ge­gen klag­te er – und be­kam Recht. Be­triebs­aus­flü­ge und -fei­ern sei­en Leis­tun­gen un­ter kol­lek­ti­ven Ge­sichts­punk­ten. Schließt der Ar­beit­ge­ber ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter da­von aus, sei das ei­ne Un­gleich­be­hand­lung. Und die sei nur mit ei­nem trif­ti­gen Sach­grund er­laubt. (dpa)

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