Kehrt­wen­de An­fang der 1990er-Jah­re: die Ein­füh­rung des Grü­nen Punkts

Schwaebische Zeitung (Sigmaringen) - - WIRTSCHAFT -

Die Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung brach­te 1991 in Deutsch­land die Müll­tren­nung und de­ren Mar­ken­zei­chen, den Grü­nen Punkt, auf den Weg. Um die wach­sen­den Müll­ber­ge in den Griff zu be­kom­men, ver­pflich­te­te der da­ma­li­ge Bun­des­um­welt­mi­nis­ter Klaus Töp­fer die Her­stel­ler, ih­re Ver­pa­ckun­gen zu re­cy­celn und da­für die Kos­ten zu tra­gen. Die in­zwi­schen 5. No­vel­le der Ver­ord­nung ist am 1. Ja­nu­ar 2009 in Kraft ge­tre­ten. Auf­ga­be des Dua­len Sys­tems Deutsch­land (DSD), ei­nem pri­vat­wirt­schaft­lich or­ga­ni­sier­ten Un­ter­neh­men, ist nach ei­ge­nen An­ga­ben die Samm­lung, Sor­tie­rung und Ver­wer­tung von ge­brauch­ten Ver­kaufs­ver­pa­ckun­gen. Die Ver­pa­ckungs­her­stel­ler be­zah­len für den Grü­nen Punkt ei­ne Li­zenz­ge­bühr an das DSD in Köln. Die Kos­ten trägt letzt­lich der Kun­de, weil der Her­stel­ler sie auf den Preis auf­schlägt. Ge­zahlt wird nur für in Deutsch­land in Ver­kehr ge­brach­te Ver­pa­ckun­gen.

Da­bei rich­tet sich das je­wei­li­ge Ent­gelt aus­schließ­lich nach dem ein­ge­setz­ten Ma­te­ri­al und dem Ge­wicht der Ver­pa­ckung. Das DSD wie­der­um be­auf­tragt pri­va­te Ab­fall­un­ter­neh­men, die li­zen­sier­ten Ver­pa­ckun­gen mit dem Grü­nen Punkt ein­zu­sam­meln und zu ver­wer­ten. Dies wird aus den Li­zenz­ein­nah­men fi­nan­ziert. Ge­mäß der Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung muss sich das DSD beim Auf­bau der Wert­stof­fer­fas­sungs­sys­te­me mit den ent­sor­gungs­pflich­ti­gen Kom­mu­nen ab­stim­men. Da­her gibt es bun­des­weit ver­schie­de­ne Sam­mel­sys­te­me. Grund­sätz­lich un­ter­schei­det man zwi­schen Hol- und Bring­sys­te­men. Das am wei­tes­ten ver­brei­te­te Sam­mel­sys­tem ist das Hol­sys­tem mit dem Gel­ben Sack oder der Gel­ben Ton­ne. Da­rin sam­meln die Ver­brau­cher zu Hau­se die Leicht­ver­pa­ckun­gen (zum Bei­spiel Jo­ghurt­be­cher). Beim Bring­sys­tem kann der Ver­brau­cher in der Nä­he der Haus­hal­te auf­ge­stell­te Con­tai­ner zur Wert­stoff­samm­lung nut­zen. Nach An­ga­ben des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums lie­gen dem Dua­len Sys­tem fol­gen­de Prin­zi­pi­en zu­grun­de: Ver­pa­ckungs­ab­fäl­le sind in ers­ter Li­nie zu ver­mei­den. So­fern Ver­pa­ckungs­ab­fäl­le nicht ver­mie­den werden kön­nen, ist der Wie­der­ver­wen­dung und der stoff­li­chen Ver­wer­tung Vor­rang zu ge­ben vor der en­er­ge­ti­schen Ver­wer­tung und der ge­mein­wohl­ver­träg­li­chen Be­sei­ti­gung. (sz/ben)

FO­TO: SHUT­TER­STOCK

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