Pup­pen fin­den neue Be­sit­zer

Lau­er Abend lockt vie­le Be­su­cher auf den Nacht­floh­markt

Schwaebische Zeitung (Tettnang) - - VERANSTALTUNGEN - Von Ly­dia Schä­fer

FRIEDRICHSHAFEN - 140 An­mel­dun­gen im Vor­feld und wei­te­re am Abend für die Spon­ta­n­ent­schlos­sen so­wie 200 Hel­fer der Nar­ren­zunft See­go­ckel, die ent­lang des Ufer­parks für Ord­nung, Ver­pfle­gung und Un­ter­hal­tung sor­gen – das ist der Nacht­floh­markt der Zunft in Zah­len. Gu­te Ge­sprä­che, Ver­hand­lungs­ge­schick und Treff­punkt für Freun­de, die ge­mein­sam über den Markt schlen­dern, fül­len den Floh­markt mit Le­ben. Bis heu­te um 18 Uhr hat der Floh­markt noch ge­öff­net.

Am Frei­tag­abend bot sich das üb­li­che Bild. Kurz nach 18 Uhr ver­lie­ßen die letz­ten Au­tos den Ufer­park und dem Be­su­cher bot sich ein Wim­mel­bild an Men­schen. Die Ver­käu­fer bo­ten wie­der Ku­rio­ses und Nütz­li­ches oder ver­kauf­ten für den gu­ten Zweck. Die Mit­ar­bei­ter der Deut­schen Bank der Karl­stra­ße ha­ben Zu­hau­se ih­re Schrän­ke, Dach­bö­den und Kel­ler aus­sor­tiert, um für „Häf­ler hel­fen“zu ver­kau­fen. „Man­che Sa­chen ha­ben wir auch von Kun­den ge­spen­det be­kom­men, aber der Groß­teil kommt von un­se­ren Mit­ar­bei­tern“, sagt Jas­min Weiß­haupt. Auch heu­te noch wer­den sie für die Ak­ti­on „Häf­ler hel­fen“ab sechs Uhr mor­gens bis um 18 Uhr Abends ver­tre­ten sein. „Wir ma­chen nur zwi­schen Mit­ter­nacht und sechs mor­gens ei­ne klei­ne Pau­se“, er­klärt sie.

Das ist bei den 200 Hel­fern der Zunft an­ders. Für die Nar­ren be­deu­tet der Nacht­floh­markt Schicht­ar­beit und das be­deu­te auch über Nacht vor Ort zu sein. Der In­fo­stand ist an der Mu­sik­mu­schel auf­ge­baut so­wie auch ein Grill­zelt und die Kaf­fee­bar. Hier ha­ben auch die „Hu­paquä­ler“mit ei­nem klei­nen Kon­zert mu­si­ka­lisch die Be­su­cher un­ter­hal­ten.

Der Nacht­floh­markt ist nicht nur ei­ne Ver­kaufs­mei­le, son­dern auch Treff­punkt für vie­le Häf­ler, die sich an der Mu­sik­mu­schel tref­fen. Hier gibt es Steaks und Würst­chen vom Grill und Ge­trän­ke. Oh­ne Fra­ge ein An­ge­bot mit Event­cha­rak­ter. Ste­fan Zo­rell greift bei Ver­käu­fer Ha­rald Fuchs aus Stuttgart zur Gi­tar­re. Ei­ne zwölf­sai­ti­ge Akus­tik­gi­tar­re hat es ihm an­ge­tan und spon­tan spie­len die bei­den zu­sam­men. Das un­ge­wöhn­li­che An­ge­bot des Stutt­gar­ters – be­ste­hend aus Mes­sern und Gi­tar­ren – lässt sich ganz ein­fach er­klä­ren. „Ei­gent­lich bin ich Schmied, aber ich wer­de auch der sin­gen­de Schmied ge­nannt, da ich im­mer mei­ne Gi­tar­re da­bei ha­be“, und so ha­be sich sein An­ge­bot eben um die­se Mu­sik­in­stru­men­te er­wei­tert. Er ist üb­ri­gens ein al­ter Ha­se auf dem Floh­markt und „seit über zehn Jah­ren hier ver­tre­ten“.

Die jun­ge Leo­nie Er­le­wein war eben­falls schon öf­ter auf dem Nacht­floh­markt und hat mit ih­ren Freun­din­nen Ni­na Lang­wald, Li­li Sztz­ans­ny und Ma­rie Rahm Ver­stär­kung mit­ge­bracht. Mit Pup­pen wird jetzt nicht mehr ge­spielt und so man­chem Kin­der­buch sind sie eben­falls ent­wach­sen. Die sol­len jetzt ei­nen neu­en Be­sit­zer fin­den. „Auf die­sem Floh­markt sind aber nicht nur Häf­ler ver­tre­ten“, sagt An­ja Pfan­ner, stell­ver­tre­ten­de Zunft­meis­te­rin. Die Ver­käu­fer kom­men bei­spiels­wei­se auch aus Frei­burg, Mün­chen oder dem Saar­land.

Kurz­ent­schlos­sen kön­nen sich auch heu­te noch an­mel­den. Die Ein­fahrt auf den Uf­er­weg ist zum Auf­bau um sechs Uhr mor­gens mög­lich. Ei­ne An­mel­dung am In­fo­stand ist er­for­der­lich. Ein Stand­me­ter kos­tet 12 Eu­ro und 20 Eu­ro Müll­kau­ti­on, die zum Ver­an­stal­tungs­en­de zu­rück­be­zahlt wer­den. Kin­der dür­fen auf dem Tep­pich an der Kin­der­ecke, eben­falls in Nä­he der Mu­sik­mu­schel, kos­ten­los ver­kau­fen.

FO­TO: LY­DIA SCHÄ­FER

Die jun­gen Freun­din­nen (von links) Ma­rie Rahm, die ih­re Ku­schel­gi­raf­fe feil bie­tet so­wie Li­li Sztz­ans­ny, Leo­nie Elen­wein und Ni­na Lang­wald sind so man­chen Spie­len und Bü­chern ent­wach­sen – die sol­len jetzt auf dem Floh­markt zu Geld ge­macht wer­den.

FO­TO: LY­DIA SCHÄ­FER

Jas­min Weiß­haupt udn Ralf Bäu­er­le (rechts ste­hend) ver­kau­fen für „Häf­ler hel­fen“.

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